B 27 Neu gegründeter Verein will „Druck machen“

Der Vorstand des neu gegründeten Vereins (von links):. Immanuel Schmutz, Karl-Heinz Berschneider, Michael Fein, Claudia Unger, Rolf Riecker, Margarete Baier und Walter Bernkopf. Es fehlt Petra Knoll.
Der Vorstand des neu gegründeten Vereins (von links):. Immanuel Schmutz, Karl-Heinz Berschneider, Michael Fein, Claudia Unger, Rolf Riecker, Margarete Baier und Walter Bernkopf. Es fehlt Petra Knoll. © Foto: Immanuel Schmutz
Kirchheim / bz 14.09.2018

Am vegangenen Freitagabend wurde im Kirchheimer Kultur- und Vereinszentrum die „Bürgerinitiative B 27 raus aus Kirchheim“ offiziell als Verein gegründet. Bereits seit März trafen sich rund 50 Mitstreiter immer wieder im kleinen oder größeren Kreis, um Themen rund um den Kirchheimer Straßenverkehr zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen.

Die enorme Verkehrsbelastung des Ortes von rund 20 000 Fahrzeugen täglich stellt für Kirchheim ein großes Problem dar, heißt es in einer Mitteilung. Nicht nur der Lärm und die Staubbelastung im näheren Umfeld der Bundesstraße 27 seien für viele kaum noch auszuhalten. Die B 27 teilt den Ort auch regelrecht in Ost und West. Mit der Bundesstraße verbunden ist außerdem der sogenannte „Schleichverkehr“:

Viele versuchen, die überlastete Hauptverkehrsachse auf kleineren Straßen im Ort zu umfahren, was dort zusätzliche Gefahren und Beeinträchtigungen verursacht (die BZ berichtete). Dazu kämen regelmäßig zu beobachtende Verkehrsdelikte wie Geschwindigkeitsüberschreitungen, Rotlichtverstöße und riskante Überholmanöver.

Unterstützung der Verwaltung

Die Gemeindeverwaltung, die sich der Probleme durchaus bewusst ist, fühlt sich bei deren Bekämpfung häufig von höherer Stelle im Stich gelassen. Sie verspricht sich nun ebenfalls Unterstützung durch ein Intervenieren der Bürgerinitiative, sei es bei Land, Region oder auf Bundesebene. Und der Verein verspricht, „Druck zu machen“. Ein erster Erfolg sei die in Kürze anstehende Wiedereinrichtung einer verkehrsberuhigten Zone im Bereich eines Schulweges in der Lissenstraße. Die Spielstraße war im Sommer auf Anordnung des Landratsamtes Ludwigsburg aufgehoben worden. Mehrere Dutzend Schreiben an den Landrat und die Verkehrsabteilung des Landratsamtes dürften zur Lösung des Problems innerhalb weniger Monate beigetragen haben.

Zwar ist in der Kernfrage der von der Bürgerinitiative geforderten Umgehungsstraße kein so kurzfristiger Erfolg zu erwarten, doch „steter Tropfen höhlt den Stein“, ist sich der neu gewählte Vereinsvorsitzende Rolf Riecker sicher.

Ihm zur Seite stehen als stellvertretender Vorsitzender Michael Fein, als Kassiererin Margarete Baier, als Schriftführerin Petra Knoll und als Öffentlichkeitsreferent Immanuel Schmutz. Wie die drei Beiräte Claudia Unger, Walter Bernkopf und Karl-Heinz Berschneider sowie die beiden Kassenprüfer Andreas Munz und Hans-Michael Piontek wurden alle Funktionäre einstimmig gewählt. Wahlleiter Uwe Seibold nutzt die Gelegenheit, die von der Bürgerinitiative kritisierten Busverkehre durch das Wohngebiet in der Wilhelmstraße aufzugreifen und eine mögliche Lösung des Problems vorzustellen: Wenn die Eigentümer der aufgelassenen Firma am Bahnhof dem Abbruch einer Rampe durch die Gemeinde zustimmen würden, könnte dort sehr schnell eine Wendeschleife errichtet werden. Seibold hofft, dass der Eigentümer und der Gemeinderat seiner Idee zustimmen werden.

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