Die Versorgung im Alter wird aufgrund des demografischen Wandels immer wichtiger und macht neue Angebote an Pflegeplätzen erforderlich. Momentan gibt es 26 Heimpflegeplätze in Bönnigheim im Kleeblattheim, doch es besteht weiterer Bedarf. Laut dem Kreispflegeplan des Landkreises werden kreisweit 1200 neue Pflegeplätze benötigt, und zwar schon bis zum Jahr 2025.

Den Platz für ein mögliches Pflegeheim gibt es schon seit längerem an der Burgstraße, wo gegenüber vom neuen Spielplatz eine Fläche für ein solches Angebot reserviert wurde. Sie wäre auch sofort verfügbar, da sie sich bereits im Besitz der Stadt befindet. „Zur neu geschaffenen sozialen Mitte stellt eine solche Einrichtung eine gute Ergänzung dar“, argumentiert die Verwaltung, die auf der Suche nach einem Betreiber war. Es wurden in der Vergangenheit Gespräche mit verschiedenen Betreibern geführt, und es gab auch Besichtigungen der Einrichtungen durch den Gemeinderat.

Nun hat man womöglich den passenden Betreiber auf dem Amann-Quartier gefunden: die Evangelische Heimstiftung, die 1952 gegründet wurde und Mitglied im Diakonischen Werk ist. Als Dienstleister betreut die Heimstiftung im Land über 6600 Menschen in 90 Pflegeheimen, darunter auch das Besigheimer Robert-Breuning-Stift. Sie betreibt 16 Tagespflegeeinrichtungen, eine Rehabilitationsklinik, eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen sowie 1470 Betreute Wohnungen und 33 Mobile Dienste mit 1400 Kunden.

Pilotprojekt der Heimstiftung

Die Heimstiftung ist mit der Stadt schon länger im Gespräch und möchte hier ein neuartiges Angebot schaffen. Der Plan dabei ist, ein Pilotprojekt für die Heimstiftung zu errichten mit einem neuen Pflegeheim, das den derzeitigen Anforderungen und Erkenntnissen der Altenpflege entspricht. 60 Pflegeheimplätze und rund 15 betreute Wohnungen soll es in Bönnigheim geben, dazu 15 Plätze für die Tagespflege.

Der Platz wäre aus Sicht der Stiftung geeignet, da er nah an der Altstadt liegt und über eine gute ÖPNV-Anbindung verfügt. Man sei mitten in der Gemeinde und habe dort die Nähe zum Leben, den Festen und den Vereinen. „Das Ziel ist, dort ein Pflegeheim zu bauen, das auf dem neuesten technischen Stand ist“, so Regionaldirektor Peter Hettig von der Evangelischen Heimstiftung auf Anfrage der BZ. Konzeptionell wolle man sich sehr eng vernetzen mit den bestehenden Angeboten in der Stadt.

Um die beste Planung zu erreichen, will die Heimstiftung einen städtebaulichen Wettbewerb durchführen. Zum nichtoffenen Wettbewerb sollen fünf erfahrene Architekturbüros eingeladen werden mit dem Ziel am Ende dann drei Entwürfe zu haben. Entscheiden wird eine moderierte Jury aus Bürgermeister, Stadträten und der Verwaltung. Auch eine öffentliche Diskussion und Infoveranstaltung sollen zu dem Projekt stattfinden, für das noch ein Name gesucht wird. Auch dazu soll es einen Wettbewerb geben.

Die Fläche würde im Rahmen eines Erbpachtvertrages übernommen, so dass die Stadt zukünftig auch andere Möglichkeiten für eine Weiterentwicklung an dieser Stelle hat. Andere Flächen stehen derzeit nicht zur Verfügung und müssten erst noch entwickelt werden, so die Verwaltung. Sie schlägt vor mit der Heimstiftung auf Grundlage des vorgestellten Plankonzeptes über den Bau eines Altenpflegeheimes weiter zu verhandeln und dafür die städtische Fläche am Amann-Quartier zur Verfügung zu stellen.

Info Regionaldirektor Peter Hettig von der Evangelischen Heimstiftung wird in der Sitzung des Gemeinderates an diesem Freitag um 18 Uhr im Sitzungssaal des Bönnigheimer Rathauses die derzeitigen Planungsüberlegungen vorstellen. Weitere Tagesordnungspunkte der Gemeinderatssitung sind die geplanten Sicherungsmaßnahmen am Köllesturm, der Bebauungsplan „Altstadt“, der Wege- und Gewässerplan der Rebflurbereinigung am Schlossberg sowie die Verabschiedung des städtischen Haushalts 2019.