Es ist das gemeinsame Versuchsfeld der Landkreise Ludwigsburg und Heilbronn in Bönnigheim, das jedes Jahr im Zentrum des Interesses von Bauern, Händlern, Züchtern und Herstellern von Düngemitteln steht. 100 Sorten werden hier angebaut, rund die Hälfte davon ist neu, der Rest sind bewährte Vergleichssorten, die den Unterschied zu den Neulingen aufzeigen. „Die Vergleichssorten sind bewährte regionale Sorten“, so Pflanzenbauberater Uli Klenk vom Heilbronner Landratsamt, der das Feld wie seine Kollegen aus Ludwigsburg über das Jahr genau beobachtet. „Die Bedingungen waren gut“, bewertet er das bisherige Jahr, es gab diesmal mehr Regen als sonst im trockenen Bönnigheim, das im Regenschatten des Strombergs liegt. „Wir sind im Qualitätsweizengebiet“, so Klenk, und man könne hier zwar nicht die großen Massen ernten, weil das Wasser fehle. Aber in kleinerem Umfang dafür qualitativ hochwertigen Weizen, der hier in mehreren Wellen gepflanzt wird, um das Wachstum aufzuzeigen.

Ausgewählt werden aus dem Pool der behördlichen Neuzulassungen Sorten, die in diese Region passen, so wie es bei den anderen zwölf Versuchsfeldern im Land auch geschieht.

Klenk führte eine der drei Gruppen über das Versuchsfeld und stellte Neues und Bewährtes vor. Alte Sorten wie „Ponticus“ oder „RGT Reform“, die sich über Jahre schädlingsresistent gezeigt haben und einen guten Ertrag liefern, hätten aber auch im letzten Juli am starken Hagel gelitten, der in Bönnigheim niederging. „Die Hälfte lag auf dem Boden“, erinnert sich Klenk an den Hagelschaden. Das was jetzt wächst, ist Winterweizen, der im November und Dezember gesät wurde und nun prächtig aussieht. Neben den alten Sorten gibt es Neuzüchtungen wie „Lemmy“, die die Zulassung bekommen haben, und deren Nachfolger werden könnten. Es hat sich gezeigt, dass bei großflächigem Anbau die Resistenzen der Pflanzen abnehmen, so dass weiter gezüchtet und ausprobiert wird, welche Sorten mit den Bedingungen am besten zurechtkommen.

Mehr und mehr fordere die Politik die Düngung mit Stickstoff zu reduzieren, erklärte der Pflanzenbauberater den künftigen Kurs. Um der drohenden Trockenheit im Sommer vorzubeugen, habe man dreimal und sparsamer als sonst damit gedüngt. Der Gelbrost war in den letzten Jahren einer der Hauptschädlinge, sei aber in diesem Jahr ausgeblieben, so Klenk. Annaleen Kurfess führte ihre Gruppe durch die Kartoffelsorten, die im Versuchsfeld angebaut werden. „Cathy“, „Lilly“, „Chateau“ oder „Graziosa“ heißen hier die Sorten, die Kurfess vorstellte, sie bewertete und mit dem Messer aufschnitt, um die Farbe zu sehen. „Twister“ sei unter anderem für den Biobereich und habe eine gute Resistenz, stellte sie eine andere Sorte vor, die gut gediehen ist.

Die dritte Gruppe machte sich von der Gerste ein Bild, die von verschiedenen Züchtern stammt und teilweise eine Brauzulassung bekommen hat. Philipp Mayer vom Landratsamt Ludwigsburg verwies auf die zwei Favoriten, die seit geraumer Zeit den Markt dominieren: „RGT Planet“ und „Avalon“ seien bei den meisten Betrieben im Einsatz, und auch nicht so vom Mehltau befallen.

Angebaut werden auf dem Versuchsfeld aber auch Sojabohnen und Mais – Pflanzen, die die meisten Besucher der Begehung aber eher weniger interessierten. Für die haupt- und nebenberuflich tätigen Bauern stehen in erster Linie Höhe und Stabilität des Ertrags im Mittelpunkt, dazu eine geringe Krankheitsanfälligkeit, um den Pflanzenschutzaufwand gering zu halten. Sorten, die es hier in drei Jahren schaffen, die Prüfungen erfolgreich zu durchlaufen, finden schließlich Eingang in die Empfehlungen der Landwirtschaftsämter. In Bönnigheim werden auch Energiepflanzenversuche mit Chinaschilf durchgeführt.