Ratgeber Kreativität heißt das Zauberwort

Der Bönnigheimer Tilo Staudenrausch und sein neues Buch „Organisierte Kreativität“.
Der Bönnigheimer Tilo Staudenrausch und sein neues Buch „Organisierte Kreativität“. © Foto: Helmut Pangerl
Bönnigheim / Gabriele Szczegulski 01.08.2018

Er nennt sich Rockabilly-Prof oder Denk-Agent: Der Bönnigheimer ist Professor für Unternehmenskommunikation und digitale Medien und Unternehmerberater hat sich zur Lebensaufgabe gemacht, für mehr Kreativität im Alltag zu kämpfen. Kreative Ansätze in Verbindung mit Handwerk und Pragmatik, so sagt Tilo Staudenrausch, würden mehr Innovationen hervorbringen. „Die Kreativität wird uns abtrainiert“, behauptet der Bönnigheimer, „aber wir können sie uns wieder zurückholen“.

Was für ihn Kreativität ist – und er lässt bewusst die Kunst außen vor –, wie man sie erlernen und verwenden kann und was sie unserer Gesellschaft nutzt, hat er „als Grundlage meines Denkens“ in einem kürzlich erschienenen Buch aufgeschrieben. „Die organisierte Kreativität“ heißt es. In vorderster Linie geht es dem Unternehmerberater darum, wie sich Firmen einem sich ständig verändernden Markt stellen können, aber gleichzeitig auch der Mitarbeiter mehr einbezogen wird und seine kreativen Ideen gefördert und gewürdigt werden. Für Staudenrausch ist das Zauberwort Kreativität, im Beruf und im Alltag. So teilt er die Menschen in Verwirrte (Kreative) und Verbohrte (Nicht-Kreative) auf, betont aber, dass jeder Mensch Kreativität in sich hat, die „aber auf der Strecke geblieben ist“.

Für Staudenrausch bedeutet Kreativität „das Verknüpfen von bisher Unverknüpftem“. Ein Kind, so nennt er ein Beispiel, versucht zu laufen, es probiere alles Mögliche aus, falle, stehe wieder auf – und könne irgendwann gehen. So macht es auch ein Erfinder: Er probiere aus, habe Rückschläge, bis das Experiment gelinge. Kreativität müsse man üben, wie ein Instrument. Aber die Menschen kämen, so sagt er, ungern aus ihrer Komfortzone heraus. „Wo es um wirtschaftliche Bilanzen und Zahlen geht, hat die Kreativität bisher nichts zu suchen, denn Kreativität ist nicht messbar“. Aber: „Viele Unternehmen erkennen zurzeit, dass sie mit konventionellen Methoden nicht mehr weiterkommen, vor allem hier in Deutschland, ihnen fehlen die Innovationen, sie machen jahrelang immer dasselbe“. Dann bemerken sie, dass unbekannte, kleine Firmen ihnen den Rang ablaufen, „weil dort jeder Mitarbeiter kreativ ist“. Doch Kreativität sei nicht von oben befehlbar, sie müsse entstehen durch einen Wandel der Denkweise. Und hier setzt sein Buch an.

Für Staudenrausch bedeutet angewandte Kreativität mehr Zufriedenheit für die Menschen, mehr innovative Ideen und dadurch auch Erfolg und eine bessere Zukunft. „Wer etwas bewegen will, muss kreativ sein, aber das wird oft gebremst“, sagt er. Für sich und nach außen hin für seine Ideen hat Tilo Staudenrausch den Rockabilly der 50er-Jahre zum Markenzeichen gemacht. „Das ist ein Symbol, einerseits ist  der Rockabilly etwas gestriges, aber er ist auch ein Zeichen der Rebellion“. Der Rockabilly soll zeigen, dass man durchaus das Vergangene mögen und es auch bewahren kann, aber trotzdem zukunftsweisend und kreativ ist.

Rockabilly-Blog

Auf seiner Internetseite hat er einen Rockabilly-Blog oder auch Kreativitätsplauderstube eingerichtet. In seinem Zimmer, das ganz im Stile der 50er-Jahre eingerichtet ist, mitten in Bönnigheim, in seinem Büro in der Alten Ziegelei, führt er Interviews. Zu Gast sind Menschen, die die Kreativität als Kraft zulassen, wie der bekannte Verkaufstrainer Markus Euler. Seine Gäste unterhalten sich mit Tilo Staudenrausch über die Kreativität als Mehrwert.

Info Das Buch von Tilo Staudenrausch „Organisierte Kreativität“ gibt es im Buchhandel. Es ist im Verlag Business Village erschienen und kostet 24,95 Euro und als E-Book 19,95 Euro.

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