Die Weinberge im Hohensteiner Gewann „Schloßberg“ werden neu strukturiert. Auf einer Fläche von insgesamt 7,9 Hektar mit 93 Flurstücken und 32 Teilnehmern wird für den Rebhang bis 2026 ein Rebflurbereinigungsverfahren umgesetzt. „Durch die Neugestaltung des Rebhangs soll die Weinbaulandschaft erhalten und damit eine nachhaltige Sicherung der Rebnutzung erreicht werden“, heißt es auf BZ-Anfrage in einer Mitteilung des Landratsamts Ludwigsburg zu dem Flurbereinigungsverfahren.

Verbesserte Bewirtschaftung

Erste Überlegungen zur Umgestaltung des Schloßbergs in Hohenstein kamen laut Landratsamt von einer Gruppe Wengerter, die in dem ländlichen Entwicklungskonzept „ILEK-Neckarschleifen“ aufgegriffen wurden. Das Flurbereinigungsverfahren wurde schließlich im Juli 2018 angeordnet. Inzwischen wurde von der Stadt Bönnigheim förmlich verfügt, dass „die entzogenen Flächen der Teilnehmergemeinschaft für die Maßnahmen der Flurbereinigung zur Nutzung zugewiesen werden“. Zu den geplanten Maßnahmen der Flurneuordnung gehört eine Bodenordnung mit Neuregelung der Eigentumsverhältnisse und falls möglich eine Zusammenlegung von Rebflächen. Ferner soll die Zufahrt durch Verlegung, Modernisierung und Neubau von Wegen verbessert werden.

Ein weiteres Ziel ist eine Rebumstellung auf rund vier Hektar. Geplant sind auch Geländeanpassungen, wie etwa der Abtrag von Geländekuppen und die Auffüllung von Geländesenken, um die Arbeiten in den Weinbergen zu optimieren. „Damit soll eine bessere und durchgängigere Bewirtschaftung der Rebflächen, eine Minimierung der Querneigung innerhalb der Rebzeilen und eine Anbindung an das Wegenetz, erreicht werden“, erklärt das Landratsamt. Im Zuge der Neumodelierung soll die Entwässerung des Geländes verbessert werden, „zur Schaffung geordneter wasserwirtschaftlicher Verhältnisse“, wie es im Behördendeutsch heißt.

Trockenmauer werden saniert

Der große Trockenmauerkomplexes an der Hohensteiner Hanglage soll unter anderem durch eine Sanierung der Trockenmauern aufgewertet und die Bewirtschaftung durch die Installation einer Tröpfchenbewässerungsanlage inklusive einer Brunnenbohrung erleichtert werden.

Die Gesamtkosten der geplanten Maßnahmen liegen nach Angaben des Landratsamtes derzeit bei rund 700 000 Euro. Finanziert wird die Flurbereinigung zu 65 Prozent mit Mitteln des Bundes und des Landes Baden-Württemberg. Hinzu kommt ein Zuschlag von insgesamt 20 Prozent für die Umsetzung von Projektideen des ILEK-Entwicklungsprojekts und für zusätzliche ökologische Maßnahmen.

Insgesamt wird mit einer 85-prozentigen Bezuschussung gerechnet, was rund 600 000 Euro entspricht, so das Landratsamt. Zusätzlich beteiligt sich auch die Stadt Bönnigheim am Verfahren, um die Kosten für die Teilnehmer zu senken.

Verfahren dauert rund acht Jahre


Die Flurneuordnung ist ein wichtiges Instrument für die nachhaltige Strukturentwicklung des Ländlichen Raums. Ökonomie und Ökologie sind die Grundpfeiler bei der Neuausrichtung der Flurneuordnung. Mit dem Erhalt der Kulturlandschaften leistet die Flurneuordnung einen Beitrag zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen.

Zeitlicher Ablauf des Verfahrens „Schloßberg“ in Bönnigheim-Hohenstein:
Juli 2018: Anordnung des Flurbereinigungsverfahrens
Oktober 2018: Wahl des Vorstands
November 2018 bis Juli 2019: Konkretisierung der Planungsideen gemeinsam mit dem Vorstand, Aufstellung des Wege- und Gewässerplans, Abstimmung mit den Behörden.
Mai 2019 bis September 2019: Wertermittlung (vor der Planie).
November 2019. Ausschreibung der Baumaßnahmen.
Seit Januar 2020: Rodung der Rebflächen.
Ab Ende März 2020: geplanter Beginn der Baumaßnahmen.
April/Mai 2021:Wiederbepflanzung der Rebflächen.
2024: Aufstellung Flurbereinigungsplan.
2026: Abschluss des Verfahrens. tap