Bönnigheim Pro und Kontra Ganerbenbrunnen

Ein Stunde informierte Bürgermeister Kornelius Bamberger (li.) über die Planungen zur Innenstadt-Sanierung. Rund 100 Bönnigheimer diskutierten über den Baumbestands, die Anzahl der Parkplätze und den Ganerbenbrunnen.
Ein Stunde informierte Bürgermeister Kornelius Bamberger (li.) über die Planungen zur Innenstadt-Sanierung. Rund 100 Bönnigheimer diskutierten über den Baumbestands, die Anzahl der Parkplätze und den Ganerbenbrunnen. © Foto: Martin Kalb
RUDOLF WESNER 26.09.2014
Der historische Stadtkern soll neugestaltet werden. Nachdem der Gemeinderat zwei von vier Entwürfen zur weiteren Beratung angenommen hat, konnten die Bönnigheimer in einer Infoveranstaltung ihre Meinung dazu äußern.

Knapp 100 Besucher nahmen am Mittwochabend an der Veranstaltung teil, zu der die Stadtverwaltung eingeladen hatte. Bönnigheims Bürgermeister Kornelius Bamberger betonte in seiner Begrüßung, es sei "gute Tradition in der Ganerbenstadt" bei bedeutenden Themen die Bürgerschaft einzubeziehen. Zum weiteren Vorgehen erklärte er, gegenwärtig könne er noch nicht sagen, wann mit den Arbeiten begonnen werde, denn der Gemeinderat müsse noch weitere Beschlüsse fassen und die auszuschreibenden Arbeiten vergeben.

Auf jeden Fall werde man Straßenzug für Straßenzug, keineswegs alles auf einmal, bearbeiten und er versprach, die Anwohner über die Bauverläufe jederzeit zu informieren. Bamberger forderte die Besucher dazu auf, nach dem Vortrag durch Rupert Neulinger vom Planungsbüro Zoll in Stuttgart zu erklären, welche der beiden vom Gemeinderat am 19. März empfohlenen Varianten sie bevorzugen würden.

Die Planvarianten A und B für die Neugestaltung des Bereichs Hauptstraße, Kirchstraße, Michaelsbergstraße und Marktplatz, die an Stellwänden ausgehängt waren, erläuterte Neulinger detailliert. Grundsätzlich gehe es um die Neugestaltung des schadhaften Pflasterbelags im Stadtzentrum. Die Variante B sieht vor, dass der historische Stadtgrundriss im Bereich Marktplatz sichtbar gemacht wird. Der Ganerbenbrunnen bleibt an seinem jetzigen Standort erhalten. Die Realisierung eines Schattenwurfs des ehemaligen Rathauses erscheine in dieser Variante nicht mehr sinnvoll. Multifunktional solle der Marktplatz nutzbar sein. Zwei Baumstandorte müssten dafür jedoch entfallen.

Zur Variante A führte Rupert Neulinger aus, sie unterscheide sich von B durch eine dezent abgesetzte Farbigkeit des Belags und durch die Verlegeart, die auch einen Schattenwurf des ehemaligen Rathauses nachzeichne. Der Ganerbenbrunnen müsste allerdings zugunsten einer mit Wasserfontänen ausgestatteten Fläche weichen. Die Fontänen könnten abgeschaltet werden, so dass auch diese Fläche wie der übrige Platz begehbar sei. In den Straßen würden einzelne Bäume entfernt werden, und auch die Zahl der ausgewiesenen Parkplätze würde sich im gesamten Baubereich von 50 auf 43 reduzieren. Dafür stünden zahlreiche neue Parkplätze auf dem Amann-Areal zur Verfügung.

An die knapp einstündigen Ausführungen des Bürgermeisters und des Stadtplaners sowie auch des Leiters des Verbandsbauamtes, Peter Knoll, schloss sich eine etwa halbstündige, sachlich geführte Aussprache an, während der zirka 15 Bönnigheimer ihre Ansichten darlegten. Dabei äußerten die meisten ihre Besorgnisse hinsichtlich der etwas verringerten Zahl an Parkplätzen. Dies könnte sich nachteilig sowohl für die im Stadtzentrum bestehenden Geschäfte auswirken, aber ebenso auch für die dort wohnenden Bürger, die jetzt schon häufig Probleme hätten, in ihre Garagen einfahren zu können, weil Autobesitzer ihre Fahrzeuge vor den Zufahrten abstellten.

Auch der Baumbestand wurde diskutiert, allerdings überwog die Meinung, dass eigentlich zu viele und zu große Bäume im Zentrum stünden. Es wurde darauf hingewiesen, dass es in allen historischen Stadtgebieten von jeher keine Bäume gebe.

Bemerkenswert war, dass der Standort des Ganerbenbrunnens keine heftigen Kontroversen in der Diskussion auslöste. In der Frage, ob er am bisherigen Platz bleiben solle, oder ob er an eine andere Stelle in der Stadt gehöre, weil er beispielsweise aus dem hier unüblichen Buntsandstein gestaltet worden sei, standen sich Pro- und Kontrameinungen etwa in gleicher Zahl gegenüber.

Sämtliche Pläne werden vom 26. September bis 17. Oktober im Foyer des Bönnigheimer Rathauses ausgehängt sein. Die Besucher konnten ein Informationsblatt mit den vier Varianten auf den Nachhauseweg mitnehmen. Daran angehängt ist auch ein Fragebogen, in welchem Einwohner ankreuzen können, ob sie die Variante B oder A bevorzugen würden. Im Übrigen versprach Bürgermeister Kornelius Bamberger in seinem Schlusswort, dass die Diskussion mit den Bürgern über dieses bedeutende Vorhaben fortgeführt werde.