Straßenbau Marienstraße soll zügig saniert werden

Besigheim / Uwe Deecke 07.07.2018

Der Zahn der Zeit macht auch vor der Marienstraße in der Weststadt nicht Halt. Sie wurde schon im letzten Jahr als sanierungsbedürftig eingestuft, als das Stadtbauamt seine Prioritätenliste für Straßensanierungen im Gemeinderat vorstellte. Damals wurde seitens der Räte auch gefordert, die Frequentierung der Straßen in die Bewertung mit aufzunehmen. In diesem Punkt liegt die Straße am Hang der Weststadt ebenfalls vorne, denn sie wird von vielen Autofahrern genutzt.

Nach der ersten Kostenschätzung im letzten Jahr hat sich die Sanierung mittlerweile deutlich verteuert: Auf rund 1,2 Millionen Euro kommen die Tiefbauarbeiten brutto, kein leichter Brocken für den städtischen Haushalt. Entsprechend teuer werden mit 122 500 Euro auch schon die Planungsleistungen, die in der Sitzung des Gemeinderates für Kopfschütteln sorgten.

„Warum jetzt eine Fremdvergabe?“, fragte CDU-Rat Achim Schober zu den Planungsleistungen, die extern erfolgen sollen, und regte eine Personalaufstockung an. Der planerische Aufwand sei hoch, es sei der Stadt technisch und zeitlich nicht möglich, dies zu leisten, erklärte der stellvertretende Stadtbaumeister Stefan Maier. Es seien Bodenuntersuchungen und Vermessungsdaten zu erfassen, das Ganze betreffe ein schwieriges Gelände am Hang. Die Summe sei nach den Sätzen üblich, konstatierte Bürgermeister Steffen Bühler, eine Personalaufstockung stehe nicht zur Debatte. „Die Maßnahme ist ambitioniert und wir würden gerne die Erfahrung des Büros miteinbeziehen“, so der Rathauschef.

Das Stadtbauamt plant, die Bauarbeiten mit einer Streckenlänge von 450 Metern in zwei Bauabschnitten durchzuführen. Dies soll auch schon in der Ausschreibung so festgelegt werden, um Dauer und Belastung durch die Baustelle zu reduzieren. Geplant ist ein kompletter Neuaufbau der Straße samt Gehwegen und Randsteinen sowie der Austausch der Wasserleitung. Dazu kommt die geschlossene Sanierung des Abwasserkanals im Inline-Verfahren, bei dem die Leitung von innen beschichtet wird. Die Befahrung habe gezeigt, dass hier keine größeren Schäden vorliegen und der Kanal so auf weitere 40 Jahre ertüchtigt werden könnte, so Maier auf Anfrage der BZ. Ziel sei es, die Ausschreibung im Winter zu schaffen, um im Frühjahr anfangen zu können. Damit kam er den Zeitwünschen im Gemeinderat entgegen, der das Ganze möglichst zügig und auch nicht finanziert auf zwei Jahre umsetzen möchte.

Keine Experimente

„Die Planungskosten erscheinen mir sehr hoch“, sagte Sibylle Reustle von der SPD-Fraktion, die gerne einen Vergleich mit anderen Büros gehabt hätte. „Keine großen Experimente“, warnte Friedrich Köhler von den Freien Wählern davor, jetzt in der Hochkonjunktur eine andere Firma zu nehmen. Die Prioritätenliste der Stadt ist lang und sei „ein Abwägungsprozess“, erklärte Stefan Maier. Nachdem der Sachsenheimer Weg nun abgearbeitet worden sei, stehen die Marienstraße, die Liebensteiner Straße (Ottmarsheim), die westliche Seitenstraße, die Neckarstraße, beim Wurmberg, der Eichenweg und der Amselweg ganz oben auf der Liste.

„Wir nehmen zur Kenntnis, dass Sie das Ganze früher beginnen wollen“, erklärte Bürgermeister Bühler abschließend. Das Gremium beschloss danach die Vergabe der Planungsleistungen an das Büro BS Ingenieure einstimmig bei einer Enthaltung.

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