Bönnigheim Schüler werden Konstrukteure

Am Montag zeigten die 23 Schüler der Klasse 9 des Alfred-Amann-Gymnaiums ihre eigens konstruierten Modellvorschläge für Fahrgeschäfte und Achterbahnen im Tripsdrill.
Am Montag zeigten die 23 Schüler der Klasse 9 des Alfred-Amann-Gymnaiums ihre eigens konstruierten Modellvorschläge für Fahrgeschäfte und Achterbahnen im Tripsdrill. © Foto: Susanne Yvette Walter
Bönnigheim / Von Susanne Yvette Walter 17.07.2018

Eine Achterbahn entsteht nicht gleich aus Stahl, Holz und Kunststoff, sondern erst mal als Miniaturmodell. Als Tüftler und Vordenker fühlten sich nun zum ersten Mal im Leben 23 Neuntklässler des Alfred-Amann-Gymnasiums Bönnigheim. Stephan Manka, Lehrkraft für Naturwissenschaft und Technik, sowie Mathe und Geografie, stellte seinen Neuntklässlern eine besondere Aufgabe.

Schon zum zweiten Mal kooperiert die Schule mit dem Freizeitpark Tripsdrill, wenn es darum geht, Fahrgeschäfte als Modelle zu entwerfen und zu konstruieren. Die sieben Gruppen führten ihre Modelle am Montag einer fachkundigen Jury aus Technikern des Freizeitparks vor. In der Tüftlerstätte von Tripsdrill waren die real funktionierenden Kreationen zu sehen. Sogar Namen haben die potentiellen Ingenieure von Morgen ihren Modellen verpasst. Zum Beispiel konstruierten Louis Scheurlen, Moritz Schoppe und Finn Burgmaier eine „Stämmlesschaukel“, bei der nur Naturmaterialien sichtbar verwendet wurden und die Technik im Untergrund verschwindet. Ein möglicher Publikumsmagnet ist auch die „Rainbow-Shower“, eine Wasserbahn, die durch eine bunte Landschaft führt, mit Booten, die sogar einen Motor eingebaut haben und einer Pumpe, die das Wasser immer wieder von unten nach oben pumpt. Die Konstrukteurinnen Philine Singer, Daria Ziebart, Ioanna Gkaroumpas, sowie Despina Theodoru haben ihre eigene Thematik entwickelt.

Ein Modell, bei dem der Zufall eine besondere Rolle spielt, heißt „The chess of coincidence“ und ist eine zündende Idee von Caja Diejar, Marie Krüger und Inas Tehami. Es ist ein Freefall-Tower, ähnlich dem Donnerbalken, der sich schon im Park befindet, mit dem Unterschied, dass hier drei Personen per Zufallsgenerator ausgewählt werden, die in die Tiefe sausen. „Sehr spannend ist auch das Modell unserer Riesenrad-Gruppe, die alles aus Recycling-Material hergestellt hat“, verrät Lehrer Stephan Manka, der die Kooperation angeregt hat und weiter: „Im vergangenen Jahr haben sie bereits Achterbahnmodelle gebaut.“

Herausforderung: Ablaufplan

Hintergrund dieses Projekts ist nicht nur der Bau von Modellen. „Jede Gruppe verfasst eine über 30 Seiten lange Analyse über den Projektverlauf mit einem Fazit“, erklärt der Lehrer. Eine weitere Herausforderung für seine Schüler sieht Manka in der Einhaltung des Ablaufplans für ihre Projekte. „Die Schülergruppe muss sich genau überlegen, bis wann sie ihre Materialien beisammen haben muss, bis wann alles verbaut sein muss und wann sie ihre ersten Tests durchführen“, erklärt der NWT-Lehrer.

Das Modell, das in Tripsdrill den Sieg davon trägt, soll in der Schule ausgestellt werden. Die Jury, bestehend aus Patrick Pfeiffer, Elektromeister in Tripsdrill und zuständig für alles was Technik und Elektronik zu tun hat, sowie Alexander Portmann, der für Gruppen und Tagungen zuständig ist, hatten die Qual der Wahl. Sie entschieden sich letztlich für die „Rainbow-Shower“, da es technisch das anspruchsvollste Modell war. „Beim Modell ‚Rainbow-Shower’ musste sehr präzise gearbeitet werden. Da das Modell Wasser führt, musste alles abgedichtet werden, und dieser Aufwand wurde honoriert“, erklärt Birger Meierjohann, Pressesprecher in Tripsdrill.

 „Ich fand das alles sehr aufregend, selbst etwas zu planen und dies einer Jury vorzustellen“, erklärt Moritz Schoppe aus Gemmrigheim. „Das war eine tolle Abwechslung zum normalen Schulleben, und um eine Erfahrung klüger sind wir jetzt auch: Wir hatten Probleme, dass unser Motor nicht geliefert wurde. Wir konnten gleich mal erleben, was passiert, wenn etwas nicht nach Plan läuft“, erzählt Caja Olejar.

Weil diese Kooperation auf so fruchtbaren Boden fällt, denkt NWT-Lehrer Stephan Manka, sie mit einer neuen Gruppe von Schülern fortzusetzen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel