Kirchheim / Birgit Riecker

Manch einer der zahlreichen Gäste in der Gemeindehalle war überrascht: Gibt es tatsächlich einen Weltmeister in der Gemeinde? Beim Abend des Ehrenamts konnte nun Bürgermeister Uwe Seibold tatsächlich einen Kirchheimer ehren, der im vergangenen Jahr einen Weltmeistertitel eingefahren hat. Justin Köllner ist 15 Jahre alt und hat es geschafft, Bobby-Car Jugendweltmeister zu werden.

„Trainierst du da auf der Brackenheimer Steige?“ schmunzelte der Schultes. Natürlich nicht. Justin, der übrigens 1,85 Meter groß ist, ist bei der Bobby-Car Speed Elite (BSE) Meimsheim aktiv. „Mein Bobby-Car hat nicht mehr allzu viel mit dem Spielzeugauto gemeinsam“, lacht er. Da wurde viel dran gefeilt und verstärkt. Denn bei den Rennen werden schon mal über 100 Stundenkilometer erreicht. „Wir starten auf einer Rampe und dann geht`s nur noch bergab“, erklärt er. Zum Schutz tragen die Fahrer Leder-Kombis, Handschuhe und einen Helm. Ihre Schuhsohlen sind verstärkt, damit sie notfalls bremsen können. Aber eigentlich wollen sie ja schnell sein, daher liegen sie auf ihren Fahrzeugen, erzählt Justin. Eine Sportlerurkunde der Gemeinde überreichte Bürgermeister Uwe Seibold als Anerkennung.

Der neunjährige Chris Rösch erhielt ebenfalls eine Sportlerurkunde. Nicht weil er sportlich unterwegs ist, sondern weil er mit seiner Zwergseidenhühner-Zucht württembergischer Jugendmeister geworden ist. Beat Schaible erzielte zahlreiche Erfolge im Ringen. Die herausragendsten: Er wurde Deutscher Meister bei den Junioren 2018 und bei den Württembergischen Meisterschaften Vize-Meister.

Urkunden für Ringernachwuchs

Drei weitere Urkunden gab es für den Ringernachwuchs: Pia Mönch wurde Baden-Württembergische Meisterin in der Klasse der School-Girls, Lea Ullmann gelang es, in der Altersklasse der Schülerinnen den 2. Platz bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften zu erringen und Jakob Mönch ist Vierter bei den Deutschen Meisterschaften der B-Jugend im Freistil, Vierter bei den Württembergischen Meisterschaften der A-Jugend, ebenfalls im Freistil, und zweitbester Ringer der Mannschaftsrunde 2018 geworden. Für die C-Jugendmannschaft und die B-Junioren des Fußballvereins Kirchheim gab es ebenfalls eine Auszeichnung für ihren jeweiligen Klassenaufstieg.

Zwischen den Sportlerehrungen und den Ehrungen weiterer verdienter Bürger hielten die Besucher den Atem an: Denn das Trio PaLeDo und die akrobatischen Männer des TGV Dürrenzimmern zeigten sportliche Einlagen auf hohem Niveau.

Bürgerurkunden erhielten Walter Lehner für seine langjährige Tätigkeit im Musikverein und sein Engagement im Geschichtsverein, Helmut Neuschwander für sein „Leben für den Gesang“ und andere ehrenamtliche Tätigkeiten sowie Karl-Heinz Schabel, der 42 Jahre im Kirchengemeinderat wirkte und maßgebliche Entscheidungen umsetzte. Und tatsächlich gab es auch noch eine Bürgerurkunde für eine Frau: Hanna Kieß, die langjährige DRK-Seniorenleiterin, erhielt sie für ihr soziales Wirken. Zivilcourage und Nächstenliebe, so Uwe Seibold, hätten Nachbarn eines Ehepaars gezeigt, deren Wohnhaus am Neujahrstag abgebrannt war. „Das ging sogar so weit, dass selbst eigene Verletzungen in Kauf genommen wurden“, betonte der Rathauschef und überreichte Sabine Köllmann-Müller, Sandra Sülzle, Martin Kohls und Ulrich Grimm eine Bürgerurkunde.

Musikalisch umrahmt wurde die stimmungsvolle Veranstaltung der Gemeinde, die der Anerkennung von ehrenamtlichem Engagement diente, vom Trio „Picnic am Rhein“. Mitarbeiter der Gemeinde verwöhnten die Besucher mit Leckereien vom Buffet und gekühlten Getränken.

Bürgermedaille für Roland Högner

In der Ehrenordnung kommt die Bürgermedaille gleich nach der Ehrenbürgerwürde. Und sie wird nicht gerade oft überreicht. Doch Roland Högner habe die Bürgermedaille verdient, so Bürgermeister Uwe Seibold. Denn er könne auf über 100 ehrenamtliche Jahre in verschiedenen Funktionen zurückblicken: 28 Jahre lang war er Gemeinderat, davon 15 Jahre stellvertretender Bürgermeister. Högner war lange Zeit im Fußballverein aktiv, seit seiner Gründung leitet er den Förderverein für Kultur und Sport „Fokus“, im BdS, bei der Fleischerinnung und an der Schule gehörte er dazu. ri