Vor knapp fünf Jahrzehnten ist man „den Erfordernissen unserer Zeit gerecht geworden“, wie es die BZ in ihrer Ausgabe vom Montag, 29. Mai 1972, im Rahmen der Berichterstattung über die Eingemeindungsfeier von Hohenstein nach Bönnigheim formulierte. Schon 1963 wurden erste Gespräche zwischen Bönnigheim und Hohenstein geführt, die aber erst 1971 fortgesetzt wurden. Nach einer Bürgerversammlung wurde am 7. Dezember 1971 der Eingliederungsvertrag unterzeichnet, am 13. Dezember vom Regierungspräsidium Stuttgart genehmigt und zum 1. Januar 1972 umgesetzt.

Ein Vierteljahr nach der Eingemeindung von Hohenstein wurde am 26. März 1972  der Eingliederungsvertrag zwischen Bönnigheim und Hofen unterzeichnet, der zum 1. Oktober des gleichen Jahres in Kraft trat.

Gemeinderat Hans-Martin Jäger sagte gegenüber der BZ zu den knapp 50 gemeinsamen Jahren: „Hofen kann sich nicht beklagen. Ich bin Bönnigheimer und wohne in Hofen. In Hofen ist es überhaupt kein Thema mehr.“ Der Ortsteil Hofen sei voll integriert. Das beste Beispiel ist die Feuerwehr, die sich zu einer Gesamtwehr zusammengeschlossen hat. TuG Hofen und Bürgerverein Hofen am Rain seien gerade in Verhandlungen mit der Stadt über das alte Rathaus, um eine Nutzung für die Vereine, nicht nur die in Hofen, anzustoßen. Ein Thema, das Hans-Martin Jäger schon seit Langem immer wieder anspricht, ist die Neugestaltung der Dorfmitte.

„Ich meine, dass die beiden Ortsteile sehr gut in Bönnigheim integriert sind, wenn natürlich auch sehr wenig Infrastruktur in Hohenstein und Hofen vorhanden ist“ sagt der Hohensteiner Gemeinderat Frank Müller. Sehr wichtig seien in den Ortsteilen die örtlichen Kindergärten und Angebote von Vereinen, Kirchen und der Stadt. Müller findet es sehr wichtig, dass mindestens ein Ortsvertreter Mitglied im Gemeinderat ist und „so die Sorgen und Nöte aus den Teilorten“ an die Stadtverwaltung herantragen kann. „Wenn es um die Verwirklichung von Projekten im Teilort geht habe ich mich auch im Gemeinderat noch nie benachteiligt gefühlt“, betont er.

Ein sehr gutes Beispiel ist auch für Müller die Zusammenführung der Feuerwehr in Bönnigheim: „Wo früher oft Konkurrenzdenken und Rivalitäten eine Rolle gespielt haben, haben wir heute eine hervorragend funktionierende Truppe aus Bönnigheimer, Hohensteiner und Hofener unter einem Dach.“ Wie unter „Geschwistern“ üblich, gehörten natürlich auch nicht ernstgemeinte Anmerkungen über eine Rückkehr zur Selbstständigkeit oder Neckereien zu den Spitznamen: „Schnecken“ in Hohenstein, „Äbiera“ in Hofen und „Grialeshenker“ in Bönnigheim zum guten Umgang und Miteinander dazu.