Im vergangenen Jahr hatte der Löchgauer Bürgermeister Robert Feil die Mitglieder des Gemeinderats gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten mit einer erfreulichen Mitteilung in die Ferien geschickt: Dort, wo sich früher der Gasthof "Sonne" befand, solle bald ein Norma-Markt mit einer Verkaufsfläche von zirka 1000 Quadratmetern und 50 Parkplätzen entstehen, lautete die frohe Kunde, die der Rathauschef damals im Ortsparlament verkündet hatte.

Die gewählten Bürgervertreter hatten die Nachricht im Dezember mit Zufriedenheit zur Kenntnis genommen. Am Donnerstag letzter Woche schufen sie nun die erforderliche Rechtsgrundlage für die Ansiedlung eines Lebensmittelmarkts auf diesem Gelände.

Ohne Gegenstimme und ohne jedwede Diskussion genehmigte der Gemeinderat die Aufstellung des Bebauungsplans des Löchgauer "Sonnenareals". Damit steht dem geplanten Norma-Markt von Seiten der Gemeinde kaum noch etwas im Wege. Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte Feil die Ankündigung, dass der Löchgauer Bonus-Markt in den gemeindeeigenen Räumen im Ortszentrum zum Jahresende dauerhaft seine Tore schließt, alarmiert. Daraufhin hatte er Kontakt zu potenziellen Marktbetreiberfirmen aufgenommen, um zu eruieren, ob es ein eventuelles Interesse an einer Ansiedlung auf dem "Sonnenareal" gibt.

Seit einiger Zeit führt der Schultes nun Gespräche mit dem Marktanbieter Norma. Die Firma sei daran interessiert, einen Markt in Löchgau zu eröffnen, hatte Feil noch vor Weihnachten berichtet. Ein Lebensmittelmarkt auf dem Sonnenareal in Löchgau wäre für Feil in mehrerlei Hinsicht ideal: Für die künftige Nutzung des Sonnenareals gäbe es damit eine sinnvolle Lösung und obendrein könnte die schwierige Nahversorgungssituation in der Ortsmitte wieder verbessert werden. Und überdies würden im Ort zusätzliche Parkflächen entstehen.

Noch im Dezember hatte die Gemeinde allerdings Gegenwind vom Arbeitskreis Dorfbild bekommen. In einem offenen Brief an die Ortsverwaltung von Löchgau hatte sich der Arbeitskreis gegen einen Norma-Markt an betreffender Stelle ausgesprochen.

Inzwischen hat die Gemeinde indes trotzdem vorgearbeitet und das Einkaufsmarkt-Projekt bereits mit den Behörden abgesprochen. "Das Landratsamt Ludwigsburg hat ebenso wie das Regierungspräsidium Stuttgart und der Verband Region Stuttgart Zustimmung signalisiert", teilte der Bürgermeister am Donnerstag im Gemeinderat mit. Im Blick auf den Artenschutz sind demnach durch die Marktansiedlung im "Sonnenareal" angeblich keine Probleme zu erwarten.

Da der dortige Bebauungsplan eine Innenentwicklung vorsieht, kann die Gemeinde zudem auf einen Umweltbericht verzichten. Und auch hinsichtlich einer möglichen Lärmbelästigung der Anwohner hat sich die Gemeinde Löchgau bereits abgesichert. Laut der schalltechnischen Untersuchung werden die geltenden Lärmrichtwerte zu jeder Tages- und Nachtzeit eingehalten. Schließlich bescheinigt auch das im Januar erstellte Einzelhandelsgutachten der Gemeinde: Der Markt ist für den Ort förderlich, ja sogar notwendig.

Großen Wert legt die Gemeinde laut Feil auf die Bürgerbeteiligung. Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit sollen die Löchgauer am Freitag, 20. Februar, auf einer Informationsveranstaltung über die Norma-Pläne informiert werden. Anschließend können die Ortsbewohner, aber auch die betroffenen Behörden ihre Meinung zur Planung äußern und eventuelle Anregungen vorbringen.

Danach wird ein Bebauungsplanentwurf ausgearbeitet und es findet eine erneute Offenlage statt. Erst dann soll der Gemeinderat den Bebauungsplan "Sonnenareal" nach Abwägung der vorgebrachten Stellungnahmen per Beschluss absegnen.

Unklar ist aber noch, wie der mögliche Norma-Lebensmittelmarkt später einmal aussehen soll. Vorab nur so viel: Das eingeschossige Gebäude soll maximal 6,5 Meter hoch sein und ein begrüntes Flachdach haben.