Im Jahr 2015 war der Einzug ins neue Gebäude. Die Kommune hatte hier am Löchgauer Bauhof im Industriegebiet einen Neubau errichtet, wo das neue Jugendhaus samt Freifläche seinen Platz bekam. Lisa Kreiser und Jolanthe Pfitzer leiten es als hauptamtliche Mitarbeiterinnen, nachdem es lange Zeit selbstverwaltet war.

Dass der Wechsel von der Ortsmitte ins Industriegebiet im Jahr 2015 ein richtiger Schritt war, darüber bestand im Gemeinderat Einigkeit. Kreiser stellte dort am Donnerstag den Bericht zu Besucherstruktur, Angeboten und den Plänen vor, die man im Neubau am kommunalen Bauhof hat. Rund 16 weibliche und 37 männliche Besucher wurden in der Einrichtung gezählt, die an fünf Tagen in der Woche geöffnet hat. Ab 15.30 Uhr kommen eher die jüngeren Besucher, ab 18 Uhr die älteren. Zehn bis 20 Jugendliche besuchen täglich die Einrichtung in die Margarete-Steiff-Straße, um an den offenen Angeboten teilzunehmen. „Wir haben angefangen mit der Neustartparty“, erinnerte Kreiser an den Beginn des Jugendhauses. Jedes Jahr gebe es die Jugendwoche mit verschiedenen Angeboten, diesmal waren Hip- Hop- und Graffiti-Workshop gefragt, es gab auch ein Live-Konzert, einen Kinoabend sowie ein FIFA-Turnier. Besonders gut lief die Kleidertauschparty, die das Team auch wiederholen möchte. Jugendliche bringen ihre selten getragenen Kleider und tauschen sie gegen die Sachen von anderen, was großen Anklang findet.

Einmal im Monat gibt es hier auch einen „Girl‘s Day“ am Mittwoch mit Wellness- und Kreativ­angeboten. „Es lief schlecht an, nach der Werbung dafür ist es nun besser“, machte Kreiser deutlich. Jeden Freitag gibt es einen Kochtag, mal mit, mal ohne Schweinefleisch, worauf man in der Leitung Wert legt. Beratung, Unterstützung und Hilfe bei Bewerbungen werden zudem angeboten. Unter den offenen Angeboten ist auch ein Spieleabend, das Kernangebot ist aber der offene Treff. „Er bietet emotionalen Abstand von bedrückenden Alltagssituationen“, so Kreiser, die es bei manchen Jugendlichen gebe.

Ein Kooperationsprojekt ist die Zusammenarbeit zwischen Jugendhaus und Schule. Hier besuchte man die vierten Klassen und machte auf die Angebote im Jugendhaus aufmerksam. Nach dem Generationenwechsel gebe es dort nun wieder mehr Besucher, sagte die Leiterin.

Die pädagogischen Ziele umriss Kreiser anschließend. Es werde Wert gelegt auf eine sinnvolle Freizeitgestaltung, bei der man auf die Bedürfnisse der Jugendlichen eingehe. Wichtig seien die Entwicklung von Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein und das Gemeinschaftsgefühl der Jugendlichen zu stärken.

Das Jugendhaus habe sich prächtig entwickelt und biete eine beeindruckende Vielzahl von Angeboten, betonte Bürgermeister Robert Feil im Anschluss. „Es war nicht einfach, es als Institution zu etablieren“, erinnerte sich SPD-Rat Thomas Makowiec, nun aber werde es als selbstverständlich angesehen. Die Probleme mit lauten Jugendlichen am Bürgerpark, die FWL-Rat Heinz Schneider ansprach, gehe man mit der City-Streife an, erklärte Hauptamtsleiter Jens Millow. „Es funktioniert relativ gut“, bewertete er die Arbeit des Sicherheitsdienstes, den sich Löchgau über die Sommermonate leistet. Dort werden die Jugendlichen auf die Angebote des Jugendhauses verwiesen, um die Ruhe am Kleeblattheim zu gewährleisten.