Hofladen Ständige Verbesserungen sind gefragt

Seit fast zwei Jahren gibt es den Kirchheimer Dorfladen direkt neben dem Rathaus im Ortskern.
Seit fast zwei Jahren gibt es den Kirchheimer Dorfladen direkt neben dem Rathaus im Ortskern. © Foto: Helmut Pangerl
Kirchheim / Uwe Deecke 11.01.2018

Vor allem das Weihnachtsgeschäft habe die Bilanz des Kirchheimer Dorfladens noch einmal deutlich nach oben gezogen. „Viel stärker als im Vorjahr“, sagte der ehrenamtliche „Finanzvorstand“ Helmut Mayer auf Anfrage der BZ. Und zwar anders als im Vorjahr über alle Wochen im Dezember und nicht nur in der letzten Weihnachtswoche wie im Vorjahr. In der letzten Woche vor den Feiertagen habe es nochmals extrem stark angezogen, ganz kurz vor den Feiertagen. „Es war das ganze Jahr über deutlich besser als im Vorjahr“, konstatiert Mayer. Die schwarze Null habe man zwar noch nicht erreicht, aber eine „rote Null“, also ein ganz kleines Minus in der normalen laufenden Geschäftstätigkeit.

Kaum zu glauben findet es Mayer, dass es trotz des nun fast zweijährigen Bestehens immer noch Kirchheimer gebe, die den Laden noch nicht kennen. Die Leute informierten sich weniger, und das Nachrichtenblatt lande offenbar schnell im Altpapier, anders kann sich der Geschäftsführer das nicht erklären. Als positiv empfindet er, dass vermehrt nun Kunden aus den Neubaugebieten den Laden entdecken und dort auch einkaufen. Eine veränderte Kundenstruktur mache sich bemerkbar, so Mayer, und darauf müsse man auch reagieren. Mehr Produkte für junge Familien sollen das Defizit ausgleichen und den Laden attraktiver machen. Angebote und Aktionen gibt es bereits jetzt regelmäßig und machen auf den Laden aufmerksam.

Längerer Atem nötig

Ursprünglich hatte man nach dem Start den „Breakeven“ nach einem Jahr anvisiert. „Das war zu ehrgeizig“, sagt der Geschäftsführer heute. Es habe sich in Gesprächen mit Lieferanten wie Edeka gezeigt, dass es dafür einen längeren Atem brauche. Drei Jahre seien üblich in der Branche, sodass das eigene Ziel zu eng gesteckt war. Eine Million Euro Umsatz pro Jahr waren damals anvisiert, davon seien nun 80 Prozent erreicht. Auf über 250 Anteilseigner komme der Dorfladen nun, und sie seien die Stütze des Ladens, der das Dorfzentrum stärken und sich als Treffpunkt etablieren soll.

Lieferung an die Schulen

Auch der Umsatz pro Einkauf könne sich mit den Brachenriesen messen lassen: Er liege bei knapp zehn Euro im Monat. Verbessert habe sich die Lieferung an die Schulen, wo der Laden im Grunde fast vollständig die Verpflegung übernimmt. Auch mit den Vereinen laufe es gut, versichert Mayer. Sein weiteres Konzept: Was stark nachgefragt ist, weiter stärken und dafür andere Produkte zurückfahren. Das bedeutet für ihn mehr im Frischebereich bei Bäcker und Metzger, mehr regional und bio. Um darauf zu regieren, „muss man Erfahrung haben“, sagt Mayer, Erfahrung, die sich nach der Zeit nun langsam einstelle. In zwei Jahren habe man eine ständige Verbesserung durchgemacht und auch auf Kundenwünsche regiert. Sie kommen meist durch das persönliche Gespräch, weniger durch den Briefkasten, der im Laden für Kundenvorschläge da ist.

Wechsel an der Frischetheke

Einen Lieferantenwechsel gab es bei der Frischetheke des Metzgers. Die Firma Häfele betreibt sie seit kurzem, und sie soll nach Mayers Vorstellungen auch einen kleinen Mittagstisch anbieten. „Ausgesprochen zufrieden“ ist der Geschäftsführer mit dem neuen Betreiber, es gebe hier eine deutliche Ertragsverbesserung.

Kritische Stimmen zum Konzept gibt es aus den Reihen der Anteilseigner. „Der Laden hat Chancen“, sagt Hans Stahl, einer der Anteilseigner des Kirchheimer Dorfladens. Alle kämpften um diesen Laden, der in der Ortsmitte wichtig sei. Er befürchtet indes, dass das Konzept nicht ganz greift. Er als Miteigner wünscht sich „eine attraktivere Gestaltung, wofür man noch etwas Geld in die Hand nehmen muss“. Positiv findet er das regionale Angebot und die Biowaren, schlecht sei die Aufmachung und dass der Cafébetrieb nur drinnen möglich sei und man nicht draußen sitzen könne, sagt Anteilseigner Stahl.

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