Freudental Pendlerverkehr in der Diskussion

Zwischen 100 000 und 120 000 Fahrzeuge bewegen sich pro Monat durch Freudental.
Zwischen 100 000 und 120 000 Fahrzeuge bewegen sich pro Monat durch Freudental. © Foto: Martin Kalb
Freiudental / Uwe Deecke 05.10.2018

Monatlich 100 000 bis 120 000 Autos  fahren inzwischen auf der L 1106 durch Freudental, deutlich mehr als noch vor einigen Jahren. Das sorgt dafür, dass zu den Stoßzeiten die Pforzheimer Straße kaum noch zu überqueren ist. Begegnen sich zwei LKW, muss einer anhalten, weil versetzte Parkflächen auf beiden Seiten der Straße existieren. Die Kommune hat das Thema bereits auf Verkehrsschauen angesprochen, allerdings ohne Erfolg. Eine formulierte Forderung aus der Diskussion lautete dann auch, Tempo 30 und ein nächtliches Durchfahrtsverbot für LKW auf der L1106 durchzusetzen.

Das Problem der Landesstraße ist aber nur eines von vielen, die bei einem Informationsabend mit den Freudentaler Bürgern im Rathaus zur Sprache kamen. Ein anderes ist die gerade wegen Brückenarbeiten gesperrte Schlossstraße. Sie ist von Bönnigheim kommend eine beliebte Abkürzung durch den Ort in Richtungen Vaihingen und eigentlich gilt hier „Anlieger frei“.

Abkürzung durch den Ort

Das Schild sei eher „Kokolores“, sagt Bürgermeister Alexander Fleig auf Anfrage der BZ, es werde meist ignoriert und ortsfremde Autos befahren den Bereich dennoch. „Der Wunsch aus der Bevölkerung sind mehr Kontrollen“, erklärt der Rathauschef, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Meinung der Bürger ernst zu nehmen und sie auch an die Ludwigsburger Verkehrsbehörde weiterzugeben. Eine Möglichkeit, die aber viel Aufwand bedeutet: Der Gemeindevollzugsdienst könne kontrollieren und auch anhalten sowie Strafzettel ausstellen.

Beschlossen ist bereits der Umbau des Rathauses samt Vorplatz, und auch hier könnte man den Verkehr deutlich erschweren. Dies, so Fleig, werde aber erst mit dem Beginn der Baumaßnahme am Rathaus angegangen. Auch Einbahnstraßenregelungen könnten hier Verbesserungen bringen, die sich aber wieder auf die Seitenstraßen auswirken würden.

Ein drittes Problemfeld ist die Heilbronner Straße ortseinwärts. Hier gilt zunächst Tempo 70, dann später nach dem Ortsschild Tempo 30. Mehrfach habe man gefordert, das Ortsschild weiter nach Norden zu versetzen, doch ohne Erfolg. So gilt an der Einmündung Wolfsbergweg Tempo 70, was auch für die Radfahrer zur Gefahr werde, beklagt Fleig. Das Landratsamt habe im letzten Jahr dort mehrfach gemessen, allerdings ohne Konsequenzen in Sachen Ortsschild. Auch die Senkung der Geschwindigkeit im Querungsbereich Rotenbergstraße/Heilbronner Straße habe man nicht durchsetzen können. Ein sicherer Überweg zur Schule an der Heilbronner Straße/Besigheimer Straße war eine weitere Forderung am Abend.

Ein Thema, das nicht zur Sprache kam, aber im Gemeinderat immer häufiger angesprochen wird, ist der mögliche Kreisverkehr vor dem Schloss, der den Verkehrsfluss deutlich verbessern könnte. Hier ist es vom Königssträßle in Stoßzeiten schwer möglich nach links auf die L 1106 abzubiegen, weil zu viele Autos aus Richtung Bönnigheim beziehungsweiseTripsdrill kommen.

Der Bürgermeister sagte zu, die möglichen Maßnahmen aufzuarbeiten sowie anschließend mit dem Gemeinderat zu beraten. „Wir wollen keine Bürgerinitiative verhindern, sondern kanalisieren was da ist“, so Fleig auf Anfrage der BZ. Um gegenüber den übergeordneten Behörden klar zu stellen, dass die Beschlussfassung des Gemeinderats auch der Wille der Bürger ist, werde es zusätzlich eine Unterschriftenliste im Rathaus geben.

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