Bönnigheim Mehr Frauen sollen auf die Listen

Der Gemeinderat von Bönnigheim bei einer Sitzung im Sommer 2016 im Rathaus, damals noch unter dem Vorsitz von Bürgermeister Kornelius Bamberger.
Der Gemeinderat von Bönnigheim bei einer Sitzung im Sommer 2016 im Rathaus, damals noch unter dem Vorsitz von Bürgermeister Kornelius Bamberger. © Foto: Martin Kalb
Bönnigheim / Uwe Deecke 06.12.2018

Auch in Bönnigheim ist man um neue Kandidaten für die Wahl am 26. Mai bemüht. Vor allem zwei Zielgruppen sind bei allen Parteien gefragt. Weibliche und junge Mitglieder. Bis 28. März haben die Parteien noch Zeit die Kandidatenlisten aufzustocken.

Die größte Fraktion im Gemeinderat in Bönnigheim ist die FWV/CDU. Doch die Regierungspartei im Land ist im Gremium nicht mehr vertreten, nachdem der CDU-Kreisrat und Vorsitzende des Gemeindeverbands, Martin Queißer, aus dem Gremium ausgeschieden ist. „Ich weiß  nicht, ob sich das ändert“, sagt Queißer zum Fehlen der CDU im Gemeinderat. Sein Gemeindeverband umfasst Bönnigheim, Kirchheim und Erligheim, und vor allem aus Kirchheim gebe es Jüngere, die nachrücken. „Wir sind schon schwer am kämpfen“, sagt der Bönnigheimer.

Für die Stadt sei es schwierig CDU-Kandidaten zu finden, man wolle das aber in absehbarer Zeit hinkriegen, erklärt Queißer. Die Freien Wähler um den zweiten Bürgermeister Frank Sartorius stellen daher alleine die FWV/CDU Fraktion, die auch weiter so heißen soll. Dort ist man gemeinsam mit Queißer in der Endabstimmung, die in der zweiten Januarhälfte erfolgen soll. Dann stehen die Kandidaten fest, und Sartorius hätte kein Problem, wenn aus der CDU noch ein Name dazu käme. „Es ist schwierig, Kandidaten zu finden, wir sind aber sehr zuversichtlich“, so Sartorius.

In Bönnigheim spielten Parteien nicht so eine große Rolle sondern Personen. Man brauche Leute, die bekannt sind und mitgestalten wollen. Seine Fraktion will diesmal mehr Frauen als sonst aufbieten. Junge Leute, sagt er, seien „natürlich eine Herausforderung“. Ausscheiden aus dem Gemeinderat wird von der Fraktion niemand.

Anders sieht das bei der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) aus. Hier wird Manfred Schmälzle aufhören und seinen Platz räumen für einen der Kandidaten auf der Liste. Es sei nicht einfach, Kandidaten zu finden, erklärt Dittmar Zäh, der seit 1999 bei der UWG ist. Der TSV-Vorsitzende ist aber überzeugt davon, 18 Namen auf die Liste zu bekommen. „Das Problem ist eine gewisse Frauenquote“, sagt Zäh, im Moment gibt es von der UWG nur Silke Hess, die in der Fraktion vertreten ist. Man spreche die Leute persönlich an, die man sich im Gremium vorstellen könnte, natürlich auch in den Vereinen, sagt Zäh, der weiß, „dass nur wenige auf Anhieb gleich gewählt worden sind“.

Stimmenkönig hört auf

Bei den Grünen zeichnen sich auch Veränderungen ab. Aus der dreiköpfigen Fraktion wird  „Stimmenkönig“ Jörg Stolzenberger aufhören und Platz auf der Liste machen. Momentan sind nur Männer im Gremium, was Fraktionsvorsitzender Jürgen Carstens bedauert. Die Grünen hätten ja den Anspruch, Männer und Frauen in gleicher Zahl zu berücksichtigen, aber es sei beim letzten Mal keine gewählt worden. Auch seine Frau wird sich aufstellen lassen, verrät Carstens, der zufrieden ist, wenn man wieder drei Gemeinderäte stellen kann. Kandidaten kämen aus dem gemeinsamen Ortsverband mit Kirchheim, wo bislang noch keine Grünen vertreten sind. Doch das könnte sich ändern, so Carstens, denn dort möchte ein Mitglied eine Liste aufstellen.

Keine Veränderungen wird es bei der SPD-Fraktion geben, die von Dorothea Bechtle-Rüster geführt wird. Sie ist bald seit 25 Jahren im Amt als Gemeinderätin und seit 40 Jahren SPD-Mitglied. Im Kreistag ist sie seit fast fünf Jahren, wo sie nochmals kandidieren wird. Im Gemeinderat habe man von der vorherigen Liste noch einige junge Namen, die wieder auftauchen würden, so die Hofenerin. „Wir versuchen relativ viele Frauen und Jüngere zu bekommen“, erklärt die Fraktionschefin. „Verjüngung würde dem ganzen Gremium gut tun“, sagt sie, „sie müssen halt gewählt werden“. Familienpolitik werde eines der Themen sei, die im kleinen Wahlkampf im Mittelpunkt stehen, aber auch günstiger Wohnraum. Hierzu plane man mit dem Ortsverein Sachenheim Ende Januar eine erste Veranstaltung im Vorfeld zur Wahl.

Auch die AfD will bei der Kommunalwahl antreten, wie der Kreisvorsitzende Gottfried Minnich erklärt. „Wir haben vor, bei der Kommunalwahl überall Leute zu stellen“, so der Korntaler, die Kandidaten für die Liste würden aber erst im Januar/Februar ermittelt. Auch für den Kreistag kandidiert seine Partei, für die Wahl der Regionalversammlung habe man bereits zehn Kandidaten gefunden, für den Kreistag 33.

Wochenthema Kommunalwahl

In einem Wochenschwerpunkt befasst sich die BZ mit den Vorbereitungen der Parteien für die Kommunalwahl 2019. In der morgigen Ausgabe werfen wir einen Blick nach Besigheim.

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