Es ist die Kernaufgabe, wenn es auch nicht immer um politische Themen geht“, sagt Bürgermeister Uwe Seibold (Kirchheim) auf die Frage nach dem zeitlichen Aufwand, den ein Bürgermeister leisten muss, um den Dialog mit den Bürgern zu führen. Eigentlich stelle sich diese Frage gar nicht, so Seibold, denn man könne dies im Tagesablauf nicht unterscheiden, „natürlich ist man ständig im Kontakt mit den Bürgern“. Vor Jahren habe er einmal eine überschlägige Auflistung der „Bürgerkontakte“ gemacht, mit dem Ergebnis, dass es wohl zwischen 300 bis 350 Treffen außerhalb des Rathauses gebe.

„Ich begegne unseren Bürgern regelmäßig. Ich nehme im Regelfall alle Vereinstermine wahr, wenn ich eingeladen werde“, erklärt Bürgermeister Rainer Schäuffele (Erligheim). Darüber hinaus besuche er auch nahezu alle öffentlichen Termine in der August-Holder-Halle sowie aktuell den Weihnachtsbasar, einige Adventsfenster und Kulturveranstaltungen und natürlich die Erligheimer Weintage im Ort.

Schäuffele: „Zudem wohne ich im Ort, bin also mehrmals am Tag im Regelfall mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs, samstags beim Bäcker oder sonntags beim Spaziergang.“ Im Zeitraum von November bis April sei nahezu an jedem Wochenende mindestens ein Termin wahrzunehmen, oft auch mehrere. Von Mai bis September seien es im Regelfall weniger Wochenendtermine, allerdings gehe dann die Freiluftfestsaison los. Die Hauptversammlungen sind im Regelfall in den ersten vier Monaten im Jahr. „Da kommt man mit vielen Bürgern in Kontakt und nimmt fast immer Anregungen und Wünsche mit“, so der Erligheimer Bürgermeister, „grob geschätzt bin ich mindestens jedes zweite Wochenende ,unter der Bürgerschaft’ zu finden, zudem unter der Woche an ein bis zwei Abenden, in den Ferien allerdings kaum.“

Hinzukomme, dass der Bürgermeister die Gemeinde auch nach außen vertrete. Hier gebe es unzählig viele Einladungen, bei den Neujahrsempfängen angefangen bis hin zu Verbandsversammlungen. Auch hier fallen einige Termine aufs Wochenende. „Bei mir gehen bei Überschneidungen im Regelfall die örtlichen Termine vor. Bei Abwesenheit oder Terminüberschneidungen kommen die Bürgermeister-Stellvertreter zum Einsatz“, so Schäuffele weiter.

„In seltenen Fällen kommen Bürger auch bei mir zu Hause vorbei oder melden sich telefonisch, auch am Wochenende. Dabei ist nicht alles so eilig, dass es nicht bis Montag oder den nächsten Arbeitstag warten könnte“, macht er deutlich und hat dazu noch ein „Schmankerl“, wie er es nennt, parat: „Als ich einen Bürger mal fragte, ob er es angemessen findet, sonntags um 8 Uhr beim Bürgermeister wegen einer einfachen Auskunft anzurufen, bekam ich die Antwort: ,Warum nicht, der Bürgermeister ist doch schließlich für seine Bürger da’.“

In Freudental gebe es zunächst bei jeder zweiten Gemeinderatssitzung die „Einwohnerfragestunde“, und diese werde regelmäßig von jeweils ein oder zwei Personen genutzt, um Fragen zu stellen oder Anregungen vorzubringen, erklärt Bürgermeister Alexander Fleig (Freudental). Die gesamten Gesprächstermine und Treffen mit den Bürgern in Zahlen zusammen zu fassen sei sehr schwierig. „Von Beginn an versuchte ich bei allen Hauptversammlungen der Vereine dabei zu sein, wenn es zeitlich geht. Manchmal sind auch zwei Hauptversammlungen gleichzeitig an einem Abend“, sagt Fleig. Das sei im Frühjahr, von Februar bis April, „ein großer zeitlicher Aufwand“.

„Bei öffentlichen Veranstaltungen oder Festen der Vereine und Organisationen bin ich, und sehr oft meine Familie, mit dabei“, sagt der Freudentaler Bürgermeister. Außerdem finden weitere interne Veranstaltungen der Vereine, wie etwa das Herbstfest des VDK, statt, zu denen er eingeladen werde. Auch hier versuche er einen Besuch möglich zu machen

„Ansonsten steht meine Türe im Rathaus für die Bürger immer offen und meistens kann man, wenn ich da bin, auch spontane Termine machen – oder die Bürger machen Termine, an denen wir uns dann austauschen“, betont er. Mit Bürgern komme er auch über die derzeit drei Arbeitskreise – „Energie und Nachhaltigkeit“, „Erinnern und Gedenken“ und „Flüchtlingshilfe“ – ständig in Kontakt und in den Austausch über Themen. Der Arbeitskreis „Energie und Nachhaltigkeit“ treffe sich beispielsweise regelmäßig einmal im Quartal, die beiden anderen Arbeitskreise nach Bedarf, aber mindestens zwei bis drei Mal pro Jahr.

„Gerade in der Adventszeit und zuvor sind nahezu jedes Wochenende Veranstaltungen“, sagt Bürgermeister Robert Feil (Löchgau). Diese Veranstaltungen und die Hauptversammlungen besuche aber gerne, „da der Austausch sehr gewinnbringend ist“. Auch nütze er gemeinsame Mittagessen oder das Einkaufen auf dem Wochenmarkt donnerstags regelmäßig, um sich mit den Bürgern auszutauschen.

Feil: „Es wird aber auch im formelleren Rahmen regelmäßig themenbezogen der Austausch mit der Bürgerschaft gesucht.“ Beispielhaft könne der Bildungs- und Betreuungscampus genannt werden, in dessen Planungsverlauf in zahlreichen Veranstaltungen ein Austausch stattfand und Anregungen aufgenommen wurden. Auch nütze er gerne Feste, um Bauprojekte vorzustellen und zu besichtigen. „Zum Beispiel wird im Rahmen der Sanierung der Kirchplatzgebäude das Bürgergartenfest hierzu genutzt“, so der Löchgauer Bürgermeister, und neben dem persönlichen Kontakt, würden auch immer wieder Fragen auf Facebook geklärt.