Immer wieder ziehen Staubschwaden aus dem Kulturkeller des Kulturfensters über den Burgplatz, zentimeterdick liegt ganz feiner Sand auf der Steintreppe hinunter in den Veranstaltungsraum, auf dessen Bühne so viele Künstler sich in der Vergangenheit ein Stelldichein gaben, und die alte Linde auf dem Platz hat inzwischen einen grauen Überzug. Seit vergangenen Wochen sind die Fachleute der Firma „Eis Clean“ aus Freiberg dabei in einem besonderen schonenden Sandstrahlverfahren die Sandsteine des Gewölbekellers zu überarbeiten.

„Wir setzen im Bönnigheimer Burgplatzkeller das sogenannte Niederdruck-Schonstrahl-Verfahren ein, dabei werden die Oberflächen nicht einem geraden, sondern in einem gewirbelten Strahl gereinigt“, erklärt Nicole Edelmann von „Ice Clean“ im Gespräch mit der BZ. In den siebziger Jahren seien vielfach Keller mit Kalkfarben gestrichen worden, die zum einen heute nicht mehr schön aussehen, aber auch die Oberfläche des Sandsteins verschlossen haben. Damit könne der Stein nicht mehr „atmen“ und somit sei die Feuchtigkeitsaufnahme reduziert. Man könne schon jetzt erkennen, dass ein richtig schöner Sandstein nach dem Reinigungsverfahren zum Vorschein komme, so Edelmann.
Zwei bis drei Wochen haben die Spezialisten aus Freiberg für die Arbeiten im Kulturkeller veranschlagt, die vom Bönnigheimer Verein „Kulturfenster“ beauftragt wurden. „Eine mehr als sinnvolle Investition für den Keller“, sagt Kulturfenstermitglied Wolfgang Schickner, der bereits vor drei Jahren einen Zuschuss für die Kellersanierung bei der Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und Soziokulturellen Zentren in Baden-Württemberg (LAKS) gestellt hat, und der auch bewilligt worden war. Es habe gelegentlich Kritik gegeben, es würde im Keller nach Schimmel riechen. Rund 25 000 Euro hat der Bönnigheimer Kulturverein für die Sanierung eingeplant, wie Vereinsschatzmeister Thilo Pfeil sagt, und er betont, dass es ein „Riesenaufwand“ gewesen sei, den Burgplatzkeller leerzuräumen. Trotz Kontaktbeschränkungen durch die Coronakrise hätten insgesamt rund zehn Vereinsmitglieder in mehr als 30 Stunden das Vereinsinventar aus dem Veranstaltungsräum in die weitverzweigten Kellergänge unter dem Burgplatz ausgelagert. Dabei wurde auch gesichtet, so Pfeil, und letztendlich etwa 900 Kilogramm Materialien entsorgt. Beim Abtransport der Bühnen und der Technik erhielten die ehrenamtlichen Kulturmacher Unterstützung vom städtischen Bauhof.
Nach Abschluss des Sandstrahlarbeiten wird der gesamte Burgplatzkeller desinfiziert, erklärt Schickner, und „dann warten viel Arbeit beim Putzen“, sagt Ute Pfeil, die dem Programmausschuss des Kulturfensters angehört, und die hofft, dass die Corona-Einschränkungen soweit zurückgefahren werden, so dass möglicherweise eine Kabarettveranstaltung mit der Gruppe „Backblech“ Ende Oktober möglich wird.