Üben in Kombination mit Talent treibt Blüten beim bekanntesten Musikwettbewerb, den der Deutsche Musikrat in jedem Jahr neu ausruft: „Jugend musiziert“. Von der Bönnigheimer Musikschule waren auf dem Regionalwettbewerb gleich zwei Pärchen in der Duowertung sehr erfolgreich: Die Bönnigheimer Querflötistin Isabelle Zaubitzer fährt zusammen mit ihrer Partnerin am Klavier, Amelie Benz, zum Landeswettbewerb nach Schorndorf Anfang April, ebenso die Erligheimerin Lina Belz, ebenfalls Querflöte,  und ihre Partnerin am Klavier, Maria Molchanov aus Stuttgart.

Magische Hürde

Das war ein Hallo, als beide Duette nach dem Regionalwettbewerb die magische Hürde von 23 Punkten erreicht hatten. Ab 23 Punkten fährt man als Teilnehmer zum begehrten Landeswettbewerb von Jugend musiziert, der vom 2. bis 7. April in Schorndorf stattfindet.

Die Punkteskala reicht bis 25 Punkte, und 23 Punkte sind schon ein traumhaftes Ergebnis nach einer Zitterpartie, die wohl jeden Teilnehmer erwartet. Man weiß nämlich nie so genau im Voraus, wie sich die Jury, die aus Berufsmusikern und Musiklehrern besteht, entscheiden wird.  Im Fall von Lina Belz aus Erligheim und Isabelle Zaubitzer hat sie zu deren Gunsten entschieden.

Keine Greenhorns

Beide Mädchen sind keine Greenhorns mehr, was die Teilnahme am Wettbewerb angeht. Beide waren schon öfter dabei und erfolgreich. „Beim Landeswettbewerb dabei sein zu dürfen ist schon etwas Besonderes. Da treffen die Besten aus Baden-Württemberg aufeinander. Mit der Zeit kennt man sich schon“, erzählt Lina Belz. Monatelang haben die beiden Querflötistinnen und ihre Klavierpartnerinnen an ihren Musikschulen geübt, geübt und nochmals geübt. Einmal in der Woche haben sie ihre Kräfte gebbündelt und sich gemeinsam auf den Wettbewerb vorbereitet.

Der Aufwand hat sich gelohnt: Im Schlaf können die vier nun ihre Stücke. Die beiden älteren Mächen Isabelle Zaubitzer und Amelie Benz hatten 25 Minuten zu spielen. Bei den jüngeren Lina Belz und Maria Molchanov war es etwas kürzer. Mehrere Epochen müssen jedes Mal abgedeckt sein. Die Jury will nicht nur ein modernes und ein älteres Stück hören. Sie legt darüber hinaus noch Wert auf ein schnelles und ein getragenes Werk.

Beide Mädchen sind aus der Bläserklasse und sind ihrer Lehrerin Esra Hehrmann irgendwann einmal besonders ins Auge gestochen. „Wir unterstützen Kinder gern, die Talent und Fleiß mitbringen, und begleiten sie zum Wettbewerb“, betont Hehrmann. „Beide sind ehrgeizig und fleißig und dennoch aufgeschlossen, ruhig, souverän und sehr musikalisch“, lobt die Querflötenlehrerin.

Stücke aus Youtube

Ihre Literatur haben die beiden Mädchen bei Youtube selbst herausgesucht. Sie wissen, wo die Messlatte hängt und was die Jury hören will. Lina Belz entschied sich für „Caprice Espagnol“ in Allegro Vivace von Theodor Verhey, für „Let´s Dance“,  „Haunting Habanera“ und „Tantalising Tango“ von Richard Kershaw.

Beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ ist genau festgelegt, welches Stück in welchen Schwierigkeitsgrad passt. „Das war diesmal eine Duowertung. Das heißt, es muss auch für den Pianisten anspruchsvoll sein“, weiß Esra Hehrmann.