Bönnigheim Plakative und provokative Kunst

Die Künstlerin Claudia Grenz zeigt ab Sonntag ihre Arbeiten in der Bönnigheimer Kulturkneipe "Gaswerk".
Die Künstlerin Claudia Grenz zeigt ab Sonntag ihre Arbeiten in der Bönnigheimer Kulturkneipe "Gaswerk". © Foto: Claudia Grenz
Bönnigheim / JÜRGEN KUNZ 11.09.2013
Wo sonst Rockkonzerte stattfinden, gibt die Kunst- und Kulturkneipe "Gaswerk" einer Malerin die Gelegenheit, ab Sonntag, 15. September, ihre Arbeiten zu zeigen. Die Bilder von Claudia Grenz sind plakativ und provokativ.

"Mein Freund spielte mit seiner Band im Gaswerk und dabei kam die Idee auf, meine Bilder dort zu zeigen", sagt die Künstlerin Claudia Grenz, die nach der Vernissage am Sonntag, 15. September, 19 Uhr, für rund drei Monate in der Bönnigheimer Kunst- und Kulturkneipe 15 großformatige Bilder präsentieren wird. Kräftige Farben, rohe Pinselstriche, harsche Kontraste, so kennzeichnet die 37-Jährige ihre Arbeiten.

Die Bönnigheimer Ausstellung hat sie unter das Thema "Made Sick" (krank machen) gestellt, und sie weist damit auch auf ihren künstlerische Motivation hin: Facetten des Lebens, Zeitgeschehen, gesellschaftliche Ereignisse, will sie darstellen. In ihren Bildern verarbeitet und thematisiert sie soziale Missstände sowie die Facetten eines Lebens. Ihr Stil ist bestimmt durch plakative Farbkompositionen und reale Einflüsse. Bizarre Gestalten, maskenhafte Gesichter, übertrieben und provokativ dargestellte Figuren zählen zu immer wiederkehrenden Motiven.

Eine eher ungewöhnliche Vita hat Grenz zum Malen gebracht. 1976 in Thüringen geboren, entdeckt sie früh ihre Liebe zur Kunst, jedoch ging sie nach Abschluss der Schule einen Lebensweg zunächst als Punk und Hausbesetzerin. Nach einer gescheiterten Ehe und als alleinerziehende Mutter zweier Töchter schlug sie sich als Einzelkämpferin durch die Ausbildung zur Erzieherin und landete immer wieder bei einem: der Kunst.

1998 begann Grenz mit Acrylfarbe, Pinsel und Leinwand zu arbeiten - die ersten großen Formate entstanden. Eine kleine Einzelausstellung 2006 bestärkte sie in ihrem Schaffen, der Kunst mehr Zeit in ihrem Leben einzuräumen. 2008 schloss sie sich einer Ateliergemeinschaft im Künstlerhaus "Friedel" in Bad Cannstatt - einer alten Schokoladenfabrik - an, was ihr die Teilnahme an der "Langen Nacht der Museen" und am "Kultur-Menü" in Stuttgart ermöglichte. Ein Jahr später präsentierte Claudia Grenz ihre Werke im "Ackermanns", einer Bar im Stuttgarter Westen. Darauf folgten jährliche Einzelausstellungen wie "derARTig Menschlich" oder "Obscura Transparenz" in unterschiedlichsten Cafés und Bars. 2009 kam der Auszug aus dem Atelier, da das Gebäude abgerissen wurde. Nach längerer Suche fanden sich neue Räumlichkeiten in der Forststraße im Stuttgarter Westen: das erste eigene Atelier.

2011 folgte der Umzug nach Vaihingen mit Atelier im Haus, welches für ihre großformatigen Bilder schnell zu klein wurde. 2012 fanden sich neue Räume im Sudhaus der alten Brauerei in Vaihingen mit Platz für neue große Werke und die Entstehung der Serie "Made Sick".