Cronimet-Areal Maßnahme gegen den Schleichverkehr in Kirchheim

Kirchheim / Von Uwe Deecke 08.06.2018

Der Bahnhof und seine Umgebung sind der Gemeinde Kirchheim so wichtig, dass sie eine Veränderungssperre für das zum Verkauf stehende Cronimet-Areal erlassen hat. Hier sollen Entlastungen für den Verkehr durch den Ort erreicht werden.

Bereits zwei Mal saß Bürgermeister Uwe Seibold in diesem Jahr mit Cronimet am Tisch, um über die Zukunft zu beraten. Das Karlsruher Unternehmen hatte seinen Standort am Neckar aufgegeben und ist in Gesprächen mit potenziellen Käufern, die den Standort mit Bahnanschluss nutzen könnten (die BZ berichtete).

Die Gemeinde will nun einen kleineren Teil des Geländes erwerben, um vor dem Bahnhofsgebäude das zu realisieren, was seit Jahren nötig ist: Eine Wendemöglichkeit für Busse, die derzeit noch über die Wilhelmstraße durchs Wohngebiet aus dem Ort wieder herausfahren.

Neue Strukturierung

„Uns geht es um eine komplette Neugestaltung“, so Seibold auf Anfrage der BZ. Ein Wendekreis für Busse, die dann von der Landestraße über die Bahnhofstraße kommen und dorthin wieder zurückfahren, ist das erste Ziel. Ein öffentlicher Vorplatz mit Fahrradstellplätzen und Barrierefreiheit gehört ebenso zum Konzept wie einen Investor zu finden, der die beiden gemeindeeigenen Gebäude gegenüber vom Bahnhof einer passenden Nutzung zuführt. „Der gesamte Bereich gehört neu strukturiert“, sagt der Bürgermeister, auch im Hinblick auf den Schleichverkehr, der hier zunehmen dürfte. Denn er, wie auch viele Kirchheimer, befürchten diese Zunahme, wenn am Ort Tempo 30 an der B27 eingeführt wird und neue Ampeln installiert werden.

„Harte Maßnahmen“ waren bereits im Verkehrsworkshop besprochen worden. Das bedeute noch nicht eine Vollsperrung der Bahnhof- und Wilhelmstraße, aber bauliche Einengungen, die es dem Schleichverkehr schwerer machen. Die Wilhelmstraße wäre theoretisch sperrbar, doch auch hier gibt es Anwohner, die dann wieder andere Straßen belasten. Die Hauptstraße mitten im Ort wäre es auch, und sie würde wiederum mehr Verkehr auf die Schillerstraße bringen. Eine Sperrung nur für LKW könnte das Schlimmste eindämmen, wenn bei Tempo 30 wie im Verkehrsgutachten prognostiziert, 2000 Fahrzeuge täglich durch die Bahnhof- und Wilhelmstraße rollen würden.

Pendler parken überall

Dazu kommt, dass das ganze Gebiet von Pendlern zugeparkt wird, die ihr Auto abstellen und mit dem Zug nach Stuttgart oder Bietigheim fahren. Dass die Entscheidungsträger die Tarifgrenzen fallen lassen und auch der Bahnhof Lauffen dann für Pendler eine Option wird, ist ein Hoffnungsschimmer für den Ort. „Ich hoffe, dass die Politik es vollends wahr macht“, so Seibold.

Dem Bahnhofsgelände und seinem Vorplatz kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Denn noch fahren hier die Pendler morgens und abends auf der Suche nach einem Parkplatz durch und womöglich auch bald mehr Fahrer, die die B27 scheuen.

In jedem Fall muss ein Bebauungsplan dies alles erfassen und regeln, bevor die Veränderungssperre aufgehoben wird. Das Cronimet-Gelände darf nicht so einfach überplant werden, denn es ist noch nicht „entwidmet“, nachdem es einmal der Bahn gehörte. Als Sonderplangebiet liege es in der Zuständigkeit des Eisenbahnbundesamtes, erklärt der Rathauschef, doch die Entwidmung sei letztlich eine Formalie. „Es gibt keine einfachen Lösungen“, so Seibold, der Verkehr komme am Bahnhof zusammen und mache das Ganze schwierig.

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