Im Aussiedlerhof beim Stutendenkmal in Freudental geht es um Genuss pur: Hier entsteht Eis direkt auf dem Bauernhof, das es nur dort zu kaufen gibt. Wenke Hofmann, ursprünglich aus der Umgegend von Hannover, kennt und liebt das Leben auf dem Land und führt zusammen mit ihrem Mann Frank Hofmann und ihren Töchtern ein Leben mit Kühen im Grünen. Seit Wenke Hofmann sich hier mit um die Aufzucht der Kälber kümmert, haben die Kühe klangvolle Namen. Jaqueline, die Lieblingskuh der Familie, ist sogar Namensgeberin für einen Eisbecher: Er heißt Nummer 43, weil Jaqueline in der Stallbox Nummer 43 wohnt.

Nicht Bauernhofeis, sondern Eis vom Bauernhof wird hier liebevoll von Hand gemacht. „Bauernhofeis ist eine geschützte Marke. Wir haben ein zweites Standbein gebraucht, um den Hof erhalten zu können, und in die Käseproduktion einsteigen wollten wir nicht und einen Besen machen auch nicht“, erzählt Wenke Hofmann. Nach der Idee, auf dem Hof eigenes Eis zu machen, kam die Recherche darüber, welche Auflagen es zu erfüllen gibt. Genehmigungen vom Landwirtschaftsamt und vom Regierungspräsidium waren nötig. Es gab bauliche Veränderungen im Keller, wo das Eislabor entstand. Inzwischen sind hier sechs Gefriertruhen voll mit Eis, das am Gaumen schmilzt. Die Hofmanns besuchten Landwirte,  die ähnliche Wege gehen und wussten bald, dass es ihre Sorten nur auf dem Hof zu kaufen geben soll. „Wir wollten  nicht in das Wiederverkaufssprinzip mit einsteigen. Wir haben einen Eiswagen. Mit dem besuchen wir Großveranstaltungen mit 1000 Gästen und mehr. Doch leider fehlt mir im Moment das Personal dazu“, bedauert Wenke Hofmann. Dafür rennen ihr die Kunden auf dem Hof die Türe ein.

Doch bevor es losgehen konnte, vor nunmehr zehn Jahren, besuchten die Hofmanns die Eisfachschule in Berlin. Im viertägigen Seminar ging es dem Eis ans Leder bis hinein in die Molekülketten. Dort gab es Tipps zur Anschaffung der richtigen Eismaschine und Einblick in Hygienerichtlinien. „Die sind das A und O, weil man beim Eis nicht merkt, wenn es verdorben ist. Wenn beim Eis etwas nicht stimmt, merkt man das erst, wenn alles zu spät ist. Man muss sehr sauber arbeiten“, betont Wenke Hofmann.

Und so entstehen heute im Eislabor der Hofmanns so leckere Sorten wie Sauerkirsche, Birne und Quitte neben den gängigen wie Himbeer und Erdbeer. Im Keller ist auch der Pasteurisierer für die Milch. „Wir ändern das Angebot.  Auf Sauerkirsch kommt Birne, und wenn Heidelbeere aus ist, dann kommt die Quitte Die Leute warten alle schon auf die einzelnen Sorten“, lacht die Eisherstellerin und erklärt: „Wir haben Styroporboxen zum Transportieren. Unsere Kunden kommen von Heilbronn und sogar aus Stuttgart. Heute kam jemand von Markgröningen mit dem E-Bike.  Viele decken sich ein für zuhause und genießen dabei die Atmosphäre im Grünen und beobachten die Kühe“, erzählt Wenke Hofmann.

Weihnachtseis

„Im November am letzten Sonntag gibt es ein Hoffest egal bei welchem Wetter. Da ist Gelegenheit, die Weihnachtssorten zu probieren. Das sind zum Beispiel heißes Apfel-Caramel-Zimt,  oder Rum-Krokant, Mohn-Marzipan. Wir beginnen die Saison mit Himbeere, Erdbeere und unsere Eisbecher und Eistüten haben Namen wie Helgas Traum oder Oma Gerda Eistüte“, erzählt sie. Und Spaghettieis wird ersetzt durch Spätzle mit Soße, „denn schließlich  machen wir schwäbisches Landeis“, erklärt Hofmann. Neben Eis bieten die Hofmamns einen Milchautomaten – auch für die Käseproduktion zuhause.