Abschied Nach der Altstadt wird jetzt das eigene Haus saniert

Ein Glas auf den Stabwechsel: Bürgermeister Kornelius Bamberger (links) übergibt an Albrecht Dautel.
Ein Glas auf den Stabwechsel: Bürgermeister Kornelius Bamberger (links) übergibt an Albrecht Dautel. © Foto: Richard Dannenmann
Bönnigheim / Uwe Deecke 16.07.2018

Vor mehr als 300 geladenen Gästen ist Bönnigheims bisheriger Bürgermeister Kornelius Bamberger am Freitag offiziell bei einer Feier in der Spprthalle verabschiedet worden.

Nach 16 Jahren hatte sich sich Bamberger entschieden, nicht mehr erneut zu kandidieren, eine Entscheidung von und zugunsten der Familie, wie er stets betonte.

Landrat Dr. Rainer Haas äußerte die Hoffnung, Bamberger  noch länger im Kreistag zu sehen, wo dieser sich als engagierter und überzeugter Europäer eingesetzt habe, so Haas, der den Weg Bambergers nachzeichnete. Aus Lauda stammend studierte er an der Verwaltungshochschule, kam nach Murrhardt und Obersulm, bevor er 2002 in Bönnigheim zum Bürgermeister gewählt wurde. Die 16 Jahre waren geprägt von verschiedenen Projekten: der Gestaltung des Amann-Quartiers, der Entwicklung des Schulzentrums und natürlich der Altstadt-Sanierung. „110 Millionen Euro wurden investiert, das Budget stieg von 26 auf 36 Millionen Euro und die Einwohnerzahl um rund 1000“, fasste Haas die Entwicklung in Zahlen.

Lob für Dialogbereitschaft

Bambergers Stellvertreter Frank Sartorius übernahm die Würdigung für den Gemeinderat. Er erinnerte daran, wie Bamberger in einer führungslosen Zeit nach dem plötzlich verstorbenen Vorgänger das Ruder übernahm. „Sie haben sich mit Engagement, Kreativität und dem Gespür für das Mögliche den Herausforderungen gestellt“, so Sartorius.

Mit Dialogbereitschaft habe der Bürgermeister viele Dinge auf den Weg gebracht, als Beispiel nannte er die Innenstadtsanierung, das Amann-Areal, das neue Feuerwehrhaus, den Meiereihof mit dem Schnapsmuseum, das Schlossfeld und das Gewerbegebiet Lauffener Feld. Als Abschiedsgeschenk gab’s zwei Obstbäumchen, eines davon auch tauglich für Höhen um 900 Meter, das damit auch in Bambergers zweiter Heimat, dem Allgäu, gedeiht.

Pfarrer Ulrich Harst sprach Bambergers Beliebtheit in den Vereinen an. In 18 Vereinen sei er Mitglied, geschätzt werde seine Nähe und Offenheit. Er habe Bamberger in seiner kurzen Zeit als Pfarrer meist auf dem Weg zum Rathaus auf einem in die Jahre gekommenen Fahrrad erlebt. Doch er fahre, das wusste Harst, auch Mountain-Bike beim Strombike Marathon und bot ihm ein Duell Pfarrer gegen Bürgermeister an.

Kirchheims Bürgermeister Uwe Seibold blickte stellvertretend für die Bürgermeister der Nachbarkommunen auf die Vision für 2020, mit der Bamberger angetreten war und von der manches erreicht worden sei. Im gemeinsamen Verwaltungsverband mit Bönnigheim, Erligheim und Hofen habe man ein „starkes, gutes Miteinander“ gehabt, auch wenn die Arbeit des Verbandsbauamts nun eingestellt sei. Überraschungsgäste kamen aus den Partnergemeinden. Eine Holzbank zum Ausruhen gab es vom Personalratsvorsitzenden Thomas Höpfler, den musikalischen Rahmen gestaltete Stadtmusikdirektor Rainer Falk mit der Musikschule, der Gesangverein Concordia und der Chor „da capo“.

„Es wird bestimmt ein Unruhestand“, blickte der erst 55-jährige Bamberger in die Zukunft. Nicht ohne zuvor auf die Projekte hinzuweisen, die in seiner Amtszeit verwirklicht wurden. Dass er beim Strombergmarathon mitmache, sei nicht ganz unwahrscheinlich, vielleicht nehme er auch wieder das Training als Leichtathlet auf, in jedem Fall müsse das Haus renoviert werden. Ob er sich wirklich „einer ehrenamtlichen Pflasterkolonne“ anschließt, muss abgewartet werden. Er wünschte seinem Nachfolger Albrecht Dautel viel Glück bei der kommenden Bürgerbeteiligung, die Bönnigheim sicher nach vorne bringe.

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