Bönnigheim Reben wachsen mit den Kindern

Mit Eifer waren die Väter bei der Sache, um für ihren Nachwuchs eine Kinderrebe zu pflanzen. Zum sechsten Mal finanziert und organisiert die Bönnigheimer Stadtverwaltung diese Aktion.
Mit Eifer waren die Väter bei der Sache, um für ihren Nachwuchs eine Kinderrebe zu pflanzen. Zum sechsten Mal finanziert und organisiert die Bönnigheimer Stadtverwaltung diese Aktion. © Foto: Richard Dannenmann
Bönnigheim / SUSANNE YVETTE WALTER 30.09.2015
Noch sind sie klein, sowohl die Kinder als auch die Reben, die am Montag liebevoll von Eltern auf einer städtischen Rebfläche im "Schlossfeld" gepflanzt wurden. Die Gemeinde schenkt jedem Neugeborenen eine Rebe.

Die Entscheidung liegt bei den Eltern, denn diese können den von der Stadt geschenkten Rebstock mit nach Hause nehmen, um ihn dort zu pflanzen oder im "Kinderweinberg" auf dem städtischen Gelände am Wohngebiet "Schlossfeld". Bürgermeister Kornelius Bamberger freute sich bei der Pflanzaktion am Montag, den Bönnigheimer Familien eine Gelegenheit bieten zu können, sich besser kennen zu lernen.

70 Einladungen hatte die Gemeinde verschickt. 42 Familien haben sie begeistert angenommen. "Die Stadt hat Nachwuchs bekommen. Wir freuen uns, dass unsere Idee, jedem Kind eine Rebe mit auf den Lebensweg zu geben, auf so viel positive Resonanz stößt", betonte Bamberger.

Verbunden mit diesem Ritual ist der Wunsch, dass die Kinder im Leben ebenso starke Wurzeln entwickeln, die ihnen Halt geben, wie die Reben. 26 Eltern nahmen dieses Mal die Weinstöcke mit nach Hause, um ihnen im Garten ein schönes Plätzchen zu geben. 16 Eltern entschlossen sich dazu, die Rebe ihres Kindes auf dem von der Gemeinde angelegten Weinberg anzupflanzen. Hier wird jeder Weinstock mit dem dazugehörigen Namen des jeweiligen Kindes versehen. "Mein Sohn Roni ist jetzt sieben Jahre alt und freut sich immer wieder über einen Besuch bei seiner Rebe. Jetzt kommt er besonders gern zum Trauben naschen", lacht Cigdem Yeter. Sie nahm den nicht ganz leichten Kampf mit dem harten Boden bereits zum zweiten Mal auf sich, denn schließlich will sie Töchterchen Helin, 15 Monate, diesen Spaß nicht vorenthalten. "Ein schöner Brauch", findet auch Jutta Wienicke. Für den kleinen Samuel greift sein Vater Harald Zeck gern zum Spaten, allerdings im eigenen Garten, denn dort will er einen geeigneten Platz für den Weinstock suchen.

Dass Bönnigheim ein guter Boden für den Weinbau und die Kindererziehung ist, zeigt sich daran, dass die erste Rebfläche bereits belegt ist und im vergangenen Jahr in der Nähe eine zweite angelegt wurde. Gepflegt werden die beiden Rebflächen von den Mitarbeitern des städtischen Bauhofs.

Bürgermeister Bamberger nutzte die Gelegenheit, um über die Infrastruktur im Ort, die den Besuch sämtlicher Schularten ermöglicht, zu informieren. Nicht nur den Neugeborenen soll Bönnigheim eine gute Heimat sein, sondern auch den 90 Flüchtlingen, die bisher in Bönnigheim angekommen sind. Bürgermeister Bamberger drückte bei der Pflanzaktion den Wunsch aus, dass auch die Bevölkerung ihnen die Hand reicht.

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