Bilanz Neuer Vollzugsdienst zeigt Wirkung

Hermann Walter (links) und Gabriel Ruffenach sorgen für Ordnung in Freudental.
Hermann Walter (links) und Gabriel Ruffenach sorgen für Ordnung in Freudental. © Foto: Uwe Deecke
Freudental / von Uwe Deecke 15.06.2018

Seit April 2017 läuft die interkommunale Zusammenarbeit: Gemeinsam mit der Gemeinde Cleebronn teilt sich Freudental das Team des Gemeindevollzugsdienstes (GVD), das in der Kommune acht Stunden pro Woche im Einsatz ist.  Die beiden verteilen nicht nur Strafzettel an Falschparker an neuralgischen Stellen, sondern kümmern sich auch um Umweltschutz, um zu breite Hecken sowie uneinsichtige Hundehalter.

Besonders zu schaffen machten Freudental Falschparker in der Schlossstraße, der Strombergstraße und der Gartenstraße, begründete Bürgermeister Alexander Fleig damals die Entscheidung für einen solchen Dienst. Halten und Parken auf dem Gehweg, Parken an engen und unübersichtlichen Stellen, Fahren auf Feldwegen ohne Sondernutzungserlaubnis oder Parken in der entgegengesetzten Fahrtrichtung und im Bereich von weniger als fünf Metern vor oder hinter Kreuzungen und Einmündungen waren oft zu beobachten. Auch das Abspritzen von Fahrzeugen auf öffentlichen Straßen wird vom GVD geahndet, dessen Rechtsstellung die gleiche ist wie die der Polizeibediensteten.

„Schonfrist“ ist vorbei

In der Einführungszeit gab es noch eine „Schonfrist“ und es gab nur eine gebührenfreie Verwarnung, doch nun macht der GVD keine Ausnahmen mehr. Es wird fotografiert, um ein Beweismittel zu haben, und wer nicht bezahlt, kommt nicht mehr ungeschoren davon. Der Vorgang geht dann an das Landratsamt, und damit auch das Bußgeldentscheid. 

„Inzwischen hat sich das Parkverhalten der Freudentaler Bürger verbessert“, blickte Fleig auf der jüngsten Gemeinderatssitzung auf das erste Jahr zurück, doch immer noch würden auch unerlaubte Parkmöglichkeiten genutzt. Dass der GVD keine Gewinne erwirtschaften würde, war von vornherein klar. Die Kosten für das Jahr 2017 betrugen 9500 Euro, in die Gemeindekasse kamen rund 3500 Euro. Dabei wurden nur 32 Prozent der Strafzettel gleich bezahlt, die Übrigen gingen an das Landratsamt. Im ersten Quartal sah es dagegen schon besser aus: Von den 66 Verwarnungen gingen nur drei nach Ludwigsburg, alle anderen wurden gleich beglichen.

„Kostenmäßig wird sich das nicht tragen“, so Fleig, wichtig sei dabei der Erziehungseffekt. Und dieser ist nach den veränderten Zahlen schon zu beobachten. Dass es in Freudental an Parkplätzen mangelt, sprach der erste stellvertretende Bürgermeister Ulrich Greß von der CDU-Fraktion an. „Die Diskussion zeigt: Wir brauchen sie auch weiterhin“, sagte Hans-Jürgen Brockhaus von der SPD-Fraktion.