Auch Bönnigheim möchte kommunale Flächen zum Blühen, Flattern, Summen und Brummen bringen. Daher nimmt Bönnigheim, wie weitere 14 der 25 Naturparkgemeinden, am Projekt „Blühender Naturpark“ des Naturparks Stromberg-Heuchelberg teil. Ziel des Projekts ist es, auf innerörtlichen Flächen ökologisch wertvolle Wildblumenwiesen entstehen zu lassen, um sie als wichtige Lebensgrundlage für Schmetterlinge, Wildbienen, Laufkäfer oder Honigbienen zu gestalten. Hier finden sie Nektar und Pollen sowie Lebens- und Rückzugsraum. Dies soll einen Beitrag zur biologischen Vielfalt im Naturpark leisten und das Bewusstsein für die Bedeutsamkeit der kleinen Helfer, der Insekten, schärfen, heißt es in einer Mitteilung des Naturparks.

Bereits im April besichtigten Mitarbeiter vom Bönnigheimer Bauhof verschiedene kommunale Flächen gemeinsam mit dem Landschaftsökologen Sebastian Frey. Je nach Beurteilung der Fläche nach Boden, Lichtverhältnisse, Nährstoffversorgung, wurden geeignete Saatgutmischung aus heimischen Wildblumen ausgewählt und die passende Bodenvorbereitung festgelegt. Über den Sommer konnten die Bauhofmitarbeitenden die Flächen für die Aussaat vorbereiten. So werden in diesem Herbst bei geeigneter Witterung auf insgesamt rund 3500 Quadratmeter Wiesen aus heimischen Wildblumen entstehen. Auf vielen anderen Flächen innerhalb der Stadt Bönnigheim wird nicht extra neu angesät – aber die Pflege von kurz gemähtem Rasen auf eine Wiesenpflege umgestellt. Auch auf diesem Wege leistet der Bauhof einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt.

Nachdem die meisten Flächen bereits im Laufe der letzten Wochen vom Bauhof eingesät wurden, fand nun am Montag die erste Einsaat mit Grundschülern am Spielplatz statt. Die 18 Kinder der nahe gelegenen Ganerbenschule lernten zuvor von der Projektmitarbeiterin Julia Meny vom Naturpark Stromberg-Heuchelberg so einiges zum Thema Wiesenpflanzen und Insekten: Wieso brauchen Insekten blühende Pflanzen? Schmecken den unterschiedlichen Insekten alle Pflanzen gleich gut? Und was brauchen die winzigen Samenkörner, um zu einer Wiesenblume zu werden? In diesem Zusammenhang dürfen sich die Kinder nun auch im Kunstunterricht weiter mit Wildbienen und Schmetterlingen befassen und passende Holzmotive bemalen.

Diese werden anschließend die eingesäte Fläche verschönern, bis im nächsten Frühjahr die ersten Blüten zu sehen sind. Durch die Lage beim Spielplatz kann die Vielfalt und Entwicklung „ihrer Wildblumenwiese“ zukünftig von den Kindern bewundert und als eigenes Freiluft-Museum genutzt werden. Neben dem Beitrag zur biologischen Vielfalt durch die nachhaltige Anlage einer Wildblumenwiese können so wichtige Naturerfahrungen in die Lebenswelt der Kinder Einzug halten.

Der Naturpark unterstützt die Gemeinden indem er die Beratung organisiert und dokumentiert und die Beschaffung von geeignetem, heimischem Saatgut koordiniert. Mit der begleitenden Öffentlichkeitsarbeit sollen möglichst viele Menschen dafür begeistert werden Bienen, Hummeln und Schmetterlingen wieder mehr Lebensraum bereitzustellen: Wildblumenwiesen statt Schotterwüsten und Einheitsgrün, auch in Gärten und Vorgärten.

Info Die Anlage von Wildblumenwiesen auf kommunalen Flächen ist nur der Anfang: Mitmachen kann jeder. Ob Stadt und Gemeinde, Fachbehörde, Kirche, Unternehmen, Schule, Kindergarten, Imker oder Gartenbesitzer – alle sind eingeladen einen Beitrag zum Erhalt und Schutz der Artenvielfalt zu leisten. Nähere Informationen bei Ansprechpartnerin Julia Meny mail@naturpark-stromberg-heuchelberg.de oder im Internet.

www.naturpark-sh.de