Kirchheim Kirchheim will Rotlicht-Blitzer an der B 27

An der Kreuzung Hohensteiner Straße, Besigheimer Straße und Schillerstraße soll ein Rotlicht-Blitzer installiert werden. Er soll für Sicherheit sorgen und den Schleichverkehr eindämmen.
An der Kreuzung Hohensteiner Straße, Besigheimer Straße und Schillerstraße soll ein Rotlicht-Blitzer installiert werden. Er soll für Sicherheit sorgen und den Schleichverkehr eindämmen. © Foto: Helmut Pangerl
Kirchheim / Von Uwe Deecke 27.06.2018

Seit Jahren haben sich die Verkehrsströme um Kirchheim herum verlagert. Sie verlaufen inzwischen von West nach Ost, und der Hauptanteil fährt nicht mehr über die B 27 weiter nach Besigheim sondern über die Max-Eyth-Straße Richtung Autobahn. Auch der Schwerlastverkehr hat massiv zugenommen und belastet die Ortsdurchfahrt. Reagiert haben die Behörden darauf nur wenig. Die Kommune arbeitet daher seit zwei Jahren an einem Verkehrskonzept, das auf der jüngsten Gemeinderatssitzung wieder Thema war und von Stefan Wammetsberger vom Büro Köhler und Leutwein vorgestellt wurde.

„Wir haben konkrete Ziele anhand eines Maßnahmenkatalogs gesetzt“, so Bürgermeister Uwe Seibold, nun sei es an der Unteren Verkehrsbehörde des Landratsamts diese umzusetzen. Einer der Eckpunkte ist der angestrebte Bereich an der Max-Eyth-Straße/Bahnhofstraße, der Abbiegespuren und eine Vollampel bekommen soll. Hier hinein geht der Auto- und Busverkehr zum Bahnhof, wo es nach den Vorstellungen des Gemeinderates einen Busbahnhof mit Wendemöglichkeit geben soll (die BZ berichtete). Bisher fahren die Busse durch Wohngebiet über die Wilhelmstraße zurück, was für die Bürger dort eine erhebliche Belastung darstellt. Die Wilhelmstraße soll mit Verkehrshütchen ausgestattet werden, um das Fahren über den Gehweg zu verhindern, darüber hinaus soll sie zwischen Schiller- und Friedensstraße zur Einbahnstraße werden, um den Schleichverkehr zu minimieren.

Auch der Bereich ums Rathaus soll sich verändern. Hier fordert der Gemeinderat eine verkehrsberuhigte Zone mit sieben Stundenkilometern. Weil hier auch Lieferverkehr stattfinde, könne man ein LKW-Verbot hier kaum durchsetzen, so Seibold. Ein neuer Rotlichtblitzer an der Schillerstraße/B27 steht ebenfalls auf der Wunschliste der Gemeinde. Hier für einen sicheren Überweg für die Schulkinder zu sorgen, ist seit langem ein Wunsch des Gemeinderats. Tatsächlich ignorierten viele Autofahrer das Rotlicht, wie Seibold aus Erfahrung weiß, egal ob Kinder an der Seite stehen oder nicht. Die Sperrung der Schillerstraße für den Schwerlastverkehr und die Ampelanlage am Schillerplatz laufen bereits als Antrag beim Landratsamt.

„Die Ultima Ratio wäre, die Verbindung der Hauptstraße zur B27 zuzumachen“, sagt Seibold, doch davor soll zunächst anderes versucht werden. „Ein Schritt nach dem anderen, um zu sehen was man mit was erreicht“, sei angestrebt, um einen möglichen Zusammenbruch zu verhindern. Über allem schwebe der Wunsch nach einer Teilortsumfahrung wie sie die Bürgerinitiative „B27 raus aus Kirchheim“ verfolgt.

Bei weiteren Ampeln und einem Tempo 30 drohen dem Ortskern nach der Einschätzung des beauftragten Verkehrsexperten enorme Schleichverkehre. Auf bis zu 2500 Fahrzeuge pro Tag schätzt Stefan Wammetsberger dann die Verkehrszahlen mitten durch den Ort ein, inklusive Schwerlastverkehr.

Wegen des Maut-Ausweichverkehrs und einer möglichen Überwachungssäule hat Seibold das Bundesamt für Güterverkehr angeschrieben und bislang „null gehört“. Ein Vierteljahr keine Antwort von einer Bundesbehörde, das könne eigentlich nicht sein, sagt Seibold. Mit gemischten Gefühlen blickt er auch der Tarifreform des VVS entgegen. Sie sei zwar positiv für die Pendler, die nun günstiger nach Stuttgart kommen, doch er habe Sorge, dass nun noch mehr Fahrzeuge an den Bahnhof kommen und alles zuparken.

Seine Hoffnung ruht einerseits auf einem VVS-Beitritt Lauffens und der Reaktivierung der Zabergäubahn, die derzeit heiß diskutiert wird. „Wenn die Züge fahren und pünktlich fahren“ sei dies schon mal ein großer Fortschritt. „Früher hat man über Italien gelächelt“, so Seibold, doch dort fahren die Züge heute pünktlich und es kommen auch alle. Ein Zustand, den man sich in Kirchheim nur wünschen kann.

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel