Bönnigheim / Gabriele Szczegulski  Uhr

Cynthia Thumm, Leiterin des Museums Zander im Schloss Bönnigheim und Susanne Zander, Direktorin der Sammlung, beziehen sich im Gespräch über die Möglichkeit des freien Eintritts in Museen auf eine Studie des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg. „Diese besagt“, so Cynthia Thumm, „dass freier Eintritt nicht wirklich zu mehr Besucherzahlen führt, vielmehr haben die Besucher eben auch andere Erwartungen wie Vermittlung, Service. Also der Preis allein ist für bestimme Besuchergruppen nicht entscheidend. Letztendlich ist das Ergebnis der Studie, dass das jedes Museum für sich selbst regeln muss“.

Ohne Sponsor geht es nicht

Das Ministerium aber empfahl gleichzeitig, trotzdem den Eintritt in ein Museum so niederschwellig wie möglich zu machen und auf Eintritt zu verzichten. Ohne einen Sponsor, so Thumm, wie in vielen großen Museen dies der Fall sei, der die fehlenden Eintrittsgelder ausgleiche, sei dies auch im Bönnigheimer Museum nicht zu bewerkstelligen.

Eine Steigerung der Besucherzahlen ließe sich nicht allein mit freien Eintritt erzielen, sagt auch Susanne Zander. Es seien vor allem Sonderausstellungen, die die meisten Besucher anziehen, „dies ist auch bei uns der Fall“. Außerdem, so sagt sie, investierten die großen Museen massiv in Werbung und Marketing, „das heißt, der freie Eintritt wird vermarktet und kostet damit indirekt Geld, also ganz so kostenlos läuft es auch dort nicht“.

Das Museum Zander hat eine Staffelung im Eintrittsgeld: 6 Euro für Erwachsen, Rentner bezahlen 5 Euro, ermäßigt kostet der Eintirr 4 Euro, Kinder von  6 bis 16 Jahren bezahlen  3 Euro, Kinder bis 5 Jahre sind frei. Die Führung einer Gruppe kostet, so Thumm, 60 Euro pro Stunde zuzüglich dem Eintritt. Kindergärten und Schulklassen zahlen 25 Euro für die Führung und  1,50 Euro pro Schüler.

Immer wieder gebe es aber, so Thumm, Aktionen mit reduziertem oder freiem Eintritt: Dieses Jahr wurde am Valentinstag die Aktion „Two for One“ angeboten, das heißt Paare konnten zum Einrittspreis einer Person die Sammlung besuchen.

Es gibt Tage der offenen Tür, der nächste ist am 4. August. Am 1. Dezember dieses Jahr wird anlässlich des Bönnigheimer Weihnachtsmarktes ein kostenfreier Workshop angeboten. „Das Thema Eintritt beschäftigt uns schon immer wieder, aber ich glaube nicht, dass es große Auswirkung auf unsere Besucherzahlen hätte – letztendlich müssen Museen in ihren Entscheidungen wirtschaftliche und auch steuerliche Aspekte berücksichtigen – auch das ist Alltag“, sagt Cynthia Thumm.

Auf die Frage, wie viele Besucher das Museum jährlich hat und wie viel des Budgets durch die Eintrittspreise finanziert wird, antwortete Thumm im Namen von Susanne Zander: „Zum Thema Finanzierung des Museums erteilen wir grundsätzlich keine Auskunft, nur soviel – da wir eine gemeinnützige Einrichtung sind, finanzieren wir uns über Spenden.“