Veit Deister hat in diesen Tagen alle Hände voll zu tun. Zwischen 25 000 und 30 000 Blumen pflanzen der Gärtner-Azubi und seine sieben Kollegen gerade in der weitläufigen Anlage von Tripsdrill. Vergissmeinnicht, Stiefmütterchen, Narzissen und Gänseblümchen sollen die Besucher erfreuen, wenn der Vergnügungspark am Samstag, 8. April, seine Tore eröffnet und die neue Saison beginnt.

Schon seit Monaten laufen die Vorbereitungen, sagt Helmut Fischer, einer der Geschäftsführer des Vergnügungsparks. Denn „nach der Saison ist vor der Saison“.  Rund 25 000 Schreiben hat der Vergnügungspark verschickt, um Vereine, Betriebe und Busunternehmen auf alte und neue Attraktionen in Tripsdrill aufmerksam zu machen. Fischer hofft, dass auch in diesem Jahr um die 730 000 Besucher den Park unter dem Michaelsberg besuchen.

Investitionen in Infrastruktur

Was den Besuchern kaum auffallen dürfte: Tripsdrill hat in die Infrastruktur investiert und neue Wasser- und Luftleitungen gebaut sowie Tagungs- und Übernachtungsräume mit Glasfaser angeschlossen. Die 14 Mechaniker des Unternehmens haben die Karacho-Achterbahn ebenso unter die Lupe genommen wie die Holzachterbahn „Mammut“ oder die überdimensionalen Waschzuber, die noch ruhig im künstlichen See liegen. Vom Startpunkt, einem aus dem Jahr 1808 nachempfunden Waschhaus geht es mit den Zubern für die Besucher bald wieder hinab ins Rafting-Abenteuer. Zum Teil habe der TÜV die Fahrgeräte auch schon wieder abgenommen, sagt Helmut Fischer.

Fahrgäste sind Puppen

Die Karacho-Achterbahn, die in 1,6 Sekunden von Null auf Hundert beschleunigt, läuft im Rücken von Veit Deister als der Gärtner seine Pflanzen ins Beet setzt. Tripsdrill-Mitarbeiter erproben die Technik, „damit es nach der Eröffnung keine Verzögerungen gibt“, sagt Helmut Fischer.

 Auf der Rückbank der vier nostalgisch gestalteten Fahrgeräte, von denen zwei in diesem Jahr generalüberholt wurden, drängen sich vier Gestalten in Weiß. Es sind mit Wasser gefüllte Puppen, mit denen eine echte Fahrt und die Reaktion von Bahn und Fahrgeräten getestet wird.

Jahr für Jahr sind Helmut Fischer und seine Brüder Roland und Dieter, die das Unternehmen gemeinsam führen, um neue Attraktionen bemüht. Im Jahr 1996, als  die Fischers Tripsdrill von ihrem Vater übernahmen, entstand das Waschzuber-Rafting. Im Sommer 2016 wurde der „Heiße Ofen“ neben der Achterbahn eingeweiht. Auf nostalgischen Motorrädern können die Fahrer sich seitdem dem Gefühl einer Steilkurve hingeben.

Aktives Fahr- und Flugerlebnis verspricht die neue Attraktion „Höhenflug“. Die Idee zu diesem Fluggerät liefert der „Schneider von Ulm“, der mit seinem Fluggerät bekanntlich in die Donau gestürzt ist. Auf dem „Höhenflug“, der 20 Meter in die Luft geht, können die Besucher mit eigenen Bewegungen die Flügel steuern und sich dabei überschlagen. Ehrgeizige Piloten können  darum kämpfen, wer die meisten Überschläge schafft. Noch ist der „Höhenflug“ eine Baustelle, bis Pfingsten soll aber auch dieses Gerät fertig sein.

Info Der Vergnügungspark Tripsdrill unterhalb des Michaelsbergs öffnet am Samstag, 8. April, 9 Uhr. Auf einer Fläche von 77 Hektar gibt es rund 100 Attraktionen zu sehen und zu erleben. Die Tageskarte kostet 26 Euro für Kinder bis zwölf  und Senioren ab 60 Jahre und 31 Euro für Erwachsene.