Bönnigheim Stadt will Tempo 30

In der Kirchheimer Straße will der Bönnigheimer Gemeinderat das erlaubte Tempo auf 30 Stundenkilometer reduzieren.
In der Kirchheimer Straße will der Bönnigheimer Gemeinderat das erlaubte Tempo auf 30 Stundenkilometer reduzieren. © Foto: Martin Kalb
Bönnigheim / von Uwe Deecke 20.06.2018

Bei der Vorstellung des Bönnigheimer Lärmaktionsplans im März kam von der Grünen-Fraktion im Gemeinderat diese Anregung: Auf der Kirchheimer Straße Tempo 30 zu schaffen sei sinnvoll, schließlich gebe es dort das Schulzentrum und den Kindergarten Villa Kunterbunt, der direkt an der Straße liegt. Ordnungsamtsleiter Timo Steinhilper zeigte sich auf der Sitzung im März noch skeptisch. Die Autofahrer würden nur kurz vom Gas gehen um gleich wieder Gas geben, bezweifelte er den Erfolg einer solchen Maßnahme.

Umdenken in der Verwaltung

Nun hat in der Stadtverwaltung offenbar ein Umdenken eingesetzt. Man habe in der letzten Woche Gespräche geführt und wolle einen Antrag stellen, der unabhängig vom Lärmaktionsplan Tempo 30 vor Schulen und Kindergärten erlaubt.

Von 6 bis 18 Uhr solle die Regelung montags bis freitags gelten. konkret gehe es dabei um den Abschnitt zwischen der Parkstraße und der Albert-Einstein-Straße. „Ich denke, dass wir zügig eine Antwort kriegen“, so Steinhilper am Freitag vor dem Gemeinderat.

Ausweitung von Tempo 30

UWG-Rat Manfred Schmälzle forderte, die Regelung gleich ohne zeitliche Begrenzung anzustreben und auch die Bismarckstraße dahin gehend zu prüfen. Dies sei nur über den Lärmaktionsplan zu machen, den die Stadt im März fertig gestellt hat und der Tempo 30 auf der Bismarckstraße, Karlstraße, Burgstraße, Poststraße und einem Teil der Kirchheimer Straße vorsieht, erklärte Steinhilper.

Ob die Reduzierung von den Behörden befürwortet wird, ist freilich noch offen, denn es bedarf dabei entsprechender Verkehrszahlen. FWV/CDU-Rat Frank Müller regte an, neben dem Schulzentrum an der Kirchheimer Straße die Regelung auch auf der Burgstraße anzuwenden und so Tempo 30 zu erreichen. Dies sei möglich, aber hier nur über den Lärmaktionsplan, der eine längere Tempo­­-30-Strecke ermöglichen würde, so Steinhilper.

Vor allem am neuen Spielplatz an der Burgstraße, dessen Zugang weder Ampel und Zebrastreifen aufweist, wäre eine Temporeduzierung aus Sicherheitsgründen vonnöten (die BZ berichtete). An Schulen, Kindergärten, Altenheimen oder Krankenhäusern sind die Chancen sehr groß, Tempo 30 zu erreichen. Anders sieht es offenbar an Spielplätzen aus. „Für Ortsdurchfahrten bedeuten die Einschränkungen der Straßenverkehrsordnung, dass Tempolimits aus Gründen der Verkehrssicherheit nur dann angeordnet werden können, wenn etwa auf einem Straßenabschnitt im Verhältnis häufig Unfälle passieren, oder um die Sicherheit auf Schulwegen zu erhöhen“, heißt es dazu auf der Homepage des Ministeriums für Verkehr Baden Württemberg. Eine pauschale Beschränkung sei nicht möglich, seit Dezember 2016 gebe es aber die Möglichkeit der erleichterten Anordnung von Tempo 30 Stundenkilometern auf Straßen des überörtlichen Verkehrs oder auf weiteren Vorfahrtstraßen im unmittelbaren Bereich von Kindergärten, -tagesstätten, -krippen, Schulen, Alten- und Pflegeheimen oder Krankenhäusern. Spielplätze fehlen zwar in der Aufzählung, doch ein Schulweg könnte hier durchaus gesichert werden.

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