Das Jahr 2018 war für die Kommunen im nördlichen Landkreis ein Jahr voller Herausforderungen. In Löchgau stehen die Zeichen auf Wachstum mit dem Baugebiet Lüssen, die Finanzen sehen dabei sehr gut aus. Doch es stehen hohe Investitionen an.

„Gerade zum Jahresende konnte man bei vielen wichtigen Projekten noch die eine oder andere Hürde nehmen und damit die Ziele des Gemeindeentwicklungskonzepts konsequent weiterverfolgen“, sagt Robert Feil zur Gesamtbilanz 2018. In vielen Bereichen habe man unter Einbeziehung der Beteiligten gute Ergebnisse erzielen können. „Somit befinden wir uns eigentlich auf einem ganz guten Weg und können nun bei einigen Projekten in die Umsetzung einsteigen.“

Von der Größenordnung her gehört die Sanierung der beiden historischen Gebäude am Kirchplatz 2 und 3, die in vollem Gange ist und sich nun auf 3,2 Millionen Euro verteuert hat, zu den wichtigsten Projekten und Investitionen. Viel Geld, doch die Hälfte der Summe kommt aus  Landeszuschüssen. Und Feil ist überzeugt, dass die Gebäude mit der Vermietung am Ende wirtschaftlich zu nutzen sind. Man liege hier sehr gut im Zeitplan, rechtzeitig zum Winter konnten die Dächer geschlossen werden. Dass man den erweiterten Bürgergarten auf den Weg bringen konnte, sei sehr erfreulich. „Dadurch wird das ganze Areal dann in meinen Augen schon ein städtebauliches Highlight“, so Feil. Erfreulich war für ihn auch der späte Spatenstich zur Kleeblatt-Erweiterung neben dem Bürgergarten, der lange auf sich warten ließ. Wie  überall sei der Wohnraumbedarf ein wichtiges Anliegen gewesen. Sowohl in der Innenverdichtung im Greuth und in der Löfflerstraße als auch im neuen Baugebiet Lüssen seien Projekte auf den Weg gebracht worden. In Sachen Infrastruktur wurde wieder investiert, etwa in das neue Regenüberlaufbecken für eine halbe Million Euro.

„Schwäbisch gesagt: Da können wir nicht meckern“, sagt Feil zur Haushaltslage 2018. Der Ergebnishaushalt werde mit einem deutlichen Überschuss abschließen, mit Spielraum für weitere Investitionen, die Gewerbesteuer werde aller Voraussicht nach einen Höchststand erreichen, und man habe eine „gute bis sehr gute Liquidität“, die man bei den anstehenden Projekten gut gebrauchen können. „Natürlich steigen auch bei uns die Personalkosten“, so Feil mit Blick auf die Kinderbetreuung.

Aussichten auf die Entwicklung 2019? Man werde „gut gefordert“ sein im nächsten Jahr, glaubt der Bürgermeister. Die Erschließung des Baugebiets Lüssen wird in Gang kommen, investiert werde in die Sanierung und Erweiterung des Kinderhauses Hasennest und in Infrastrukturmaßnahmen (Tulpenweg/Marienstraße/Häckselplatz).

Auch 2019 werde „intensiv und anspruchsvoll“ sein. „Ich freue mich schon darauf, gemeinsam mit den Mitarbeitern, dem Gemeinderat und den Bürgern die Gemeinde weiter gestalten und weiter entwickeln zu können“, erklärt Feil zu seinen persönlichen Erwartungen für 2019. Dann stehen auch die Kommunalwahlen an. „Da wünsche ich mir, dass wieder gute und engagierte Kandidaten antreten, die die Gemeinde mit voranbringen möchten“, hofft Feil. Er setzt auf verstärkte Bürgerbeteiligung, die oft die besten Ergebnisse bringe.

Sorgenkinder der Gemeinde? Es gab Schwierigkeiten, einen Generalunternehmer für die Pflegeheimerweiterung zu finden, was nun am Ende doch noch gelang. Allgemein entsprachen die Kostenberechnungen nicht immer dem, was sich dann in der Ausschreibung zeigte, wo die Kosten dann um einiges höher lagen. „Das ist ein Thema, das uns stark beschäftigen wird“, blickt Feil voraus. Auch das Thema Personalgewinnung im Kindergartenbereich oder für das Freibad werde in Zukunft zunehmend zum Problem, so der Bürgermeister.