Pferdesport Reiterjugend misst sich im Schlossfeld

Ein Reiterin überquert ein Hindernis beim Jugendreitturnier auf dem Bönnigheimer Schlossfeld.
Ein Reiterin überquert ein Hindernis beim Jugendreitturnier auf dem Bönnigheimer Schlossfeld. © Foto: Uwe Deecke
Bönnigheim / Uwe Deecke 16.04.2018

Das jährliche Jugendturnier des Reit- und Fahrvereins Bönnigheim zog am Wochenende wieder viele Teilnehmerinnen aufs Schlossfeld. Reiterinnen aus Bönnigheim, Lauffen, Heilbronn, Karlsruhe, Böblingen und auch Calw maßen sich im Wettbewerb.

 Den weitesten Weg hatte Oliver Czerny aus Calw hinter sich gebracht. Tochter Senta war hier mit ihrer Stute Amira, nachdem sie im letzten Jahr zum ersten Mal in Bönnigheim gestartet war und auf Platz 6 gelandet war. „Wir sehen das immer auch als Ausflug“, sagte Vater und Sponsor Oliver Czerny, der gerade das Pferd auf dem Parkplatz versorgte, während Tochter Senta sich auf den Start vorbereitete.

Dressur früh am Morgen

Die Czernys mögen die Anlage in Bönnigheim und haben dafür auch die weite Anfahrt in Kauf genommen. Tochter Senta reitet auch Dressur, doch dafür hätten sie früh aufstehen müssen, so die 16-Jährige. Denn dieser Wettbewerb fand bereits morgens statt, während das Stilspringen erst um 14.15 Uhr begann.

Es war das erste Jugendturnier unter der neuen Vorstandschaft des Reit- und Fahrvereins, nachdem der alte Vorstand bei der letzten Hauptversammlung geschlossen zurückgetreten war (die BZ berichtete). Claudia Luz aus Bietigheim ist zur zweiten Vorsitzenden gewählt worden und hat ein paar arbeitsreiche Wochen hinter sich. Den sportlichen Teil des Turniers organisierte Kathrin Sartorius, um die Veranstaltung ordentlich über die Bühne gehen zu lassen.

„Wir mussten das Turnier relativ schnell auf die Beine stellen“, sagte  Luz, die den Verein nun führt, nachdem kein erster Vorsitzender gewählt worden war. Überrascht ist sie vom guten Rückhalt im Verein, der sich zusammengerafft habe, nachdem es den Umbruch gab.

Eine Arbeitsgruppe hatte sich um günstige Lösungen für eine neue Reitanlage bei Hofen bemüht und dafür günstige Angebote gefunden. Statt der ursprünglich präsentierten 1,65 Millionen Euro könnte der Verein nun mit der Hälfte an Kosten auskommen und damit sein Überleben sichern. Für 700 000 bis 800 000 Euro wäre es möglich, so Luz, eine Reithalle mit Außenplatz und 20 Pferdeboxen bauen zu lassen.

Mit der Stadt im Gespräch

Sie sei in den letzten Wochen in Gesprächen mit der Stadtverwaltung und auch den Hohenstein Instituten gewesen, machte Luz deutlich. Auch mit dem künftigen Bürgermeister Albrecht Dautel, der gestern gewählt wurde, habe der Vorstand schon bei einer Wahlveranstaltung in Hohenstein ein positives Gespräch geführt, sagte die 58-jährige Bietigheimerin. Keine Probleme gab es, für das schon im Herbst gemeldete Turnier Helfer zu finden. Über 30 Männer und Frauen halfen beim sportlichen Teil während der Veranstaltung, nochmal so viele beim wirtschaftlichen Teil wie der Bewirtung im Reiterstüble. Auch die Sponsoren waren wieder mit im Boot.

Pokale für die Sieger

Den Siegerinnen in den einzelnen Kategorien winkten Pokale, und es gab Tageskarten für Tripsdrill oder Reiterbedarf von Fachgeschäften der Umgebung. Zum ersten Mal habe man über Mittag ein Ponyreiten in der Halle veranstaltet und dafür auch im Schlossfeld geworben. Familien kamen und setzten den Nachwuchs aufs Pony – eine gute Mitgliederwerbung, wie Claudia Luz sagte. Ob es das bereits terminierte Turnier im Herbst geben wird, sei noch nicht sicher. „Das muss man sehen“, sagte die Bietigheimerin. Uwe Deecke

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