Freudental / Von Uwe Deecke

Es war ein wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung des Freudentaler Ortskerns. Mit einem symbolischen Spatenstich wurde auf dem Freudentaler Hirschareal der nächste Abschnitt zur Entwicklung einer neuen Ortsmitte vollzogen. Am ehemaligen Gasthaus Hirsch wird das lang gezogene, zweigeteilte Gebäude entstehen, das zum neuen Mittelpunkt in der Ortsmitte werden soll. Entstehen werden hier sieben Wohneinheiten sowie im Erdgeschoss an der Hauptstraße die für Freudental wichtige barrierefreie Hausarztpraxis mit 150 bis 160 Quadratmetern, die die Gemeinde erwerben wird.

„Viele Freudentaler haben sehnsüchtig auf den heutigen Tag gewartet“, sagte Bürgermeister Alexander Fleig anlässlich des Spatenstichs. Es werde hier ein Gebäude realisiert, mit dem attraktiver Wohnraum in der Freudentaler Ortsmitte geschaffen werde. Zudem entstehe im Erdgeschoss eine zeitgemäße und moderne Hausarztpraxis, mit der die ärztliche Versorgung modern und zukunftsfähig gestaltet werden könne.

Auf dem ehemaligen Hirschareal können so mehrere wichtige Dinge für die Gemeindeentwicklung realisiert werden: Wohnraum, Stellplätze und ärztliche Versorgung.

Das Gebäude mit Treppenhaus und Aufzug in der Mitte ist 37 Meter lang und zehn Meter breit und wird mit Spitzgiebeldach gebaut. Darin entstehen Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen zwischen 58 und 120 Quadratmetern auf drei Geschossen.

2013 wurde die Gemeinde Freudental mit der Sanierungsmaßnahme „Ortskern II“ in das Landessanierungsprogramm aufgenommen, sodass die Möglichkeit bestand, die Entwicklung des Areals mit Landesmitteln anzugehen. Im Jahr 2015 war es der Gemeinde dann gelungen, das Areal zu kaufen, und man konnte sich Gedanken über die bauliche Entwicklung machen. Wichtig war der Gemeinde stets, Platz für die Hausarztpraxis des örtlichen Arztes zu schaffen, und das barrierefrei. Aus diesem Grund erwirbt die Kommune auch die 154 Quadratmeter, die im Erdgeschoss für die Praxis vorgesehen sind (die BZ berichtete). Zehn Parkplätze sind für die Mieter der Wohnungen gedacht, dazu kommen noch mal acht öffentliche Stellplätze, von denen zwei für Besucher der Praxis reserviert sind. Diesen Grundstücksanteil hatte die Gemeinde nicht verkauft, um dem Parkdruck in der Ortsmitte gerecht zu werden. Geplant sind auch ein kleiner Kinderspielplatz sowie eine E-Ladestation an der Pforzheimer Straße.

Ursprünglich war angedacht, hier auch betreutes Wohnen anzubieten, doch es fand sich dafür kein Betreiber. Das Kleeblatt wird aller Voraussicht nach stattdessen das kommende Gebäude am hinteren Schlosspark betreuen, das deutlich näher zum Kleeblatt-Gebäude liegt.

„Wir freuen uns, dass das Projekt und die Planung den großen Zuspruch gefunden haben“, erklärte Kim Hasenhündl von der Wohnbau Oberriexingen. Noch sei man bei den Wohnungen nicht im Vertrieb, doch das wolle man in den nächsten Wochen angehen. Das Unternehmen geht davon aus, dass bei den Interessentenzahlen die Wohnungen auch zügig verkauft werden. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass das Gebäude an das Nahwärmenetz angeschlossen wird“, so Hasenhündl, der von dem Konzept überzeugt ist. Auf einen Zeitplan wollte sich der Investor nicht festlegen, doch spätestens Ende nächsten Jahres rechnet die Wohnbau Oberriexingen mit der Fertigstellung.