Freudental Nostalgie bei der Fahrzeugschau

Uwe Deecke 20.08.2018

Ganz besondere Fahrzeuge gab es am Sonntag bei der Feuerwehr in Freudental zu sehen. Die Altersabteilung der Ludwigsburger Feuerwehr kam mit ihrem Oldtimer-Löschzug aus vier Fahrzeugen, der für viel Aufmerksamkeit sorgte.  Kommandant Alexander Weidhaus war sichtlich stolz darauf, den deutschlandweit einzigartigen Löschzug der Ludwigsburger Wehr zeigen zu können, darunter das Tanklöschfahrzeug TLF 16-1, Baujahr 1957, mit 115 PS und Daimler-Benz-Fahrwerk, das schon damals für neun Feuerwehrleute ausgelegt war.

 Aus dem Jahr 1961 stammt der Schlauchwagen, der 2000 Meter B-Schläuche transportierte. „Es ehrt uns, dass die Altersabteilung uns diese Freude gemacht hat“, freute sich Weidhaus über das Kommen.

Weidhaus moderierte anschließend die Übung der Jugendwehr, die einen Palettenbrand löschen sollte. Davor wurde schon das trockene Gras um die Paletten herum mit 2500 Liter bewässert, damit es bei der Übung nicht Feuer fängt. Sowohl aus dem Hydranten als auch vom Fahrzeug wurden dann die Schläuche so gelegt, dass es auch eine Reserve gab – für verwinkelte Häuser, wo dann am Ende womöglich der Schlauch nicht reicht. „Ich bin überzeugt, dass die Kinder jetzt einen Puls über 100 haben, sie freuen sich schon seit Wochen drauf“, erklärte der Kommandant zu Beginn der Übung.

„Wasser marsch!“ hieß es dann, bevor der zweiteilige Löschangriff zum Erfolg führte. Dann kamen die großen Hakenrechen, mit denen die Glutnester gefunden wurden und nachgelöscht wurden. „Feuer aus!“, hieß es am Schluss der Übung, die mit einer Drohne gefilmt wurde für die eigene Homepage. Mit der Aufforderung an die jungen Zuschauer, doch  vorbei zu kommen und bei der Feuerwehr reinzuschnuppern, beendete Weidhaus die Schauübung der Jugendwehr.

31 Einsatzkräfte hat die Freudentaler Wehr, davon fünf Frauen. Die Jugendwehr hat 15 Mitglieder, davon fünf Mädchen. Doch es gibt auch 16 ausgebildete Helfer vor Ort (HvO) unter ihnen, die am Einsatzort sein sollen, bevor der Rettungswagen Freudental erreicht hat. Wie sie arbeiten, wurde anschließend an einer Puppe demonstriert. Zwei HvOs zeigten an „Resusci Anne“ wie man richtig reanimiert. Sie sollen 100 Mal pro Minute den Brustkorb komprimieren, bis der zweite Helfer kommt. Wie ein Defribrillator das Herz zum Stillstand bringt, bevor es wieder mit Kontraktionen zum Kreislauf erweckt wird, zeigten Adrian und Stefan von der Freiwilligen Feuerwehr.

„Dadurch, dass wir schnell vor Ort sind, sind die Chancen sehr gut“, sprach Weidhaus Vorteile der Helfer vor Ort an. Die durchschnittliche Ausrückzeit beträgt vier Minuten, und schon nach sechs Minuten sind die HvO vor Ort. „Wir sind an der Einsatzstelle, da ist der Rettungswagen noch weit, weit weg“, erklärte er. Wenn er dann kommt, wird möglichst reibungslos übergeben und der Patient kann zur Klinik gefahren werden. Seinen Dank sprach er an die Bruker-Stiftung aus, die die HvOs in Freudental ermöglicht hat und die Einsätze fast komplett bezahlt. 

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