Bönnigheim Nutzungskonflikte am Schloss

Bönnigheim / Uwe Deecke 05.04.2018

Am Bönnigheimer Jugendhaus treffen die Interessen von Jugendlichen und Besuchern der Stadt aufeinander. Müll, Ballspielen und Pöbeleien sorgen hier immer wieder für Probleme.

„Der dortige Bereich ist ein Treffpunkt Bönnigheimer und auswärtiger Jugendlicher“ klagte ein Leser in einem Schreiben an die BZ. Mit einem Bild hat er Müll und Verunreinigungen dokumentiert. „So wie auf dem Foto sieht es an vielen Tagen aus, dazu kommen Schmierereien, Sachbeschädigungen und Lärmbelästigung“, schreibt er. Er habe als Mitglied des Boule-Clubs, der vier Mal pro Woche im Schlosshof spielt, schon öfter mit den Jugendlichen gesprochen, doch ohne Erfolg.

Bekanntes Problem

Das Problem ist schon länger bekannt: Der kleine Platz zwischen Kavaliersbau und dem Schloss ist eine Ecke, die stark von Jugendlichen frequentiert wird. Beim Kavaliersbau, wo das Jugendcafé ist, kommen auch die Besucher vom Parkplatz an der Bleichwiese in die Stadt. Daneben steht das Museum Sophie-La-Roche, wo die Vinothek Gäste empfängt und wo auch die Touristeninformation beheimatet ist. Unlängst gab es einen Einbruch im Jugendhaus und auch Schmierereien (die BZ berichtete).

Doch die Ecke sei „kein krimineller Schwerpunkt“, sagt Ordnungsamtsleiter Timo Steinhilper auf Anfrage der BZ. Nur eine Beschwerde liege vor, und er sehe das Problem auch in der mangelnden Zivilcourage. Wenn dort etwas passiere, halte es keiner für nötig, die Stadt zu informieren, die dann im Ruf stehe nichts zu machen. „Das bringt uns nicht weiter“, so Steinhilper, der solche Vorfälle auch nur aus der Zeitung erfahre, wie er sagte.

Die Stadt sei im Gespräch mit dem Jugendcafé und den Jugendlichen. Doch der dortige Leiter sei in erster Linie Sozialpädagoge und kein Ermittler. „Die Jugendlichen kann man nicht aus der Stadt aussperren“, ist Steinhilpers Überzeugung, denn sie gehörten nun mal auch zu Bönnigheim. Der Hof werde auch weiterhin Treffpunkt sein, egal wo sich das Jugendhaus befinde.

Die Möglichkeiten für einen neue Standort seien begrenzt. Angedacht war bereits einmal das alte Feuerwehrgerätehaus an der Lauffener Straße, wo das DRK beheimatet ist. Doch diese Lösung scheiterte am Geld und wurde zurückgestellt. „Ich wüsste nicht, wo eine dritte Lösung sein könnte“, so Steinhilper, der sich nach wie vor die Lauffener Straße als Standort vorstellen könnte.

Dass es mit den Besuchern des Jucas schon öfter Probleme gab, bekräftigt Hans-Joachim Jaeger von der Vinothek. Der langjährige Vorsitzende der Freunde der Vinothek beklagt die Schmiererein und den Müll, den die Jugendlichen hinterlassen. Man habe bereits Beschwerden an die Stadt gerichtet, um hier Abhilfe zu schaffen. Daraufhin wurde im Hof das Ballspielen verboten, was jedoch nicht immer Beachtung findet.

„Es gibt einen Nutzungskonflikt“, so Jaeger, wenn hier ganz unterschiedliche Interessen vorliegen. Der Betrieb eines Jugendhauses stehe einem Ort des Tourismus und eines Museums nun einmal gegensätzlich gegenüber. „Es ist einfach so, dass es ein Sammelpunkt von Jugendlichen ist, die sich heute anders ausleben als früher“, so Jaeger. Er bedauert, dass es mit der Nutzung des alten Gerätehauses nicht geklappt hat, das seiner Meinung nach als Standort für ein Jugendhaus weitaus besser geeignet wäre. „Auf Dauer ist das kein Zustand“ sagt Jaeger über den jetzigen Standort.

Hoffnung setzt er auf den neuen Spielplatz an der Burgstraße, der kurz vor der Eröffnung steht. Dann, hofft Jaeger, werde sich das Problem etwas verlagern, wenn dort ein Bolzplatz für die Jugendlichen zur Verfügung steht. Das Problem sei damit jedoch noch nicht gelöst.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel