Bönnigheim Schule einmal ganz anders

Der Schulleiter des Alfred-Amann-Gymnasiums in Bönnigheim,  Achim Salomon (rechts) mit zwei „Bodygards“, (von links) Marius und Marvin Langjahr, die den goldenen „Alfred“ beschützen.
Der Schulleiter des Alfred-Amann-Gymnasiums in Bönnigheim, Achim Salomon (rechts) mit zwei „Bodygards“, (von links) Marius und Marvin Langjahr, die den goldenen „Alfred“ beschützen. © Foto: AAG
Bönnigheim / bz 21.06.2018

Zehn Jahre Kulturwoche am Alfred-Amann-Gymnasium (AAG) in Bönnigheim – kaum eine Schule kann auf ein Schülerprojekt mit solch einer Tradition zurückblicken. Die Kulturwoche am AAG entstand aus der Idee heraus, Schülern die Möglichkeit zu bieten, sich in der Schule auch einmal von einer anderen Seite zu zeigen, und dies würdigte die Jury des BZ-Schulpreises mit dem dritten Platz in der Kategorie Klassen 8 bis 12/13.

Poetry Slam, Rap-Abend, Filmwettbewerb, Talentabend – die SMV des AAGs versucht jedes Jahr, ihren Mitschülern ein buntes, zeitgemäßes Programm zu bieten. „Von Schülern für Schüler, das ist unser Credo“, so Christoph Herre. Der ehemalige Schülersprecher ist schon seit mehreren Jahren der Hautverantwortliche auf Schülerseite. Dieses Jahr hat er gemeinsam mit Schülersprecherin Linda Kraut den Talentabend moderiert.

Wenn man bedenkt, dass jedes Jahr insgesamt rund 500 Besucher zu der Kulturwoche kommen, lässt sich erahnen, welcher Druck auf dem Organisationsteam der SMV liegt. Das funktioniert nur, wenn die Arbeit auf vielen Schultern verteilt wird. Fast 20 Schüler treffen sich schon Monate, bevor der Vorhang aufgeht, um alles Notwendige zu planen. Einerseits profitiert das Schulleben davon, andererseits, so Michael Bohnenstingl der Schülersprecher, der vor zehn Jahren die erste Kulturwoche gemeinsam mit Melanie Ruff einführte: „Ich habe selten an der Schule so viel für mein Leben gelernt, wie bei der Organisation der Kulturwoche.“

Zeichen der Verbundenheit

Bohnenstingl und viele andere Ehemalige kommen immer noch Jahr für Jahr zur Kulturwoche an die Schule. „Eine größere Auszeichnung für unsere Schule kann es kaum geben, wie dieses Zeichen, dass das AAG ein Ort ist, an den man sich auch nach dem Abitur noch gerne zurückerinnert“, so Sylvia Schelling, die gemeinsam mit ihren Kollegen Matthias Köhnlein und Anne Späth die Kulturwoche in diesem Jahr von Lehrerseite aus betreute.

Klassischer Tanz, Singen, Clogging, Zaubern, Rappen, lyrischer Vortrag – breit gefächert, so dürfen die Zuschauer jedes Jahr feststellen, sind die Talente der AAG-Schüler. Es kostet Mut, auf die Bühne zu gehen, aber noch nie in der langen Geschichte der Kulturwoche blieb der Applaus aus, womit das Selbstbewusstsein gestärkt wird. Die Talentförderung ist keine kurzfristige Angelegenheit, denn es gibt Beispiele dafür, wie lange so etwas nachwirken kann. Ein Schüler, der die ersten Berichte über die Kulturwoche geschrieben hat, schließt jetzt sein Journalistikstudium ab, einer der ehemaligen Moderatoren arbeitet jetzt beim Radio. „Schön, wenn man solche Entwicklungen begleiten darf“, so Köhnlein.

Beim diesjährigen Filmwettbewerb „Alfred`s Movie Night“, der durch eine Jury aus Regisseuren, Medienproduzenten und Studenten der Filmakademie Ludwigsburg begleitet wurde, gewannen Richard von Boetticher aus Klasse 8 und sein Team den ersten Preis. Neben 100 Euro darf die Schülergruppe einen Tag bei Studio Soi in Ludwigsburg verbringen. Ein Erlebnis, auf das sich schon alle sehr freuen.

Die Kulturwoche wird seit mehreren Jahren von der Technik-AG der Schule begleitet. Diese hat mittlerweile eine Professionalität erreicht, die die Kenntnisse sämtlicher Lehrer mit Licht, Ton und Kamera bei Weitem übersteigt. „Man kann sich auf unsere Schüler absolut verlassen. Die besten Ergebnisse entstehen dadurch, dass man ihnen die Verantwortung gibt, die sie meistern können“, so Anne Späth. Das Interesse an einer Mitarbeit in der Technik AG bei Schülern der Unterstufe ist groß.

Dass die Organisation der SMV des AAGs auf Nachhaltigkeit angelegt ist, zahlt sich gerade bei der Kulturwoche aus. Frühzeitige Heranführung der jungen Schüler an die SMV-Arbeit, Prozessbeschreibungen und wöchentliche Treffen sind das Geheimnis, das dahintersteckt.

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