Bönnigheim Region will P+R-Parkplätze für 20 Jahre pachten

Die Region Verband Stuttgart hat Interesse an den Park-and-Ride-Parkplätzen am Kirchheimer Bahnhof.
Die Region Verband Stuttgart hat Interesse an den Park-and-Ride-Parkplätzen am Kirchheimer Bahnhof. © Foto: Martin Kalb
Kirchheim / Von Uwe Deecke 01.02.2019

Der Verband Region Stuttgart will die bestehenden 170 P+R-Parkplätze in Kirchheim für 20 Jahre pachten. Hintergrund ist, dass es im VVS-Gebiet möglich sein wird, kostenlos auf den P+R-Plätzen zu parken, wenn man ein Ticket besitzt.

Aus diesem Grund machte die Region der Kommune ein Angebot, das im Gemeinderat auch kritisch gesehen wird. Der Verband will die 170 Stellplätze auf die Dauer von 20 Jahren zu einem Preis von 180 Euro pro Stellplatz und Jahr pachten. Er erhofft sich dadurch eine Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs. Ziel sei es, die bestehenden P+R-Anlagen dauerhaft zu sichern, zusätzliche Stellplätze zu schaffen und die Auslastung durch ein Informations- und Verkehrsmanagementsystem per App zu steuern. Kritisch zu betrachten sei, dass durch den Wegfall der Dauerparkplätze ein „Suchverkehr“  entstehen könnte, der auch rund um den Bahnhof mehr Verkehr bedeuten würde, argumentiert die Kirchheimer Gmeindeverwaltung. Möglich sei eine solche VVS-Anlage nur, wenn ein Parkleitsystem frühzeitig über belegte Parkplätze informiere und so die Autos aus dem Ort halten. Auch sollen die Parkplätze an der Gemeindehalle in das System aufgenommen werden, wo dann sofort erkennbar ist, wo man noch parken kann.

Auch für das Cronimet-Areal, wo die Kommune eine Teilfläche erwerben will, kämen zusätzliche Parkplätze in Betracht. Diese Fläche würde die Gemeinde erwerben und ebenso verpachten. Aber das Cronimet-Gelände mit zusätzlichen Parkplätzen auszustatten, könnte auch Gefahren bergen. „Wo man mehr Parkplätze hat, zieht man mehr Verkehr an“, weiß der Rathauschef.

„Wir sehen das Pendeln grundsätzlich positiv“, so Bürgermeister Uwe Seibold auf Anfrage der BZ, „aber wir müssen sehen, wie sich das kostenlose Parken in der Praxis bewährt“. Daher möchte die Gemeinde zunächst zwei Jahre auf Probe das Angebot annehmen, um nicht langfristig gebunden zu sein. Ein Kontingent von 30 Plätzen will die Gemeinde auch für Dauerplätze behalten. Zwingend notwendig sei das Parkleitsystem, so Seibold, um keinen unnötigen Verkehr zu schaffen. Kirchheim habe aufgrund der Erhebungen 1400 Pendler pro Tag, von denen 700 individuell kommen, also nicht mit dem ÖPNV. Schätzungen zufolge gibt es so rund 400 auswärtige Autos, die um den Bahnhof herum parken. Gut bewährt habe sich dabei die Parkzeitbegrenzung in den benachbarten Straßen seit sie eingeführt wurde, erklärt Seibold.

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