Brackenheim Seit der Jugend in der Kirche aktiv

Die 58-jährige Christiane Mörk ist verheiratet, Mutter von fünf Kindern und lebt in Brackenheim. Foto: Andreas Fink
Die 58-jährige Christiane Mörk ist verheiratet, Mutter von fünf Kindern und lebt in Brackenheim. Foto: Andreas Fink
JÜRGEN KUNZ 29.10.2013
Am 1. Dezember wählen die evangelischen Gemeindeglieder die Vertreter in der Landessynode. In der Reihe "Kirchenwahl" stellen wir die Kandidaten der Kirchenbezirke Besigheim und Brackenheim vor.

Die 58-jährige Kirchenmusikerin Christiane Mörk bewirbt sich als Laienkandidatin für die Gruppierung "Offene Kirche" für die Landessynode.

Frau Mörk, was hat sie dazu bewogen für die Landessynode zu kandidieren?

CHRISTIANE MÖRK: Seit meiner Jugend engagiere ich mich aktiv in der Kirchengemeinde. Die Landeskirche in ihrer Vielfalt ist mir sehr wichtig. Ich möchte gerne mit meinen Möglichkeiten in der Landessynode daran mitarbeiten, dass unsere Kirche an neuen Aufgaben wächst und gute Bedingungen für die Gemeinden schafft.

Warum kandidieren sie für den Gesprächskreis "Offene Kirche"?

MÖRK: In der Offenen Kirche fühle ich mich aufgehoben. In ihr darf ich meinen Glauben in Freiheit leben, zweifeln und Fehler machen. Mit der Offenen Kirche kann ich Frömmigkeit mit gesellschaftlichem und politischem Engagement in Einklang bringen. Ich möchte mich mit ihr für die Benachteiligten in unserer Gesellschaft und für mehr Gerechtigkeit weltweit einsetzen.

Wie ordnen sie die "Offene Kirche" ein?

MÖRK: Die Offene Kirche gesteht den Menschen viele Glaubenswege zu und lehnt eine enge Bibelauslegung ab. Sie setzt sich für Frieden, Gewaltlosigkeit und Gerechtigkeit ein und akzeptiert viele Lebensformen und lebt Geschlechtergerechtigkeit. Der Gesprächskreis sucht den Dialog mit anderen Religionen und arbeitet an der Ökumene.

Was werden ihre persönlichen Schwerpunkte bei einer Wahl in die Landessynode sein?

MÖRK: Die diakonische Verantwortung, Ökumene und interreligiöser Dialog, neue gemeindeübergreifende Strukturen, Kirchenmusik/ Musik in der Kirche.

Welche persönlichen Erfahrungen haben Sie in der Kirchenpolitik, in kirchlichen Organisationsstrukturen?

MÖRK: Als Frau eines Bezirkskantors, der hauptamtlich bei der Kirche angestellt ist, bin ich mit den Strukturen unserer Landeskirche vertraut. Ich halte die verschiedenen Gesprächskreise für wichtig und schätze die Ausschussarbeit der Landessynode. Die Landessynode in ihrer Zusammensetzung aus Laien und Theologen leistet gute Arbeit. Der Oberkirchenrat (OKR) und die Landessynode könnten noch demokratischer zusammenarbeiten, wenn die Mitglieder des OKR von der Synode gewählt würden. Ich bin Mitglied des Kirchengemeinderates, verschiedener Ausschüsse und der Bezirkssynode. Die Mitarbeit in diesen Gremien ist interessant und auch eine persönliche Bereicherung. Doch oft wird viel diskutiert und beschlossen, aber nicht alles umgesetzt. Da wünschte ich mir manchmal mehr Effektivität.

Kann die Arbeit der Landessynode "transparenter" gestaltet werden, beziehungsweise, wie gelingt es, deren Arbeit dem normalen Gemeindeglied nahezubringen?

MÖRK: Die Arbeit der Landessynode ist auf ihrer Homepage sehr klar und übersichtlich dargestellt. Man könnte die Gemeindeglieder ermutigen, sich dort regelmäßig zu informieren. Die Broschüre "Bericht aus der Synode" könnte einfacher und vielleicht ansprechender gestaltet und an alle Gemeindeglieder verteilt werden. Die Menschen, die aus der gemeindlichen Basis in der Landessynode sind, haben die Möglichkeit direkt aus ihrer Arbeit in Bezirksveranstaltungen zu berichten.