Kurz nach 13 Uhr war es am Sonntag auf dem Löchgauer Waldspielplatz so weit. Bürgermeister Robert Feil hätte die neue Holzburg am liebsten als neuen Verwaltungssitz bezogen, doch das wollten die Kinder nicht. Sie warfen mit Bällen nach der Abordnung oben auf der Burg, bis die weiße Fahne kam. „Wir ergeben uns, die Burg soll euer sein“, gab sich der Rathauschef geschlagen. Die Kinder hatten ihre Burg erobert und sie sollen sie auch behalten.

Auch die Falknerei von Roland Blum war mit einigen Tieren vertreten, die das Interesse auf sich zogen. Der dreijährige Wüstenbussard Kira etwa, der sonst zur Taubenvergrämung eingesetzt wird. Oder auch die beiden Waldkäuze, die auf der Schulter ihrer Besitzerin saßen. Ein befreundeter Mitarbeiter des Löchgauer Bauhofs hatte sie aus dem Kreis Schwäbisch Hall hierher gebracht, um das Mittelalterspektakel perfekt zu machen. Dazu gab es noch Bogenschießen beim Bogensport Bietigheim, wo mit Pfeilen auf eine Scheibe mit Wildschwein und Bär gezielt wurde. Wer noch kein Schild oder Holzschwert hatte, der konnte beim „Freien Banner Neckar und Enz“ fündig werden. Hier war Walter Nusko von der IG Burg Blankenhorn mit seinem Stand vertreten, der sich ehrenamtlich für den Erhalt der Burg einsetzt.

Gaukler unterhalten

Gaukler bereicherten zudem die Szenerie. Die Gauklertruppe Forzarello, eben noch mit ihren Fanfaren auf der Burg, boten für die Kinder ihre Show mit Jonglage und Späßen. Daneben gab es von den Löchgauer Kindergärten das Angebot, selbst Perlenketten oder Lederbeutelchen zu basteln. Stockbrot gab es vom Jugendhaus, das eigens dafür eine Feuerschale angeschafft hatte. „Wir wollen etwas die Jugendhauskasse aufbessern und die Chance nutzen, uns hier zu präsentieren“, sagte Leiterin Lisa Kreiser. Mitarbeiterin Jolanta Pfitzer hatte die sechs Kilo Teig zubereitet, der später am Stock über das Feuer gehalten wurde. Um 15 Uhr wurde am Eingang zum neu gestalteten Spielplatz ein Maronenbaum gepflanzt, den Abschluss machte dann der gemeinsame Laternenlauf mit Einbruch der Dunkelheit. Für das leibliche Wohl sorgte der Obst- und Gartenbauverein mit seinem Stand auf dem Spielplatz.

30 000 Euro investiert

Rund 30 000 Euro hat sich die Gemeinde die neue Holz-Ritterburg kosten lassen, für die vom Bauhof das Gelände geebnet und mit einer Reihe von Natursteinen abgestützt wurde. Darunter stand die neue Doppelschaukel aus Holz, die am Nachmittag auch sehr gefragt war. Dass der Spielplatz sich nicht zum neuen Treffpunkt älterer Jugendlicher entwickelt, will die Gemeinde vermeiden. Die Feuerstelle sei schon länger entfernt worden, sagte Bürgermeister Feil, und auch der Ordnungsdienst werde über die Sommermonate nach dem Rechten schauen.