Ein Brand in einem Zweifamilienhaus in Bönnigheim in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag nahm für einen Anwohner ein tödliches Ende. Das bestätigte die Polizei auf Nachfrage der BZ.

Den bisherigen Ermittlungen zufolge war das Feuer kurz nach 2 Uhr in der Nacht gemeldet worden, mutmaßlich im Obergeschoss. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich zwei Menschen im Haus. Die eine Person im Erdgeschoss konnte sich selbst aus dem Gebäude retten. Die Person im Obergeschoss, ein 62-Jähriger, wurde bei den Löscharbeiten tot im Gebäude gefunden. Der Dachstuhl des Hauses brannte aus, das Gebäude ist nicht mehr bewohnbar. Der Sachschaden wurde nach einer ersten Schätzung auf 200 000 Euro beziffert.

„Bei Ankunft haben wir die Meldung bekommen, dass noch ein Mensch im brennenden Geschoss ist. Wir sind dann schnell rein und haben den leblosen Mann nach wenigen Minuten gefunden und dem Notarzt übergeben“, erklärte der Bönnigheimer Feuerwehrkommandant Mike Etzel. Die 40 Mann aus der Bönnigheim hätten dann schnell Unterstützung aus Besigheim mit deren Drehleiter erhalten. Auch die Wehren aus Bietigheim-Bissingen und Ludwigsburg seien im Einsatz gewesen. „Der Einsatz hat gut geklappt und auch die Zusammenarbeit mit den andern Abteilung lief reibungslos“, sagte Etzel.

Auf Nachfrage der BZ erklärte Albrecht Dautel, Bürgermeister Bönnigheims: „Das ist schon ein Schock für die Stadt. Wir hatten hier lange keinen verheerenden Brand mit Todesopfern mehr.“ Dautel selbst sei durch die Feuerwehr informiert worden und sein Stellvertreter Hans-Martin Jäger sei gleich vor Ort gewesen. „In dem Haus gibt es zwei Wohnungen, der Dachstuhl ist komplett ausgebrannt und die untere Wohnung ist aufgrund des Wassers nicht bewohnbar“, sagte der Schultes. Das Todesopfer sei der Hauseigentümer gewesen. Der Bewohner der Wohnung darunter sei derzeit in der Nachbarschaft untergekommen. „Wir stehen im Kontakt mit ihm und klären, ob er unsere Unterstützung braucht oder ob einen Ort zum Bleiben hat“, so Dautel.

Für die Einsatzmaßnahmen musste die Meimsheimer Straße bis gegen 7.30 Uhr in beiden Richtungen gesperrt werden. Am Brandort waren laut Etzel rund 60 Einsatzkräfte der Feuerwehr. Wie die Polizei mitteilt seien zudem 10 Mitarbeiter des Rettungsdienstes und vier Streifenbesatzungen der Polizei eingesetzt worden. Brandermittler und Kriminaltechniker des Polizeipräsidiums Ludwigsburg haben am Donnerstagvormittag ihre Arbeit am Brandort aufgenommen. „Aussagen zur Brandursache sind derzeit noch nicht möglich“, teilt die Polizei mit.

Dautel lobt die Freiwillige Feuerwehr und erklärte, dass sich die Brandbekämpfer noch am Donnerstag zu einer Nachbesprechung treffen. Das bestätigte Etzel. Er habe eine junge Truppe und deswegen auch die Notfallseelsorge um Unterstützung gebeten. Es sei wichtig einen solchen Einsatz ausführlich nach zu besprechen.

Ulrich Gratz, Leiter der Notfallseelsorge im Landkreis erklärte, dass zu dem Einsatz auch zwei seiner Teammitglieder gerufen wurden. „Zunächst war unklar, ob sie für Angehörige von Opfern oder für die Einsatzkräfte bestellt wurden“, sagte Gratz. Nicht nur, aber vor allem bei drastischen Einsätzen wie dem in Bönnigheim sei eine seelsorgerische Betreuung gewünscht. 28 geschulte Seelsorger sind im Team des Kreisnotfallseelsorge, die meisten seien sowohl für die Angehörigen-Seelsorge als auch für die bei den Einsatzkräften geschult. „In Bönnigheim haben die beiden Frauen, die im Einsatz waren, die Einsatzkräfte im direkten Nachgang zum Einsatz schon auf der Wache betreut“, so Gratz. Wenn vom Kommandanten gewünscht, könne auch in ein paar Tagen noch mal ein Team mit den Einsatzkräften arbeiten.