Bönnigheim Kämmerer verlässt die Stadt

Achim Heberle verlässt die Bönnigheimer Stadtverwaltung zum 1. Marz. Knapp fünf Jahre war der Verwaltungsfachmann Chef der Kämmerei im Rathaus.
Achim Heberle verlässt die Bönnigheimer Stadtverwaltung zum 1. Marz. Knapp fünf Jahre war der Verwaltungsfachmann Chef der Kämmerei im Rathaus. © Foto: BZ-Archiv
Uwe Deecke 19.12.2017

Kämmerer Achim Heberle geht zum 1. März und hinterlässt nach schwierigen Jahren einen gesunden Haushalt. Das Baugebiet Schlossfeld macht‘s möglich.

„Die Situation ist eine völlig Neue“, konnte Bürgermeister Kornelius Bamberger bei  der letzten Sitzung des Gemeinderates vermelden. Im Jahr 2003 habe die Kommune noch 2,5 Millionen Euro Schulden gehabt und steckte in den roten Zahlen. Für das Jahr 2016 konnte er am Freitag 1,5 Millionen mehr in der Rücklage präsentieren als ein Jahr zuvor. Nach 2016 sei keine neue Kreditaufnahme mehr erforderlich, und diesen Spielraum wolle man auch für die nächsten Generationen erhalten.

Gute Konjunktur hilft

Wie andere Kommunen profitiert die Stadt Bönnigheim von der allgemein guten Konjunktur. Für Bönnigheim kommt noch dazu, dass die Stadt auf dem Schlossfeld rechtzeitig ausreichend Baugebiete geschaffen hat. Kämmerer Achim Heberle konnte dank Einwohnerzuwachs eine Zunahme der Einkommensteuer verbuchen, sie ist die zweitgrößte Einnahmequelle der Stadt. Die größte ist die Gewerbesteuer, die mit 6,4 Millionen Euro im Jahr 2016 extrem nach oben gegangen ist, geplant waren lediglich 4,5 Millionen. Heberle zeigte sich optimistisch: „Die Wirtschaft  brummt“ so der Kämmerer, der auf Prognosen von 2,6 Prozent Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr verwies. „Alles schön und gut, aber wenn der nächste Konjunktureinbruch kommt, sollte man darauf vorbereitet sein“, mahnte er zur Vorsicht.

Mehr als verdoppelt

Der Vermögenshaushalt hat nun für 2016 eine Zuführungsrate von 3,9 Millionen Euro, geplant waren ursprünglich nur 1,5 Millionen. Er erreicht 11,12 Millionen Euro, der Planansatz lag bei 11,59 Millionen. Mit mehr Grundstücksverkäufen hatte die Stadt gerechnet. 5,6 Millionen Euro kamen durch sie in die Kasse statt der geplanten 6,6 Millionen. Es sei dennoch mehr als notwendig erwirtschaftet worden, sagte Heberle vor dem Gremium betont sachlich.

Absehbar war bei den Ausgaben die stetige Entwicklung nach oben bei den Personalausgaben. Auch für die Gebäudeunterhaltung sei in den letzten Jahren viel investiert worden, was künftige Haushalte entlaste, so Heberle. Weniger als geplant investiert wurde in Grundstückskäufe. 1,8 Millionen Euro gab die Stadt im Jahr 2016 dafür aus, 3,5 Millionen waren geplant. Für Baumaßnahmen investierte Bönnigheim 4,8 Millionen statt der geplanten 6,6 Millionen Euro.

Rücklagen steigen

Das alles führt dazu, dass die Rücklage auf nunmehr 5,35 Millionen Euro steigt. „Wir brauchen diese Mittel und werden diese wieder entnehmen“, blickte Heberle auf die nächsten Jahre, wenn zusätzlicher Platz für Kinderbetreuung aufgrund der neuen Baugebiete Schlossfeld I und II notwendig wird. Durch „Schlossfeld II Süd“ könne die Verschuldung sukzessive abgebaut werden, schon im nächsten Jahr will die Stadt einen schon länger laufenden Kredit ablösen.

„Schade, dass Sie diese weitere Entwicklung in Bönnigheim nicht mehr mitmachen“, lobte UWG-Rat Dittmar Zäh die gute Arbeit des Kämmerers, der am 1. März 2018 aufhört. Auch andere Räte bedauerten den Weggang Heberles, der den Haushalt gerade auf das neue kommunale Haushaltsrecht (Doppik) vorbereitet.