Königsträßle Radweg: Planungen sind eingestellt

Ein durchgängiger Radweg von Freudental nach Bietigheim scheiterte an der mangelnden Bereitschaft Grundstücke zu verkaufen.
Ein durchgängiger Radweg von Freudental nach Bietigheim scheiterte an der mangelnden Bereitschaft Grundstücke zu verkaufen. © Foto: Helmut Pangerl
Freudental / Uwe Deecke 23.08.2018

Im Jahr 2016 wurde zuletzt der Versuch unternommen, einen durchgängigen Radweg von Freudental nach Bietigheim möglich zu machen. Mehrere Varianten standen im Gespräch. Inzwischen wurden die Planungen eingestellt.

Dass sich in der Sache nichts bewegt, wundert auch manchen Leser der BZ. Hans-Dieter Stierl aus Sachsenheim etwa fragt, was aus dem Vorhaben zum durchgehenden Radweg geworden ist. Vor zwei Jahren hatten sich die beiden Bürgermeister Alexander Fleig aus Freudental und Robert Feil aus Löchgau mit einem gemeinsamen Schreiben an Landrat Dr. Rainer Haas gewandt und darum gebeten, das Projekt konstruktiv weiterzuverfolgen und die Variante entlang des Königsträßles zu prüfen.

Die frühere Variante scheiterte damals an den Grundstücksverkäufen der Bauern. Sie hätte auch eine nicht ungefährliche Querung der Straße am Segelflugplatz bedeutet und dann auf der nördlichen Seite umständlich den Radweg weiter Richtung Bietigheim geführt. Die gerade Variante, nämlich schnurstracks entlang am Königsträßle, war vom Fachbereich Forsten im Landratsamt wegen des Eingriffs in den Wald nicht befürwortet worden. Hier hätte am südlichen Bereich der Straße ein Streifen Wald von rund 1,5 Metern weichen müssen, um den Weg sicher anzulegen.

Realistische Variante

Da es sich nun aber gezeigt habe, dass dies wohl die einzige zu realisierende Variante sei, sollte sie auch in Erwägung gezogen werden, vor allem weil die Vorteile für den Radfahrerverkehr sowohl aus touristischer Sicht aber auch für tägliche Pendler überwiegen, erklärte Alexander Fleig damals. Landrat Dr. Haas teilte den Bürgermeistern dann vor zwei Jahren mit, dass gemeinsam mit dem Fachbereich Forsten in die Prüfung eingetreten wurde. Es wurde zugesichert, dass das Projekt weiter verfolgt wird, solange eine Verwirklichung möglich ist.

Zum Stand der aktuellen Planungen teilt das Landratsamt nun auf Anfrage der BZ mit, dass keine weiteren Anstrengungen unternommen würden, den Radweg zu bauen. „Der Radweg entlang der K 1633 kann vorerst nicht realisiert werden, da für keine der möglichen Varianten der notwendige Grunderwerb erreicht werden konnte“, erklärt Pressereferent Andreas Fritz. Der Radfahrer könne dessen ungeachtet aber vorhandene Feldwege oder Waldwege nutzen, die etwas länger sind. Tatsächlich hätten für keine der geplanten Strecken die Grundstücke in Gänze erworben werden können, sodass ein Radwegebau nicht in Frage komme. Die Kaufverhandlungen, die der frühere Löchgauer Bürgermeister Werner Möhrer für die Behörde geführt hatte, seien daher nach fast zweijähriger Laufzeit eingestellt worden, da bei entscheidenden Grundstücken keine Verkaufsbereitschaft vorhanden war.

„Es ist bedauerlich, dass der Grundstückserwerb nicht gelungen ist“, erklärt Löchgaus Bürgermeister Robert Feil, der in der Sache noch nicht aufgeben will. „Wir hätten eine alternative Route, die der Landkreis anders bewertet als wir“. Damit gemeint ist die gerade Fortführung an der Kreisstraße, gegen die der Fachbereich Forsten ist und die nicht weiter untersucht wurde. Dort würde der Radweg dann weiter in Richtung Weißenhof und dann nach Bietigheim führen. Für sie müsste bis zum Waldrand auch kein Grunderwerb getätigt werden, und die besehenden Feldwege könnten dafür einfach weiter nach Norden versetzt werden, so Robert Feil.

Ausgleichsflächen dafür wurden bereits gefunden, so dass zumindest in diesem Punkt eine Hürde beseitigt wäre. Er hofft ebenso wie Freudentals Bürgermeister Alexander Fleig, dass die Planungen und Gespräche fortgeführt werden.

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