Nicht nur der Schulverband Erligheim-Hofen, der bis in die 1960er-Jahre zurückreicht, ist besonders, sondern auch der Ort, an dem er jährlich tagt. Im früheren Lehrschwimmbecken im Untergeschoss des Schulgebäudes erinnert vieles noch an die Vergangenheit. Bunte Fische zieren die Wände ab zwei Metern Höhe, in der Mitte zeigt eine Fischuhr die mehr oder weniger genaue Zeit an. Erligheims Bürgermeister Rainer Schäuffele eröffnete die Verbandsversammlung mit dem Protokoll der letzten Sitzung und dem Hinweis, dass die Gebühren für die Kernzeit überprüft wurden. Man sei aufgrund des späten Zeitpunkts der diesjährigen Versammlung in „regem Kontakt mit dem Landratsamt“, Gründe seien die Umstellung auf die doppische Haushaltsführung sowie auf die neue Software, die nun die Zahlen errechnet.

290 600 Euro Erträge

Erligheims Kämmerin und Verbandsrechnerin Julia Mai stellte anschließend den Haushalt 2019 vor. Der Gesamtbetrag der ordentlichen Erträge liegt bei 290 600 Euro und ist damit ebenso hoch wie der Gesamtbetrag der Aufwendungen. Aus der laufenden Verwaltungstätigkeit kommen rund 270 000 Euro, die Umlagen belaufen sich auf 225 000 Euro. 101 Schüler aus Erligheim machen dabei 198 000 Euro und 14 Schülern aus Hofen und Bönnigheim 27 500 Euro aus. Aufwendungen für das Personal belaufen sich auf 114 000 Euro, wobei der Verband nun eine halbe Kernzeitstelle geschaffen hat.

Schulleiterin Susanne Zimmer erläuterte die aktuellen Entwicklungen in der Ganztagsschule und der Kernzeitbetreuung, bei der sie um jede Unterstützung dankbar sei. Zum Schuljahr 2017/2018 wurde der Ganztagsbetrieb an drei Tagen mit sieben Stunden eingeführt. Gleichzeitig wurde auch das Kernzeitangebot in den Räumlichkeiten der Schule geschaffen. „Es war spannend, weil es einfach ein Patt war“, so Zimmer zum Ganztag, „50 Prozent brauchten ihn, 50 Prozent nicht“. Viele Schüler gingen eben nach wie vor zum Musikunterricht oder zum Sportverein.

Aktuell 107 Grundschüler

„Wir sind kleiner geworden und an der Talsohle angekommen“, erklärte die Rektorin anschließend die Schülerzahlen. Von 121 im Schuljahr 2017/2019 ging die Schülerzahl auf 107 im laufenden Schuljahr zurück, ungefähr gleich blieb die Zahl der Ganztagsschüler, die sich zwischen 65 und 66 bewegt. Die Zahlen aus den Kindergärten lassen erkennen, dass es schon nächstes Jahr ansteigt, trotz früherer Einschulung. Dies werfe bei der momentanen Lehrersituation Fragen auf, gab Zimmer zu bedenken. Momentan gebe es noch „viel Platz und wenige Rempeleien“ angesichts der Schülerzahl. Der Ganztag sei prozentual sogar gestiegen und biete neben dem normalen Unterricht auch Kunst, Basteln, den Chor, ein Gesundheits- und Bewegungsprogramm, musikalische Grundausbildung sowie die Bläserklasse mit Reiner Falk. Die Rektorin hofft, dass angesichts des Lehrermangels im nächsten Jahr die Schule auch personell für den Anstieg gerüstet ist, wenn wieder durchgängig zweizügig unterrichtet wird.

Als letzten Punkt behandelte das Gremium den Digitalpakt Schule 2019 bis 2024. Hier stehen in diesem Zeitraum 585 Millionen Euro bereit zur Verbesserung der digitalen Ausstattung, was für den Verband rechnerisch 35 800 Euro bedeuten würde. Grundlage dafür sei ein Medienentwicklungsplan, machte die Rektorin deutlich, die bereits jetzt schon auf ein passables Internet und einige I-Pads bauen kann. „Wir müssen uns sehr gut überlegen, was wir an der Grundschule machen“, gab sie zu bedenken, nur noch Medien sei der falsche Weg. Die „reale Erfahrung“ müsse ein hohes Gewicht haben, Medien sollten nicht als Spielzeug, sondern als Arbeitsgerät gesehen werden. „Gehen wir es positiv an“, beschloss Bürgermeister Rainer Schäuffele den Tagesordnungspunkt und die Sitzung des vermutlich ältesten Schulverbands im Landkreis.