Löchgau Kinder erleben einen aufregender Tag

Sommerferienprogramm:  "Lautlos wie ein Vogel" mit der Luftsportgemeinschaft Bietigheim-Lauffen-Löchgau auf dem Flugplatz Löchgau.
Sommerferienprogramm: "Lautlos wie ein Vogel" mit der Luftsportgemeinschaft Bietigheim-Lauffen-Löchgau auf dem Flugplatz Löchgau. © Foto: Helmut Pangerl
Löchgau / Von Uwe Deecke 21.08.2018

Es ist ein beliebtes Angebot im Ferienprogramm der Gemeinde Löchgau: 33 Kinder ab zwölf Jahren waren am Freitag bei der Luftsportgemeinschaft Bietigheim-Löchgau-Lauffen aus dem Flugplatz in Löchgau, viele aus Bietigheim, Löchgau und Freudental, aber auch aus Tamm, Freiberg und Kornwestheim.

Beim Programm „Segelfliegen!  Lautlos wie ein Vogel“ bekamen die Ferienkinder zunächst mal eine Einweisung am Segelflugzeug, zu seinen Instrumenten und seiner Technik, bevor es in den Theorieunterricht ging. Jugendleiter Luca Faigle erzählte Wissenswertes zu dem 1950 gegründeten Verein, der 16 Segler und elf Fluglehrer hat.

Und zur Aerodynamik: „Warum fliegt ein Flugzeug, ein Kühlschrank aber nicht?“, fragte er im Theorieteil. „Das liegt an den Tragflächen, an denen die Luft oben schneller fließt“, wusste Ole aus Freiberg. Richtige Antwort, die der Jugendleiter noch etwas präzisierte. Auftrieb und Vortrieb müssen stärker sein als Schwerkraft und Widerstand, erklärte er die unterschiedlichen Kräfte, die am Flugzeug wirken.

Warum man alleine schon mit 14 Jahren fliegen darf, den Schein aber erst mit 16 Jahren bekommt, wollte ein anderer Teilnehmer wissen. Wie in der der Fahrschule führe man die Jugendlichen ans Fliegen heran, sagte der Jugendleiter. Man gebe den Schülern Freiraum, um die Maschine und den Umgang mit ihr zu erlernen. Wie bei einer Überlandfahrt traue man den Schülern das zu. Viel Aufmerksamkeit bekamen die Vergleiche mit der Formel I. Um die drei Sekunden braucht der Segelflieger an der Winde, um von Null auf Hundert zu kommen. Aufregend waren die zwei Videos zum Abschluss der Theorie: Einen schwierigen Flug in den Alpen gab es ebenso zu sehen wie einen Kunstflug, in dem schwierige Looping und Schrauben gezeigt wurden.

Nach der Praxis in die Luft

Dann wurde es ernst für die Teilnehmer des beliebten Sommerferienprogramms. Es ging nach draußen, wo die drei Segelflieger schon bereit standen. Erster war Jannis aus Löchgau, der schon einmal da war und hier teilgenommen hatte. Fluglehrer Otto Weigel gurtete ihn an und zeigte was sich im Flieger während des Fluges alles bewegt. Auch die Instrumente wurden nochmal erklärt, bevor es losging. Die Maschine kam an den Haken und war in wenigen Sekunden oben. Kontakt zum Flugzeug und zur Winde hielt das zum Tower umfunktionierte Fahrzeug am Start.

„60 bis 70 Kilometer reicht der Funkkontakt in der Luft“, erklärte Luca Faigle, einer von 14 Helfern an diesem Tag. „Und man muss Glück haben“, so der Jugendleiter zur Thermik, die man erwischen müsse. Der erste Flieger war schon nach sechs Minuten wieder unten, die beiden anderen waren etwas länger in der Luft.

Gespannt warteten unten Leni aus Freudental und Leonardo aus Freiberg. „Man hat so einen tollen Ausblick“, freute sich der Zwölfjährige. „Das ist Adrenalin für zwei Tage“, sagte Leni, die sich auf einen Flug über Freudental freute.

Derweil wechselten sich die Piloten ab, die am Freitag im Einsatz waren und gönnten sich zwischendurch Pausen. Eine gemeinsame Mittagspause gab es für alle dann bei Leberkäsweck und Getränken, bevor jeder seine zweite Chance bekam und nochmal aufsteigen durfte.

Vorsitzender Rainer Barth war ebenfalls beim Schnuppertag mit dabei. Er blickte bereits auf das „Drachenfest“, das hier wieder im Oktober stattfinden wird. Nicht geklappt habe es dieses Jahr mit einem gemeinsamen Fest mit der Freudentaler Feuerwehr, das ursprünglich alle zwei Jahre geplant war. Ein Fliegerfest wie früher, das wird es hier aus versicherungstechnischen und organisatorischen Gründen wohl nicht mehr geben. „Das ist schade“, fand auch der Vorstand, der seit 16 Jahren im Amt ist.

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