Leser-Aktiv-Sommer Mit dem Rothen Theo in den Weinberg

Gabriele Szczegulski 06.09.2018

Ja, Rother schreibt man wirklich mit TH“, sagt Weinerlebnisführerin Dorothee Hönnige, das sei die altdeutsche Schreibweise und diese benutze man bei den Weingärtnern Stromberg-Zabergäu in Bönnigheim und Brackenheim nicht nur als Bezeichnung für einen Wein sondern auch für das Gefährt Theo, benannt nach Theodor-Heuss, dem Sohn der Stadt Brackenheim.

Mit dem Rothen Theo also geht es für die 20 Gewinner des BZ-Leser-Aktiv-Sommers in die Weinberge über Bönnigheim. Gezogen wird der Wagen von einem Traktor, den Dorothee Hönniges Ehemann Uwe lenkt. Die beiden sind selbst Winzer in Neipperg und wissen deshalb viel über den Wein und seine Verarbeitung. Schon auf dem Weg gibt es nicht nur eine Secco- und Weinprobe, sondern auch viel Wissenswertes über deren Herstellung. Dorothee Hönniges listet die Namen der Wein- und Rebsorten auf, zu 80 Prozent werden in Württemberg immer noch Rotweine angebaut, das sieht man auch deutlich bei der Fahrt durch die Wengert. Die roten Trauben sind auf jeden Fall in der Überzahl.

Der Trend gehe allerdings derzeit hin zum Weißwein, immer mehr Winzer würden beginnen, weiße Trauben anzubauen. „Der Schwarzriesling tut sich schwer am Markt, während der Burgunder Aufwind hat, und der Sauvignon Blanc wird grade viel gekauft“, sagt die Winzerin, die an diesem Donnerstag mit der Lese des Sauvignon Blanc in ihren eigenen Weinbergen beginnen wird. Im Stromberg sind einige Wengerter schon mitten in der Lese: Spätburgunder, Acolon und Dornfelder sind grade dran, so die Expertin. „Mit dem Sauvignon Blanc sind wir fünf Wochen früher als sonst dran“, sagt Hönnige.

Die Fahrt wird von Schüssen unterbrochen: Der Wengerterschütz ist unterwegs und schießt zur Abschreckung der Vögel. „Das ist immer noch die effektivste Art, Vögel zu vertreiben“, sagt Hönnige. Sie wird gefragt, wie das mit dem Insektenschutzmittelverbrauch bei Winzern ist. „Wenn sie meine Rechnung für diese Mittel sehen würden, wüssten sie, dass man damit sehr sparsam umgeht, aber ohne Spritzen geht es nicht, das Risiko ist bei der geringen Gewinnspanne heutzutage zu hoch“, erklärt sie.

Nach zwei Stunden durch Deutschlands größtes Rotweingebiet, einem Secco und vier Weinen geht es in die Strombergkellerei, wo zu dem Zeitpunkt die Trauben, die später die hochklassigen Weine der Weingärtner Stromberg-Zabergäu abgeben werden, in geringen Mengen angeliefert werden und Dorothee Hönnige nochmal das mit den Begriffen Kabinett, Spätlese oder Spitzenwein erklärt. „Gar nicht so einfach, gell?“, sagt die Winzerin.

Die Fachkenntnis der Führerin überzeugte

Renate Locher, Ingersheim: „Die Angebote beim BZ-Leser-Aktiv-Sommer sind immer klasse. Aber diese Führung hier bei der Weingärtnergenossenschaft Stromberg-Zabergäu in Bönnigheim ist etwas Besonderes für mich und meinen Mann, denn wir haben in unserem Garten selbst ein paar Weinstöcke und neben dem Unterhaltungswert haben die Ausführungen von Frau Hönnige auch einen Mehrwert für uns, sie hat uns ein paar Tipps gegeben, die wir gleich umsetzen werden. Toll war, dass wir so viele Fragen stellen konnten wie wir wollten und die Gruppe nicht so riesengroß war.
Zudem ist sie nicht nur Weinerlebnisführerin sondern auch selbst Winzerin und hat dementsprechend eine große Fachkenntnis. sz

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