Historische Fahrzeuge werden am Sonntag, 25. August, auf dem Bönnigheimer Schlosshof zu sehen sein, umrahmt von Mitgliedern der Historischen Gesellschaft in stilvollen Kostümen vergangener Zeiten. Der Fototermin auf dem Schlosshof ist der letzte Treffpunkt der Oldtimer-Rallye „Salamander-Klassik“, die der Motorsportclub MSC Ludwigsburg veranstaltet. Um das Schloss herum werden die Klassiker parken und die Fahrer und Beifahrer haben am Schloss verschiedene Aufgaben zu meistern, die für das zuschauende Publikum interessant gestaltet wurden, kündigt der Bönnigheimer Peter Hilcher an, der den Verein seit vier Jahren als Vorsitzender führt.

Ein Lurchi fährt mit

95 Jahre wird der MSC in diesem Jahr alt, das ist der Anlass für die  „Salamander-Klassik“, die an diesem Wochenende erstmals stattfindet. Weil der Verein starke Bezüge nach Kornwestheim hat, schrieb Hilcher die heutige Salamander-Firmenzentrale an. Lange hörte er nichts, doch dann bekam er doch Antwort von der Geschäftsführung. Das Ergebnis: Der MSC durfte den Namen verwenden und bekommt auch einen Lurchi als Kostüm, der eine Rolle bei der Geschicklichkeitsfahrt übernehmen wird. Auch die Preise sind in Form eines Lurchis, das Markenzeichen der Schuhfirma, die im Jahr 1924 ihren Durchbruch hatte und zwei Millionen Paar Schuhe zum Einheitspreis von 12,50 Reichsmark verkaufte.

„Wir hatten einmal über 500 Mitglieder“, blickt Hilcher zurück auf die 70er-Jahre. Es gab kein Internet, nicht so viele Freizeitangebote und der Verein war für viele der Mittelpunkt. Das Clubheim war hinter dem Ratskeller, aber der MSC verlor nach und nach seine Mitglieder bis 2014, als man gerade noch 39 zählte. „Der Verein stand auf der Kippe und die Frage war, liquidieren wir und machen Feierabend?“, so der Bönnigheimer.

Hilcher erklärte sich dann zum Vorstandsposten bereit und setzte vermehrt auf die Jugend. Inzwischen sind es wieder 59 Mitglieder und viele jüngere, auf die der Verein baut und die teilweise schon erfolgreich Rennen fahren.

Dass die Salamander-Klassik den letzten Halt vor der Siegerehrung samt einstündiger Fahrerpause am Bönnigheimer Schloss einlegt, ist kein Zufall. Hilcher lebt seit 16 Jahren direkt am Köllesturm und ist gut vernetzt mit den Freunden der Vinothek und der Historischen Gesellschaft. Aus diesem Grund gibt es auch den besonderen Fototermin am Sonntag ab 13 Uhr im Schlosshof mit den Mitgliedern der Historischen Gesellschaft.

Unter den ADAC-Clubs sei der MSC Ludwigsburg die Nummer 81, sagt Hilcher. Doch man müsse bedenken, dass die ersten Clubs reine Zweiradclubs waren. „Es gibt kaum ältere Clubs als den MSC Ludwigsburg“, unterstreicht der Bönnigheimer Auto-Liebhaber, der in den letzten Wochen viel mit den Vorbereitungen beschäftigt war.

Die Kornwestheimer Oberbürgermeisterin Ursula Keck gibt um 11 Uhr am Marktplatz in Kornwestheim den Startschuss für das Rennen, das in Richtung Zabergäu führt. Ab 13 Uhr werden die ersten Old- und Youngtimer am Schloss erwartet, wo sie etwa bis 16.30 Uhr zu sehen sind. „Bisher sind 51 Fahrer gemeldet“, so Hilcher, „doch der Sonntag soll ja schön werden“. Dann dürften sich erfahrungsgemäß weitere Oldtimer-Besitzer zur Teilnahme entschließen, die sonst nur ungern Regenwasser an ihr Fahrzeug lassen.

Im Gründungsjahr wurde ein gemischter Staffellauf veranstaltet


Der Motorsportclub MSC Ludwigsburg wurde im Jahr 1924 gegründet. Zu dieser Zeit gab es spektakuläre Wettbewerbe. Einen davon veranstaltete der damals 44-köpfige Verein gleich im ersten Jahr als „gemischten Staffellauf“ mit 300 Teilnehmern und Geschicklichkeitsprüfungen:  Startläufer des RSV, des VfB und des Männerturnvereins Ludwigsburg übergaben an Radfahrer aus Ossweil, wo dann Motorräder mit zwei Personen starteten. Läufer vom TV Poppenweiler übernahmen und es folgten ab dort Paddelboote und Schwimmer aus Marbach und Ludwigsburg flussabwärts bis nach Neckarweihingen. Von dort aus rasten Motorräder mit Seitenwagen zum Favorite-Park, wo es in Autos nach Benningen weiterging. Mit Pferden führte das Rennen weiter nach Marbach und mit Motorrädern zurück an den Favorite-Park. Auf Fahrrädern erreichten die Teilnehmer das Ziel am Ludwigsburger Rathaus.
Vereinsfotos von damals und den Streckenverlauf hat Vorsitzender Peter Hilscher ausfindig gemacht. „Es gab damals prominente Mitglieder im Verein“, erklärt der 61-Jährige. Einer davon war Hermann Behr, der Gründer des Beru-Zündkerzenwerks, und auch erfolgreiche Rennfahrer des legendären Solitude-Rennens. dee