Schwerpunkt Schulbeginn Realschule wächst kräftig

Die Schulen im Bönnigheimer Schulzentrum brauchen mehr Platz.
Birgit Riecker 08.09.2018

Die drei Bönnigheimer Schulleiter Uwe Schäfer (Ganerbenschule), Mirko Samietz (Sophie-La-Roche-Realschule) und Achim Salomon (Alfred Amann-Gymnasium) geben Entwarnung bei der Lehrerversorgung: Der Pflichtunterricht ist gewährleistet. „Dafür ist das Schulamt zuständig“, betont Uwe Schäfer. „Trotz Lehrermangelzeit haben wir genügend Lehrerwochenstunden zugeteilt bekommen, um den Pflichtunterricht gut abdecken zu können.“ Das gilt natürlich für den jeweiligen Tag.

54 Grundschüler

Was bei Krankheitsfällen passiert, weiß auch der Schulleiter nicht im Voraus. An der Ganerbenschule werden voraussichtlich 54 ABC-Schützen ihre Schullaufbahn beginnen. Das heißt, dass es in diesem Schuljahr zwei erste Klassen geben wird. „Der Klassenteiler liegt bei 28“, sagt Uwe Schäfer. Da kann sich also im Lauf des Jahres noch etwas verändern. Kommen drei Schüler dazu, wären dann ja eigentlich drei Klassen zu bilden. Aber wie das Schulamt in so einem Fall darauf reagieren kann, wird man abwarten müssen.

„Momentan gehen wir von 288 Schülern für das kommende Schuljahr aus“, sagt Uwe Schäfer. Neben den ansonsten dreizügigen Grundschulklassen ist es noch die neunte Klasse der Werkrealschule. „Ab dem übernächsten Jahr werden wir eine reine Grundschule sein. Die Werkrealschule wird abgewickelt“, erklärt Uwe Schäfer. Denn die Vorgaben sind klar: Kommen zweimal hintereinander keine 16 Anmeldungen für die Werkrealschule zustande, ist es vorbei mit dieser Schulart. Wohin gehen dann die Kinder? „Die meisten zieht es in die Realschule. Sie wollen im Ort bleiben“, so erfahren es die Schulleiter. Manche Kinder gehen auch an die umliegenden Gesamtschulen.

„Ja, wir haben jetzt mehr Schüler“, sagt Mirko Samietz. Das käme zum einen von der Werkrealschule. „Doch das ist eher der kleinere Teil“, räumt er ein. Viel stärker merke die Realschule den Zustrom aus den Klassen sechs bis neun des Gymnasiums. „Da haben manche Eltern nicht die günstigste Schulwahl getroffen“, meint er kritisch. Die Folge sind Schüler, die wegen ihrer schlechten Noten demotiviert sind. „Und wir sind da in einer Sandwich-Position“, so Samietz.

Noch reicht der Platz

Jedenfalls steigt die Zahl der Realschüler von 580 auf 616, die Zahl der Klassen wächst um zwei auf 25. „Für genügend Platz ist gesorgt“, beruhigt er. Sowohl die Ganerbenschule als auch das Alfred Amann-Gymnasium helfen aus. „Mit der Lehrerversorgung kann ich zufrieden sein“, sagt Samietz weiter. „100 Prozent gibt es nicht, aber wir liegen in einem gut versorgten Bereich.“ Bei den Arbeitsgemeinschaften sei die Schule auf externe Partner angewiesen, doch die Zusammenarbeit mit den Vereinen klappe hervorragend.

Im Alfred Amann-Gymnasium rechnet Schulleiter Achim Salomon mit 543 Schülern. Im letzten Jahr waren es 552. In der Lehrerschaft habe ein Umbruch begonnen, fünf neue Lehrer kämen für die altershalber ausgeschiedenen und eine weggegangene Lehrerin nach. „Da erwarte ich zum einen Kontinuität und zum anderen frisches Blut, das ist eine gute Mischung“, meint er.

Den Weggang von Konrektor Michael Kugel, der Schulleiter am Zabergäu-Gymnasium in Brackenheim wurde, wird die Schule überbrücken müssen. „Wir rechnen mit der Neubesetzung voraussichtlich im Juni kommenden Jahres“, sagt Achim Salomon. Mit 82 Anmeldungen für die neuen Fünfer ist er zufrieden. „Wir bleiben durchgängig dreizügig“, stellt er fest. Und damit bleibe auch die Raumsituation stabil. Das mit der Abiturreform neu eingeführte Schwerpunktfach rund um Informatik und Naturwissenschaften wird es vorläufig noch nicht geben. Dafür fehlt der Schule noch der erforderliche zweite Informatiklehrer.

Neue Räumlichkeiten notwendig

Die Ganerbenschule bietet die verlässliche Grundschule und sie bietet die Ganztagsbetreuung an drei Tagen. Der Babyboom, neue Baugebiete – Schlossfeld oder Amann-Gelände – lassen Schulleiter Uwe Schäfer auf eine längerfristig anhaltende Dreizügigkeit hoffen. Für die Realschule bedeutet der vor zwei Jahren erfolgte Einstieg der Ganerbenschule in die Ganztagsschule, dass möglicherweise in zwei Jahren der Ganztagsbetrieb auch hier eingeführt wird und damit Räume benötigt werden. „Wir wissen, dass die Schulen derzeit schon improvisieren und Wanderklassen bilden müssen“, sagt Klaus Walz, der in der Stadtverwaltung und damit beim Schulträger für den Bereich „Bildung“ verantwortlich zeichnet. „Wir lagern die Stadtbücherei aus und untersuchen bereits, ob wir auf diesem Bau II noch ein Stockwerk draufpacken können.“ Dem Gemeinderat sei klar, dass „ziemlich zeitnah“ neue Räumlichkeiten geschaffen werden müssten. ri