Der Verkehr auf der Bundesstraße wird weiter zunehmen, da sind sich die Macher der neuen Bürgerinitiative „B27 außenrum“ sicher. Das erste Treffen in den Alten Schule zeigte, dass Lösungen für den Ort machbar sind.

Der traurige Tod einer Rentnerin, die vor wenigen Wochen beim Überqueren der B27 starb, war der jüngste Anlass, für Kirchheim etwas zu verändern. Der Ort wird durchschnitten von der Bundesstraße und ist gleichzeitig Knotenpunkt des Verkehrs aus Heilbronn, Besigheim, dem Zabergäu und der A81. Schubladen voller Pläne gebe es seit vielen Jahren, doch passiert sei nichts, leitete Mitinitiator Rolf Riecker die erste Versammlung der Bürgerinitiative ein, die nun etwas verändern will.

„Der größte Teil des Verkehrs ist Durchgangsverkehr“, so Riecker, und wo es andernorts großzügige Umfahrungen gebe, sei Kirchheim bislang vergessen worden. Gründe dafür könnten die Tal- und Randlage im nördlichen Kreis Ludwigsburg sein, wo sich kaum ein Politiker mal hin verirre. Nun drohten eine Tempo-30-Regelung und noch mehr Ampeln, die den Verkehr in die Schleichwege mitten durch den Ort dränge.

Harte Maßnahmen gefordert

Bis zu 2000 Fahrzeuge (inklusive LKW) täglich lautet die Prognose für die Bahnhof- und Wilhelmstraße und sie bedeuten, dass es für Kinder oder Rentner mitten im Ort und teilweise ohne Gehweg gefährlich wird. Bis zu 24 000 Fahrzeuge rollen täglich über die B 27, schätzungsweise ein Drittel davon in Nord-Süd-Richtung. Der Hauptanteil laufe inzwischen aber von der Autobahn ins Zabergäu und zurück.

Dazu kommen die vielen Pendler, die zum Bahnhof wollen und ihr Auto dort den ganzen Tag abstellen. Sie müssten raus, forderte ein Teilnehmer. Nur harte Maßnahmen wie die Sperrung der Bahnhofstraße oder Wilhelmstraße könnten Kirchheim vor dem Verkehrskollaps retten, meinte ein weiterer. Bis zum Ziel der Teil­ortsumgehung, im Regionalplan längst als Trasse festegelegt, könnten noch 10, 20 oder 30 Jahre vergehen, schätzte Riecker. Von der Hohensteiner Straße würde sie am Neubaugebiet vorbei zum südlichen Ortsende Kirchheims führen und einen Großteil des Verkehrs im Ort abfangen (die BZ berichtete). Um die Aufmerksamkeit und Gelder zu bekommen, gelte es Ideen zu entwickeln. Mit Steffen Bilger habe man nun einen Mann im Verkehrsministerium, der sich um den Landkreis kümmern könnte.

Auch eine Mautkontrollstelle hat Bürgermeister Uwe Seibold bereits beantragt für Kirchheim, wo überdurchschnittlich viele LKW durch den Ort rollen.

Kinder, die die B27 zur Schule überqueren und sich nicht mehr auf das Rotlicht für Autofahrer verlassen können, wurden ebenfalls angesprochen. Es sei ein Wunder, dass in Kirchheim noch nicht mehr passiert sei, waren sich die Teilnehmer einig.

Weitere Maßnahmen

Die Teilnehmer wollen sich wieder treffen, dann sollen Prioritäten und ein Maßnahmenkatalog festgelegt werden. Das nächste Treffen der Bürgerinitiative soll in der Woche nach Ostern in der Alten Schule stattfinden.