Aus aktuellem Anlass kam zur konstituierenden Sitzung des Freudentaler Gemeinderats ein ärgerliches Thema auf die Tagesordnung, das aber keinen Aufschub duldet. Die Sanierung des Kleinspielfelds ist derzeit gestoppt, weil der grobe Schotter nach Ansicht der ausführenden Firma keine Asphaltierung erlaubt. Der Platz soll aber in jedem Fall vor dem Herbst fertig werden und auch von der Ganztagsbetreuung der Grundschule genutzt werden können.

Schon bei der Ausschreibung für die Sanierung des Freudentaler Bolzplatzes konnten die anvisierten Kosten von 360 000 Euro nicht gehalten werden. Schuld war damals die starke Auslastung der Betriebe. Geplant ist hier ein kleines Fußballfeld in der Mitte, die 80-Meter-Laufbahn, eine Weitsprunggrube sowie ein Feld für Basketball. Um Kosten zu sparen, verzichtete man in der Planung auf ein Drehkreuz am Eingang sowie die Trennwand zwischen Basketball- und Fußballnutzung und eine Kletterwand.

Schäden am Kunststoffbelag waren damals Ausgangspunkt für eine erste Untersuchung des Untergrunds, der wie auch die Drainage über Jahrzehnte gehalten hatte. Obwohl man nur wenige Risse im Asphalt fand, sollte dieser völlig erneuert werden, was die Kosten in die Höhe trieb. Die Kostenberechnung lag im Oktober damit bei rund 360 000 Euro, nachdem man zunächst von rund 200 000 Euro ausgegangen war. Nach den Rissen schlug das beauftragte Brackenheimer Büro Plankonzept die komplette Entfernung und den Austausch des Bodens vor. Unterstützt wird die umfangreiche Sanierung mit 120 000 Euro vom Land. Dazu kommen nochmals 35 000 Euro von der Sportstättenförderung, die Kleinspielfelder bezuschusst.

Inzwischen steht der neue Zaun, der auch zur Tennisanlage hin erneuert wurde, wo nun auch eine zweistufige Sitzgelegenheit gebaut wurde. Auf dem Platz liegen Haufen von Asphalt verteilt, und ein Schloss verhindert den Zugang zur Baustelle. Grund für den Stopp sind Bedenken der ausführenden Firma hinsichtlich des Untergrunds: Der Schotter sei zu grob und es gebe Scherkräfte, die einen neuen Asphaltbelag gleich wieder zerstören könnten, erläuterte Jürgen Haas vom Planungsbüro Plankonzept. „Der Baugrund ist sehr bindig aus Ton und wir haben stehendes Wasser gefunden“, so der Planer. Es gebe eine schlechte Tragfähigkeit und die Gefahr von Rissen, wenn nun einfach weiter gearbeitet werde.

Aus diesem Grund wurden die Bauarbeiten eingestellt und es wird nach einem Ausweg gesucht. Die Baufirma stellte in Zusammenarbeit mit dem Planer vier Varianten vor, die als Nachtrag zu den Kosten hinzukämen.

Bürgermeister Alexander Fleig hat die Nachtragsforderung auch „getroffen wie ein Schlag“, wie er sagte. „Je mehr die Firma auf dem Gelände war, desto schlechter ist der Zustand geworden“, so Fleig, der das Thema vor der Sommerpause entschieden haben wollte. Er sei der Meinung gewesen, dass nach den Bodenproben Sicherheit über das weitere Vorgehen da wäre, „Flickschusterei“ scheide für ihn aber aus.

„Es geht zu wie auf dem arabischen Markt“, machte CDU-Rat Ulrich Greß seinem Ärger Luft, wenn die Firma wieder etwas verteuere für künftige Sicherheiten. Ebenfalls Bedenken hatte Andreas Büdenbender von der Bürgergruppe. Die Drainage habe 20 Jahre anstandslos funktioniert und solle nun erneuert werden. Natürlich dürfe aber kein Risiko für die nahe Gemeindehalle entstehen, wenn es zu Starkregen komme. „Die Asphaltfirma geht nur drauf, wenn die Scherkraftwirkung weg ist“, machte Norbert Schmatelka deutlich, der mit Verwaltung und Baufirma vor Ort war. Das Problem sei die Gewährleistung bei den billigen Varianten, die als Nachtrag zur Diskussion stünden.

„Wofür haben wir einen Planer?“, fragte Michael Bertet (SPD). Womöglich seien im Vorfeld auch Fehler gemacht worden. Man habe in jedem Bestandsbau auch Risiken, erklärte Haas, dass es so gekommen sei, habe keiner ahnen können. Einen Festpreis schlug Steffen Grob von der Bürgergruppe vor, nachdem im Gremium klar war, dass der Platz keinen hohen Belastungen ausgesetzt sein wird und man auf erhöhte Gewährleistung notfalls auch verzichten kann. Die „Schmerzgrenze“ von 54 000 Euro für die günstige Variante D konnte der Rat schließlich mittragen: Sie bedeutet den Abtrag des Schotters, den Austausch weicher Stellen und eine neue Hauptsammlerdrainage.

Wenn das ausführende Tiefbauunternehmen einverstanden ist, und wie angekündigt bald beginnen kann, wäre der Platz Ende September bespielbar. Das Gremium stimmte diesem Vorgehen einstimmig zu.