BZ-Wahlforum Mit Fragestellungen vertraut

Uwe Deecke 13.04.2018

Es war eine anregende Diskussion im Keller des Bönnigheimer Schnapsmuseums, nachdem BZ-Redakteur Michael Soltys am Mittwoch Albrecht Dautel interviewt hatte, den aussichtsreichsten Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Bönnigheim. Die Bönnigheimer nutzten die Gelegenheit, in lockerem Rahmen ihre Fragen an den Kandidaten zu richten, die ihnen auf den Nägeln brennen.

 Eines dieser Themen ist der Verkehr und die Verkehrsregelungen in der Stadt und vor allem das Reizthema: die Bleichwiese. Seit langem sind einige Bönnigheimer und Geschäftsleute unzufrieden über die in beide Richtungen gesperrte Zufahrt zum Parkplatz an der Bleichwiese. Sie wenigstens in eine Richtung freizugeben, forderte eine Bürgerin in der Diskussion. „Ich halte den Grundgedanken für richtig“, sagte Dautel zur Verkehrsberuhigung dort, „aber die Planung geht weiter“.

Man müsse die Verkehrsströme in den Blick nehmen, Interessen abwägen und darauf achten, dass es in der Stadt genügend Parkplätze gebe. „Nicht in Zement gemeißelt“ sei für ihn die aktuelle Regelung, er sehe durchaus, dass sich die Dinge weiter entwickeln. „Wenn Sie eine Umfrage machen würden, wären zwei Drittel für eine Änderung an der Bleichwiese“, vermutete ein Teilnehmer der Diskussion.

 Gefährlich sei die Situation in der Sophie-La-Roche-Straße, wurde bemängelt. „Wir warten eigentlich täglich darauf, dass etwas passiert“, kritisierte ein Bürger die verwinkelte Ost-West-Verbindung ohne Gehwege, doch der Gemeinderat sei in dieser Sache „beratungsresistent“. Auf dieser Straße müsse unbedingt „Anwohner frei“ gelten.

Rings um Bönnigheim seien die Straßen in sehr schlechtem Zustand, bemängelte ein Teilnehmer des Forums. Und auch die unterschiedlichen Regelungen zu Tempo 30 gaben Anlass zur Kritik. In Kirchheim, wo viel mehr Verkehr herrsche, dürfe man 50 fahren, andernorts wiederum nur 30, kritisierte ein Bürger die uneinheitlichen Regelungen. Dautel will sich für Tempo 30 einsetzen. Eine Verkehrsberuhigung könne auch mit baulichen Maßnahmen wie Fahrbahneinengungen für eine bessere Regelung sorgen.

Nun ist Dautel noch nicht im Amt, er ist noch nicht einmal gewählt, doch bei der Fragerunde zeigte er sich durchaus informiert, was die Probleme der Bürger angeht. Zu allem habe er sich freilich noch nicht einarbeiten können, sagte der 42-Jährige, etwa was die Zufahrt zu den Hohenstein Instituten auf dem Schlossfeld angehe. Wie sie derzeit durch das Wohngebiet verlaufe, war ein weiterer Kritikpunkt der Diskussion. Hintergrund ist die Sorge um den Verkehr, wenn die Hohenstein Institute erweitern. Über den Bebauungsplan allerdings wird der Gemeinderat noch unter der Führung von Bürgermeister Kornelius Bamberger entscheiden, wurde in der Fragerunde deutlich.

Klage über Müll

Auch die Vermüllung an der Bleichwiese war ein Thema, ebenso wie die Lärmbelästigung durch Jugendliche und eine „Verrohung des Verhaltens“, wie es ein Bürger formulierte. Zumindest zu einer neuen Regelung am problematischen Jugendhausstandort hat sich Dautel in seinem Wahlprospekt bereits positioniert.

Dass Bönnigheim für Bürgerschaft und Tourismus zu wenig mache, sei etwa am Kirchhof zu beobachten, wo Häuser zusehends verfallen, sprach ein Teilnehmer an. Sein Ansatz sei, so Dautel, dass man durch Sanierungsprogramme und private Investoren mit einem Nutzungskonzept viel erreiche. „Jeder Leerstand ist schlecht“, sagte Dautel, „weil das Gesamtbild beeinträchtigt wird“.

Hier zu lenken und richtig zu steuern sieht der Bürgermeister-Kandidat als eine seiner Aufgaben. Das gelte auch für das Wohnen im Alter, was immer wichtiger werde. Für Investoren inzwischen interessant seien solche Wohnformen, die Älteren im vertrauten sozialen Umfeld Wohnmöglichkeiten schaffen. Doch Dautel stellte auch klar: Die Vorstellung, dass sich ein Bürgermeister etwas ausdenkt, was dann gemacht werde, „ist ein Ansatz, den es so nicht gibt“.

Bisher 380 Stimmabgaben per Briefwahl

380 Bönnigheimer haben nach Auskunft des Bönnigheimer Ordnungsamtes bereits ihre Stimme für die Bürgermeisterwahl am Sonntag, 15. April, abgegeben. Bei 6037 Wahlberechtigten ist das ein Anteil von etwas mehr als fünf Prozent. Erfahrungsgemäß wählt ein Viertel bis ein Drittel aller Wahlberechtigten, die ihre Stimme abgeben, per Brief. Hochgerechnet würde dies bedeuten, dass am Sonntag lediglich etwa  1100 bis 1400 Bönnigheimer zur Wahl gehen.

Die Wahllokale für die sechs Wahlbezirke, die es mittlerweile in Bönnigheim gibt, haben am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Dort sind insgesamt 66 Mitarbeiter und Helfer im Einsatz. Wer vorher noch per Briefwahl seine Stimme abgeben will, kann die Unterlagen an diesem Freitag bis 18 Uhr im Bürgerbüro  abholen, in dringenden Fällen ist dies auch am Samstag von 10 bis 12 Uhr möglich, so Steinhilper. Bei einer unvorhergesehenen Erkrankung oder bei einem Unfall, der den Gang zum Wahllokal unmöglich macht, ist die Briefwahl sogar noch am Sonntagvormittag möglich.

Das Ergebnis der Wahl wird aller Voraussicht am Sonntag nach kurz nach 19 Uhr im Rathaus von Bönnigheim bekannt gegeben und auf der Internetseite der BZ veröffentlicht.   sol

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