Erligheim Mit Spreizer und Schere im Einsatz

Hier wurde es heiß: Bei der Schauübung löschten Aktive und die Jugendwehr gemeinsam brennende Paletten.
Hier wurde es heiß: Bei der Schauübung löschten Aktive und die Jugendwehr gemeinsam brennende Paletten. © Foto: Uwe Deecke
Erligheim / Von Uwe Deecke 14.05.2018

Er schaute anfangs noch ganz passabel aus, der weiße Polo, den die Feuerwehr für diese Schauübung geholt hatte. Neben ihm brannte ein Stapel Paletten lichterloh, und ein Feuerwehrmann mimte den Verletzten im weißen Wagen. Kurz nach der Alarmierung war das HLF 16/12 der Erligheimer Feuerwehr vor Ort und begann mit der Arbeit. Einen Hydranten suchen, anschließen, die Schläuche legen und den Löschangriff starten, gingen schnell und problemlos. Die neunköpfige Gruppe mit sechs Mitgliedern der Jugendwehr hatte das Feuer schnell im Griff, als die zweite Gruppe anrückte. Sie sollte den Verletzten aus dem Polo befreien, der darin nicht ansprechbar war. Mit Spreizer und Schere wurde die Tür entfernt, und auch das Dach wurde abgehoben. Die Frontscheibe wurde in Sekunden heraus gesägt und der Verletzte war befreit.

Rund 100 Zuschauer

Der Polo sah am Ende nicht mehr ganz straßentauglich aus, nachdem das Dach entfernt war. „Jetzt ein Cabrio daraus zu machen, ist bei dem Wetter nicht ganz so geschickt“, erklärte Kommandant Karl-Heiz Fein, der die Übung vor über 100 Zuschauern am Mikrofon moderierte. Am Ende war es dann doch fast ein Cabrio, das demnächst auf den Schrottplatz wandert. Bekommen hat die Feuerwehr das Auto von Kameraden, die in einer Werkstatt arbeiten und über solche Autos verfügen.

„Rettungswagen haben wir heute nicht im Einsatz, doch unsere zwei Rettungssanitäter sind dabei“, erklärte Kommandant Karl-Heiz Fein die Schauübung am Sonntag. „Ab zehn Jahren nehmen wir Jugendliche auf, aber auch die Aktiven freuen sich über Unterstützung“, warb er für die Arbeit in der freiwilligen Feuerwehr.

Lob motiviert

Dass solche Übungen auch die Jugend motiviert, wenn sie ein Lob bekommt, weiß der Kommandant aus Erfahrung. Er ist seit 28 Jahren im Amt und weiß, wie wichtig der Nachwuchs für die Feuerwehr ist. Sechs Mitglieder hat die Jugendwehr aktuell, davon sind zwei Mädchen. Als man in Erligheim mit der Jugendarbeit anfing, habe man noch eine Warteliste gehabt und mit 20 Interessenten begonnen. Viele davon sind inzwischen im aktiven Dienst, und es muss heute um Nachwuchs geworben werden.

Die Erligheimer Wehr hat derzeit 38 Aktive und keine Altersabteilung. Bis zum Alter von 65 Jahren helfen alle mit, um die Tagesverfügbarkeit zu gewährleisten. Eine Vereinbarung zur Überlandhilfe gibt es bei Verkehrsunfällen mit den Wehren in Freudental und Bönnigheim. Dabei halten sich die Einsätze noch in Grenzen: 17 Einsätze waren es im vergangenen Jahr, bei denen die Feuerwehr ausrücken musste, davon gingen fünf auf Brandmeldeanlagen zurück. Doch wenn es sein muss, sind sie schnell zur Stelle. „In fünf Minuten rücken wir auf jeden Fall ab“, so Karl-Heinz Fein, der gleich in der Nähe des Feuerwehrmagazins wohnt und es nicht weit hat.

Begonnen hatte der Tag der offenen Tür bereits am Samstag mit Bewirtung und Barbetrieb bis in die Nacht. Der Sonntag begann mit dem Frühschoppen und dem Mittagessen vor der Übung. Im Anschluss spielte das Jugendorchester der Stadtkapelle Bönnigheim unter der Leitung von Rainer Falk.